Rolleville

Heute morgen ging es wieder ganz in Ruhe los. Thomas ist oft relativ früh wach und lässt mir dann noch bischen Zeit zum Wach werden. Das ist wirklich entspannt. Während Thomas Wasser kocht, fange ich an Innen das Zelt auszuräumen und die Sachen zu verpacken. Mittlerweile ist unser Timing ziemlich gut und ich bin oft fertig, wenn der Kaffee auch fertig ist.

Heute morgen war ich dann noch kurz in der Kapelle. Eine Frau hatte gerade alle Kerzen angezündet. Als ich in den Kirchraum kam, umfing mich ein warmer süßlicher Geruch von Wachs und Weihrauch. Es war ein bischen wie einen Moment anzukommen. Thomas hat den anderen beiden noch ein paar Tipps für ihre Reise gegeben.

Dann ging es für uns los. Wir wollten unsere Vorräte wieder aufstocken, doch bevor wir am Supermarkt waren, mussten wir nochmal durch die Stadt. Wir sind durch ganz andere kleine Straßen gekommen, als ich am ersten Tag. Überall gab es süße Leckereien zu sehen. Ich bin nochmal schnell in einen Laden gegangen der Schlussverkauf hatte. Ich brauche eine kurze Hose, da es für die lange Hose doch zu warm ist und ich nicht immer im Rock wandern will. Leider gab es nichts passendes für mich.

Am Supermarkt angekommen, war Thomas einkaufen und ich habe auf die Hunde aufgepasst. Ich habe mich kurz mit zwei Australiern unterhalten. Die beiden waren mit dem Kreuzfahrtschiff da, dass wir morgens, vom Hügel aus, im Hafen liegen sehen haben. Die beiden sahen wirklich einzigartig aus. Sie waren vielleicht so um die Siebzig. Der Mann hatte einen weißen Vollbart, der in alle Richtungen abstand, und dazu einen spitz zulaufenden Hut auf. Die Frau war ziemlich bunt angezogen, ihre Sachen waren alle mit Blumenmustern.

Als Thomas da war, ging es für uns Richtung Busbahnhof. Auf dem Weg dahin, waren wir noch schnell Kaffee und Seife in einem kleinen Bio-Laden kaufen. Der Laden war wirklich klein und hatte viele französische Produkte, nur ab und zu blinzelte mal etwas dazwischen, was es auch in Deutschland im Bio-Markt gibt.

Der Busbahnhof war leider etwas enttäuschend. Die Frau am Schalter hat uns zwar Karten verkauft, aber gleich gesagt, dass die Busse keine Hunde mitnehmen. Wir sollten den Busfahrer fragen. Als der Bus dann kam, hat er, bevor er uns grüßte, gleich ganz schnell gesagt:“Keine Hunde!“. Mehr nicht. Zum Glück konnten wir das Ticket am Schalter zurück geben. Wir standen aber erstmal da und mussten gucken wie wir auf die andere Seine-Seite kommen.

Der Plan war jetzt, dass wir es doch per Anhalter versuchen und sollte dass nicht klappen, zur anderen Brücke laufen. Die andere Brücke heißt, mindestens einen Tag die Seine runter, dann über die Brücke und auf der anderen Seite wieder alles rauf. Keine verlockende Vorstellung, zumal die Sonne ziemlich doll scheint und der Schatten eher rah ist. Also sind wir erstmal aus der Innenstadt raus, Richtung Brücke gelaufen. Wir waren beide aufgeregt, auch wenn Thomas so schon viele Kilometer zurück gelegt hat. Aber ob uns, mit zwei Hunden, jemand mit nimmt…. Auf dem Weg Richtung Brücke haben wir noch ein Stück Pappe gefunden. Also erstmal einen guten Platz finden und das Ziel groß auf die Pappe schreiben. Uns samt Hunden gut sichtbar hinstellen und Daumen raus. Es ist wirklich spannend zu beobachten, wie die Leute im Auto reagieren. Nach einer halben Stunde, haben dann zwei Frauen in einem kleinen Auto angehalten. Das war wirklich unser Glück. Wir haben uns mit den Hunden und Thomas Rucksack (meiner war im Kofferraum) auf die Rückbank gequetscht und schon waren wir auf der Brücke. Ich hätte wirklich nicht mit den Hunden dort laufen wollen. Die Abgrenzung zur Fahrbahn, war vielleicht 10 cm hoch. Die Brücke an sich ist aber schon beeindruckend. Sie ist so hoch und hat einen schönen Bogen. Die Aufhängung geht spitz zulaufend weit in den Himmel. Es ist wie zwischen zwei Welten zu schweben.

Die beiden Frauen haben uns nicht nur über die Bücke mitgenommen, sondern noch nach Montivilliers mitgenommen. Von da wollten wir weiter dem GR folgen. Beide Frauen sprachen fließend Englisch und die eine sogar total gut Deutsch. Es war echt beeindruckend und motivierend.

In Montivilliers haben wir estmal etwas gegessen und sind dann bei prallem Sonnenschein weiter gelaufen. Leider hatte der Weg heute nur wenig Schatten für uns. Die Architektur ist hier schlagartig anders. Es ibt kaum och das schöne Fachwerk zu sehen, sondern ehr Stein Es ging seit langem auch mal wieder an Feldern entlang. Es waren auch wieder Leinenfelder dabei. In denen sah der Wind besonders schön aus. Die dünnen Halme wiegten sich in ihm, wie Wellen. Ein grünes Meer vor uns. Da es schon ziemlich spät und wir beide müde waren und es in Rolleville einen schönen Platz an einem See gab, sind wir hier geblieben. Für heute war es wirklich genug. An dem Platz führt ein kleiner Fluss entlang und eine Mühle steht hier. Nebenan ist eine Weide mit Ziegen. Das ist so schön, auch wenn Blondi Angst vor ihnen hat. Ich mag Ziegen total gern.

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