Flainville

Heute hat uns der GR etwas verwirrt. Unsere Karte ist ca 2 Jahre alt und in der Zeit haben sich relativ viele Wegabschnitte hier geändert.

Der Tag startete auf einer kleinen Straße, die wie immer zwischen Feldern verlief. Kurz vor dem ersten Ort hat Thomas mit seiner feinen Pilznase Champions gefunden. Die hat er dann kurz vor dem Ort, im Schatten geputzt. Als wir gerade am Aufbrechen waren, haben wir nicht weit von uns zwei andere Wanderer entdeckt. Wir haben auf sie gewartet, um uns mit ihnen auszutauschen. Die beiden haben nur kurz, ohne anzuhalten, „Guten Tag“ gesagt. Sie sind einfach so an uns vorbei gegangen. Wir kamen uns ein bischen blöd dabei vor, da die beiden gesehen haben müssen, dass wir auf sie warteten. Ich schätze es waren keine Franzosen. Ich habe hier bis jetzt noch keinen erlebt, der nicht mal kurz angehalten hat.

Der Ort, Veules-les-Roses, war wunderschön. Die Häuser waren alle wirklich hübsch gestaltet und die Gärten sahen alle toll gepflegt aus. Wie in einer Gartenzeitschrift. Ein Haus, dass wir passiert haben, hatte ein altes Untergeschoss und die erst Etage war neu und modern aufgebaut. Das sah so gut aus und passte toll zusammen. Durch den Ort floß ein kleiner Fluss und wir sind an mehreren Mühlen vorbei gekommen. Der Fluss war so klar, dass wir die Forellen darin schwimmen sehen konnten. Wunderbar und sehr beruhigend. Ganz nebenbei habe ich das Rätsel um das für mich sehr geheimnisvolle Wort „fleuve“ verstanden. Der Fluß in dem Ort ist ein „fleuve“. Fleuve bezeichnet hier einen Fluss der ins Meer fließt. Gibt es im Deutschen dafür ein Wort? Mir fällt keines ein. Und seit zwei Tagen versuche ich schon zu verstehen, wass Thomas mir mit „fleuve“ erzählen bzw. erklären möchte. Jetzt habe ich es hoffentlich richtig verstanden. Auf jeden Fall startet dieser fleuve Fluss 1,1 km hinter der Stadt und ist wirklich wunderschön.

Für mich ist Frankreich irgendwie das Land der Rosen. Überall duftet es nach ihnen und noch in der kleinsten Ecke ist Platz für eine Rose. Diese Stadt hat das auch nochmal bestätigt. Überall waren wunderschöne Rosen zu sehen. Der Ortsname versprach nicht zu viel.

Wir sind jetzt übrigens im Pay de Caux. Es ist auch hier wirklich schön. Es gibt hier mehr Backstein und weniger Fachwerk und wirklich viele Rosen.

Kurz hinter dem Ort haben wir dann unsere Mittagspause gemacht, bevor es durch Felder weiter ging. Blondi durfte dann das erste Mal frei laufen. Das hat auch ganz gut geklappt. Sie hat sich viel an Marvin orientiert und Marvin kommt super zurück, wenn man ihn ruft. Für mich war es auch viel entspannter, mal in meinem Tempo zu gehen und nicht ständig wegen dem ziehenden Hund zu stoppen.

Auch der folgende Ort war wirklich schön. Das Stadtzentrum war mit Leinenbündeln geschmückt und wirkte auch sonst sehr einladend. Hier in der Region ist gerade ein Leinenfestival. Der Leinen wird hier schon langsam gelb und wird an einigen Stellen auch schon langsam geerntet. Er wird erst geschnitten und liegt dann noch in Bahnen auf dem Feld. Die Bahnen sehen so gleichmäßig aus. Es ist ein wirklich schönes Bild. Auf dem Weg aus der Stadt heraus sind wir an einem Bauernhof vorbei gekommen, der ein Schild auf der Straße stehen hatte, dass sie saisonales Gemüse verkaufen. Wir sind hinein gegangen und der Mann kam gerade aus dem Garten mit frischen, günen Stangenbohnen. Leider sind die für den Gaskocher nicht so praktisch. Er ist extra für uns nochmal in den Garten gegangen, um uns eine Zucchini zu holen. Er kam dann mit zwei gelben Zucchini wieder. Wir haben uns für die kleinere entschieden und als wir bezahlen wollten, hat er sie uns so gegeben. Das war wirklich freundlich.

Kurz vor St-Aubin-sur-mer, haben wir dann das erste Haferfeld gesehen. Leider war der noch grün und hat im Wind noch nicht so schön geraschelt. Kurz vor der Stadt konnten wir dann auch einen Blick auf das Meer und den Strand erhaschen. Es war wirklich zu sehen, dass heute Samstag ist. Der Strand war relativ voll. Hier sind noch keine Schulferien, so dass in den meisten Strandorten in der Woche noch nicht so viel los ist. Wir sehen oft holländische und englische Autos und ab und an auch deutsche.

Da die Stadt nicht so schön war und wir keinen Schlafplatz gefunden haben, sind wir weiter gegangen. Am Ortsausgang saßen zwei junge Männer an Straßenrand und machten Pause. Sie sprachen deutsch und erzählten uns, dass sie von Amsterdam nach Santiago de Compostela laufen wollen. Wir sind nicht ganz sicher ob sie uns bei der Frage ob sie per Anhalter unterwegs sind, die Wahrheit erzählt haben. Sie sahen nicht für eine so lange Wanderung ausgerüstet aus und hatten dazu Badelatschen an.

Wir noch ein Stück weiter, nach Flainville, gegangen, da wir in dwr Karte eine Kapelle gesehen haben. In der Kapelle ist durch das Leinenfestival eine Ausstellung, aber auf der Parkplatzwiese ist Platz für unser Zelt. Thomas hat kurz mit dem Besitzer gesprochen, als er das Zelt aufbaute. Der Besitzer fragte ihn, ob wir Wasser brauchen. Das war sehr nett. Morgen um 10 Uhr öffnet die Ausstellung wieder, da sollten wir dann zusammen gepackt haben.

2 Gedanken zu „Flainville

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