Bernouville

Heute waren wir zeitig wach. Es war noch ziemlich kühl außerhalb des Zeltes. Thomas hat wie so oft den Kaffee vorbereitet und ich habe innen im Zelt alles zusammen gepackt. Die Hunde waren auch schon draußen und hatten einen Platz zum Warten. Als der Besitzer der Wiese kam, um die Hühner aus dem Stall zu lassen, hatten wir schon fast alles zusammen gepackt. Er hat zu Thomas gesagt, dass wir beim nächsten Mal nicht fragen müssen. Das war sehr freundlich von ihm und ein guter Start für uns.

Blondi hatte vom ersten Moment des Loslaufens eine Fährte in der Nase. Ich konnte sie kaum halten und war ziemlich schnell genervt. Selbst das wir die Kaninchen sehen konnten, hat es nicht besser gemacht. Marvin rannte fröhlich vor uns her und immer wieder ins Feld. Dabei hat er ein Feldhuhn aufgeschreckt, dass davon flatterte. Kurz darauf hatte er ein kleines Feldhuhn im Maul. Er ließ es sofort los, als Thomas ihn rief. Marvin musste bei mir und Blondi warten, während Thomas nach dem Huhn sah. Das Huhn war noch ziemlich klein und hatte zum Glück nur ein paar Kratzer, schien aber sonst ok zu sein. Thomas hat es wieder am Feldrand abgesetzt und wir sind weiter gegangen. Für Marvin war es mehr ein Spiel, als eine Jagd. Er hatte nicht diesen Jagdblick, den Blondi aufsetzt, wenn sie eine Spur hat, und dass er das Huhn nicht behalten durfte, schien ihn nicht zu stören.

Wir sind auf dem Weg zum nächsten Ort an einem weiß blühenden, großen Kartoffelacker vorbei gekommen. Der leuchtete schon von Weiten. Die weißen Blüten mit dem dunklen grün der Blätter sind wirklich schön.

Im ersten Ort, Quiberville, waren wir schon vor 9 Uhr angekommen. In einer Bar in Strandnähe haben wir einen Kaffee getrunken. Anschließend war Thomas noch im kleinen Laden Proviant für uns kaufen. Ich habe draußen mit den Hunden gewartet. Eine Frau hat mich angesprochen und wollte mir altes Brot für die Hunde geben. Ich sagte ihr, dass die Hunde das nicht fressen. Und die Frau wirft das Brot einfach zu den Hunden hin. Wir könnten es ja in den Müll tun, wenn sie es nicht fressen. Blondi hat eine Scheibe mal kurz im Maul gehabt. Da stand ich nun, auf dem so schon engen Gehweg mit Rucksäcken und den Hunden und lauter Brot auf der Erde. Wir tragen hier manchmal den ganzen Tag unseren Müll mit uns rum, wenn wir keinen Mülleimer finden und jetzt war da ne ganze Menge mehr Müll. Zum Glück war neben dem Laden schon ein Stapel mit Kisten, auf den hab ich das Brot dann gelegt. Ich hoffe die Möwen haben sich noch darüber gefreut. Als Thomas aus dem Laden kam, hatte er Creme fraiche gekauft, aber so richtige vom Bauern und nicht industriell hergestellt. Die war ganz fest und schmeckte beim Kosten schon toll. Ich habe mich den ganzen Tag schon auf den Abend gefreut, wenn wir mit ihr kochen werden.

Kurz vor dem Ort hatte Thomas mir Blondi abgenommen. Bei ihm lief sie etwas ruhiger. Ich hatte dafür Marvin. Die beiden sind wirklich unterschiedlich an der Leine. Marvin hat deutluch mehr Kraft und war dann immer wieder verwirrt, wenn ich ihn nach hinten geschickt habe. Er war ja schon hinter Thomas. Es hat eine Weile gebraucht, bis unsere Kommunikation besser war.

Der Weg ging dann ein Stück an der Strandpromenade entlang. Da waren noch nicht so viele Leute unterwegs. Ein Fischer hat gerade sein Netz geleert und viele große Krebse daraus gezogen. Wir sind dann auf einen kleinen Weg an einem Fluß abgebogen. Der Weg war schön und es gab viel Schatten für uns. Im nächsten Ort haben wir dann fstgestellt, dass wir auf dem falschen GR unterwegs waren. Beide Wege sind nur rot-weiß gekennzeichnet und ihne Nummer. Im Ort davor trafen sich zwei verschiedene GR und wir haben es nicht bemerkt. So sind wir mehr ins Landesinnere gelaufen als ursprünglich gewollt. Wir sind dann über eine Straße wieder zurück in unsere Richtung gekommen. In der dann richtigen Stadt haben wir unsere Mittagspause eingelegt. Die Stadt schien sehr reich zu sein. Die Häuser waren von sehr hohen Hecken und großen Toren umgeben. Wir konnten nur selten einen Blick auf die Häuser erhaschen. Es hingen auch an vielen Briefkästen Schilder mit „wachsamer Nachbar“ und viele Alarmanlagen waren zu sehen. Wir fühlten uns dort nicht wirklich Willkommen. Wir waren zwar froh wieder auf unserem GR 21 zu sein, aber noch frohher waren wir aus der Stadt raus zu kommen. Der nächste Ort folgte gleich. Dort war am Strand großer Flohmarkt und unheimlich viele Menschen waren unterwegs. Unter ein paar Bäumen haben wir dann eine Pause gemacht. Beide Hunde waren mehr durstig, als wir Wasser hatten.

Kurz bevor wir in den Wald kamen, hat Thomas bei einer Familie, die gerade im Garten saß, nach Wasser gefragt. Die Frau hat uns frisches kaltes Wasser gegeben. Das war so gut. Am Ende ds Waldes sollte eine Kapelle sein, laut Karte. Die Kapelle war aber leider in einem privatem Garten. Wir hofften dort einen Schlafplatz zu finden. Thomas hat dann einen Sportplatz in der Karte entdeckt. Dort haben wir erstmal unser Lager aufgeschlagen. Ich habe mal eben anderthalb Stunden geschlafen und geträumt. Das tat wirklich gut. Thomas war zwischendurch neues Wasser holen, dabei hat er einen riesengroßen Permakulturgarten entdeckt. Der Besitzer war noch nicht da, nur eine Helferin war da. Sie meinte es wäre sicher kein Problem, wenn wir dort schlafen. Thomas ist dann nochmal fragen gegangen, als der Besitzer, Alexandre, da war. Jetzt steht unser Zelt am Rand des Gartens, neben dem der Helferin. Wir hatten genügend Wasser um uns zu waschen und dr Garten ist wirklich toll. So weitläufig und überall gibt es etwas zu entdecken. Hier gibt es auch Hühner, eine Ziege und ein Schaf. Das Schaf sah total lustig aus. Es hat gaaaanz viel Fell und nur einen relativ kleinen Kopf. Es wirkt wie ein laufendes Kissen.

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