Merck-Saint-Liévin

Stellt euch vor ich habe heute „Kleiner Onkel“ von Pippi Langstrumpf getroffen. Er steht hier auf einer Weide und wartet. Worauf weiß ich leider nicht. Aber er steht nicht weit von unserem Zelt entfernt.

Unser Zelt steht an dem Fluß, dem wir auch heute, den ganzen Tag gefolgt sind. Der Fluß rauscht leise vor sich hin und die Blätter der um uns herum stehenden Pappeln rauschen auch etwas. Wir haben hier schon gegen 17 Uhr gestoppt und ich habe erstmal etwas geschlafen. Es war heute wirklich heiß. Ich habe die Wärme des Asphalts durch meine Schuhe gespürt.

Heute morgen waren wir auf dem Zeltplatz tatsächlich die Ersten, die sich dort bewegt haben. Wir hatten das erste Stück eine etwas größere Straße zu laufen, aber das ging ziemlich gut und es waren nicht so viele Autos unterwegs. Im nächsten Ort ging es dann über die Feldwege weiter. Ein großer Laster rauschte, ohne langsamer zu werden, an uns vorbei. Er holte an einer Blechscheune, die mitten auf den Feldern stand, tote Schweine ab. Es war grausam zu sehen, wie er die Leichen mit dem Kran anhob und in seinen Kontainer fallen ließ. Warum achtet der Bauer nicht auf seine Tiere, damit sie wenigstens die kurze Zeit die sie leben, eine gute Zeit haben. Bei der Wärme haben wir schon so manche Weide mit Tieren, aber ohne Schatten und Wasser gesehen. Warum? Aus Geldgier? Es ist wirklich traurig und beschämend, das anzusehen.

Im nächsten Ort gab es dann einen Bäcker in einer Mühle. Das sah sehr verlockend aus, aber da Montag ist war er leider geschlossen und wir mussten einen Ort weiter gehen. Dort gab es dann Brot vom Supermarkt für uns, da auch hier alles andere geschlossen hatte, sogar die Bar. Im Schatten der Kirche gab es dann eine späte Mittagspause für uns.

Wir hatten Glück und konnten über viele kleine Straßen weiter gehen. Wir haben die große Kirche des Ortes schon von weitem gesehen. Sie wirkt viel zu groß für den kleinen Ort. Die Kirche war innen schön kühl. Die Decke der Kirche ist gemalt, aber trotzdem relativ schlicht gehalten. Ein Teil der Steine ist von grünen Algen überzogen.

Wir sind froh wieder einen schönen Platz zum Schlafen gefunden zu haben und hören dem Fluß zu.

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