Saint-Omer

Heute war ich mal kurz vor Thomas wach. Das kommt wirklich selten vor. Wir dachten, dass es schon voll spät ist, aber es war gerade mal kurz vor sieben Uhr. Eine gute Zeit zum Aufstehen. Wir haben in Ruhe gefrühstückt und unser Zelt abgebaut. Die Schwestern vom Abend bewegten meinen Geist noch ziemlich. Sie waren so klar und freundlich in ihrer Ausstrahlung. Ich fühlte mich wirklich gemeint und gesehen. Das ist ein gutes Gefühl.

Ganz im Gegensatz dazu fühlte ich mich heute ziemlich durchscheinend und ohne Grenzen. Das ist kein guter Start für den Tag. Wir waren, nochmals kurz am Gästehaus, um nach einer Toilette zu fragen. Die Schwester, die uns gestern den Zeltplatz gezeigt hat, öffnete uns die Tür und musste bei der Frage herzlich Lachen. Sie hat uns auch noch einen Kaffee angeboten. So haben wir mit zwei Besuchern des Gästehauses noch zusammen einen Kaffee getrunken. Die eine war eine ältere, sehr freundliche Französin und die andere eine Deutsche. Thomas stellte nachher fest, dass sie wirklich deutsch ist, weil sie so ernst war. Thomas hat den beiden etwas von unserer Reise erzählt. Die Deutsche sprach fließend Französisch, so dass ich eher stumm daneben saß. Ich verstehe zwar immer mehr, kann mich aber nicht wirklich auf Französisch mitteilen.

Danach sind wir aufgebrochen. Es war schon wirklich warm, ibwohl es erst kurz nach neun Uhr war. Wir sind erst nach Longuenesse gegangen, da es dort einen Orange-Telefonladen gab. Thomas musste seine SIM-Karte wieder entsperren lassen. Ab jetzt ist er also wieder telefonisch erreichbar. Da der Decathlon direkt nebenan war, sind wir dort noch schnell Gas kaufen gegangen. Jetzt haben wir wieder genügend für unser Essen, um zu kochen.

Dann ging es in Richtung Saint-Omer weiter. Wir mussten erstmal durch einen Dschungel von anderen Geschäften und haben dabei einen Bio-Supermarkt entdeckt. Leider war der etwas enttäuschend. Das Obst kam zum großen Teil aus Spanien, die Käse waren alle eingeschweißt und mit viel Verpackung. Überhaupt war dort viel in Plastik verpackt und das schrecklichste für mich war, dass sie Andechser haltbare Ziegenmilch verkauft haben. Es gibt bestimmt einen Ziegenhof, der frische Milch liefert in der Nähe. Warum muss die Milch so weit transportiert werden. Weil Andechser Bio ist und der Bauer um die Ecke vielleicht noch nicht genügend Geld hat, um auf Bio umzustellen? Nachhaltig ist das sicher nicht. Die Kosmetik-Ecke hat mir dafür umso besser gefallen. Es ist der erste Biomarkt, bei dem ich Lamazuna-Produkte hier gesehen habe. Das erstaunt mich wirklich schon die ganze Zeit, da Lamazuna ja in Frankreich produziert…. Ähhh mein Akku ist runter und Strom ist fern…den Rest vom Tag gibt es, wenn ich wieder Strom habe…

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