Lo-Reninge

Wir hatten eine gute Nacht, in einem schönen Bett. Mir ist heute morgen aufgefallen, dass ich euch gar nichts über den schönen Garten dort erzählt habe. Das hol ich jetzt erstmal nach.

Der Garten war ziemlich groß und eher langgezogen. Es befanden sich lauter kleine extra Bereiche für die Pflanzen darin und dazwischen immer wieder nett bewachsene Dekorationen. Die Hühner hatten einen schönen Auslauf, den sie mit Fluffy dem Kanninchen teilten. Die Hühner waren auch ausgesprochen schön und ganz unterschiedlich von ihrem Federkleid. Am Zaun rankte Wein entlang, der richtig viele Trauben trug und es gab auch noch eine Menge anderer Obstbäume. Es ist ein wirklich liebevoll gestallteter Garten.

Heute morgen sind wir vergleichsweise früh gestartet. Wir mussten ja kein Zelt abbauen und an unseren Rucksäcken war dadurch auch nicht so viel zu packen.

Wir sind erstmal zurück in die Stadt gegangen und von dort aus dann weiter am Fluss entlang. Wir sind auch wieder durch eine kleine Schafherde gekommen. Die Schafe waren zum Teil braun mit weiß-braunem Kopf. Das sah sehr schön aus. Blondi hat das auch gut mitgemacht. Ich hoffe, dass am Ende der Reise ein echter Profi in Tierbegegnungen ist. Marvin läuft da wirklich viel entspannter an anderen Tieren vorbei.

Wir haben auch heute im Fluss wieder viele tote Fische gesehen. Das für mich erstaunliche war, dass trotzdem Leute am Fluss zum Angeln saßen. Ich weiß nicht ob ich den Fisch aus dem Fluss essen wollen würde und dazu ist es für den Fischbestand, nach dem Fischsterben, auch nicht gut.

Unsere Mittagspause haben wir in Lo gemacht. Einem sehr süßen und schön restauriertem Ort. Früher war dort ein Kloster, aber die Gebäude werden, außer der Kirche, jetzt anders genutzt. Um in den alten Stadtkern zu gelangen, muss man durch ein wirklich kleines, süßes Stadttor, bzw. außen herum. Durch das Tor führt eine Fahrbahn, um das Tor herum die andere. Die Stadt besteht zum großen Teil aus hellem Backstein. Der Backstein hat aber auch rot Anteile. In der ganzen Stadt roch es nach Waffeln. Wir haben den Ursprung des guten Geruches aber nicht gesehen. Erst später habe ich in google maps gesehen, dass es dort eine Keksfabrik gibt.

Die Kirche war auch sehr schön restauriert. Der helle Stein mit dem dunklen Holz harmonierte gut. Es waren ein paar Bilder ausgestellt, wie die Kirche im und nach dem Krieg aussah. Diese Bilder sind so unglaublich bedrückend und machen mich wütend und traurig zu gleich. Was können Menschen nur anderen Menschen antun! Und wir heute? Machen in unserem bequemen Europa gerade mal wieder die Augen zu! So dankbar wie ich bin durch Europa reisen zu können, so wütend bin ich auch wenn ich nur ein Stück Nachrichten höre. Und alles ist nur möglich, weil ich auf der richtigen Seite des Mittelmeeres geboren bin.

So zurück zu unserer Reise…. Unser Weg führte dann raus aus der Stadt. Hier gibt es wirklich viele Radwege und die sind auch für uns gut. Wir sind von der Straße getrennt und Platz ist auch genug. Nur für die Füße sind diese Wege ermüdend. Hier gibt es auch gleich viel mehr Radfahrer. Das finde ich total gut.

Unser Weg ging dann weiter von Feldern gesäumt. Leider riechen hier die Felder ziemlich streng. Das ist wirklich nicht angenehm. Die belgischen Kühe sehen anders aus, als bei uns. Sie haben einen unglaublich großen Kopf und einen ziemlich dicken Po. Sie erinnern mich an hochbeinige Schweine. Sie sind aber genauso neugierig, wie die französischen Kühe. Beim laufen sehen sie aber viel ungeschickter aus.

Blondi ist mir heute wieder viel zwischen den Beinen gelaufen. Dss ist für mich sehr anstrengend, da sie mich einerseits ständig berührt und andererseits ich mehr breitbeinig laufe. Ich war wirklich froh, dass wir beim ersten Haus, das wir gefragt haben, einen Platz im Garten bekommen haben. Zwischen den ganzen Feldern ist das hier ein kleines Stück, wenig berührte Natur. Unser Zelt steht unter einer Weide und wir können die Frösche ins Wasser plumpsen hören.

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