Gent

So heute morgen ist es also das erste Mal passiert. Ich habe meine Brille im Zelt mit eingewickelt. Das war ziemlich doof und als es mir aufgefallen ist, war sie auch schon verbogen. Alle Brillenträger wissen, wie unangenehm es ist eine verbogene Brille zu tragen. Für mich hieß das heute Sonnenbrillentag…

Nachdem es die Nacht ziemlich doll gewittert hat und viele Blitze unser Zelt erhellt haben, waren wir heute morgen noch ziemlich müde. Auch die Hunde wirkten nicht so, als wollten sie loslaufen. Der Biwakplatz war durch den Regen nicht so zum frühstücken geeignet, also haben wir unsere Sachen gepackt und sind in den Wald auf eine Bank gegangen, um zu essen und Kaffee zu kochen. Die Polizei fuhr an uns vorbei, als wir gerade beim Kaffee kochen waren und wir hatten etwas Angst, dass sie uns wegen dem Kocher im Wald ermahnen. Sie sind aber zum Glück ohne etwas zu sagen vorbei gefahren.

Unser Weg ging dann erstmal fünf Kilometer an einer etwas größeren Straße entlang um zum nächsten Ort zu kommen. Dort haben wir in der Bar Klein Sleine erstmal einen Kaffee getrunken und unsere Handys wieder aufgeladen. Der Mann in der Bar war sehr freundlich und hat uns mit allen möglichen Informationen versorgt.

Wir haben uns dann dafür entschieden doch schon heute nach Gent zu gehen und eine Nacht auf dem Campingplatz zu bleiben. Vom Café bis zum Campingplatz waren es nochmal 15 Kilometer. Thomas hatte beim Platz davor angerufen und ich hatte ihn so verstanden, dass wir vor 17.30 Uhr da sein müssen. Also sind wir aufgebrochen und weiter an der Straße entlang gegangen. Die Straße hatte fast überall einen Fußweg oder mindestens einen Fahrradweg, so dass wir ganz bequem mit den Hunden laufen konnten. Doch was heißt hier eigentlich bequem. Mir kam es so vor, als renne ich die ganze Zeit.

Wir waren erstmal in kleineren Vororten und Randbezirken unterwegs. An manchen Stellen fuhr die Straenbahn oder wir konnten ihre Endhaltestellen sehen. Die Straßen wurden dann langsam schmaler und die Einfamilienhäuser verschwanden. Stattdessen waren dann da kleine zweistöckige Reihenhäuser. Die Straße war nun nicht mehr ganz so groß und befahren. Hinter der nächsten Ecke verwandelte sich der Straßenzug wieder. Auf einmal waren dort ziemlich viele Dönerläden und Geschäfte mit türkischen und afrikanischen Lebensmitteln. Die Gehwege waren eng und ab und zu saßen an den Rändern Männergrüppchen und tranken Tee oder rauchten. Als wir über die nächste Kreuzung waren, wurden die Häuser dreistöckig und hatten alle Erkerfenster. Und dann Standen wir an einer Baustelle mit modernen hohen Häusern und einer Straßenbahnhaltestelle. Die Häuser auf der anderen Straßenseite waren alte Stadthäuser, so wie sie auch in Dresden oder Görlitz zu finden sind, mit breiten Türen und hohen Fenstern. Unser Weg führte dann ein Stück an Universitätsgebäuden und am Kanal entlang, bevor wir Richtung Hochhäuser abbogen. Vin den Hochhausern aus ging es dann weiter Richtung Stadtpark und durch den Stadtpark und das Flussbad mit Strand hindurch. Wir haben dann hinter einem Zaun schon die Zelte gesehen. Ich war schon ziemlich k.o. und bin nochmal im Stechschritt los gelaufen. Thomas war etwas verwundert, wir hätten doch Zeit… Ich hatte Angst, dass uns der Platz vor der Nase zu macht. Und dann kam da endlich die Lösung unseres Kommunikationsproblems. Er meinte wir müssen bis 19.30 Uhr da sein. Mir war zum Lachen und Weinen gleichzeitig zu mute. Ich war so müde und habe die ganze Zeit keine Pause eingefordert. Selbst bei der kurzen Pause, die wir gemacht hatten, wollte ich ganz schnell weiter und jetzt dass. Wir müssen zwischen dem Lachen und nein nein nein ärgern etwas lauter gewesen sein, jeden Falls guckten uns die Leute aus dem Restaurant am Zeltplatz ganz komisch an.

Das ist bis jetzt wirklich der größte Zeltplatz. Campingcars und Autos stehen getrennt. Auf unserem Stück sind ein paar Holzhütten und sonst nur Zelte. Bei dem ganzen gerenne haben wirauch noch vergessen Hundefutter zu kaufen. Zum Glück gab es am Campingplatz einen kleinen Laden, der auch etwas völlig überteuertes Hundefutter hatte. Das war jedenfalls besser als nochmal 1,5 Kilometer bis zum Supermarkt zu laufen.

Wir liegen jetzt im Zelt und hören die Autos auf der Schnellstraße in der Nähe. Ich hoffe wir können schlafen und die Autos werden weniger.

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