Meerlebroek

Heute morgen schien hier schon die Sonne und es war noch angenehm kühl draußen. Als wir unsere Rucksäcke fast fertig hatten, uns der Vater des Hofbesitzers noch ein bisschen was zu dem Hof erzählt. Die Kühe haben zum Beispiel auf ihren Liegeplätzen Matratzen die mit Wasser gefüllt sind. So ein Wasserbett für Kühe macht, dass sie beim Liegen den Grund nicht spüren und ihr ganzes Gewicht abgeben können. Neben den Matratzen bin ich auch schwer begeistert von der automatischen Bürsten. Und auch die Kühe scheinen sie wirklich zu mögen. Eine von den erwachsenen Kühen war ausgesprochen neugierig. Sie hat nicht nur an meiner Hand geschnuppert, sondern sie mit der Zunge befühlt und versucht zu sich zu ziehen. So eine Kuh hat eine ziemlich kräftige Zunge. In dem Stall gibt es auch zwei Kühe, die gerne die Milch der anderen Kühe vom Euter weg naschen. Das finde ich auch irgendwie spannend.

Dann ging es auch schon los. Gestern hat uns der Hofbesitzer vom Pieterpad erzählt, der von Maastricht im Süden nach Groningen im Norden verläuft. Der Weg geht ganz nah am Hof vorbei und wir haben uns dafür entschieden ihm zu folgen. Wir sind dann direkt in dem Wald gestartet und dann das letzte Stück von gestern nochmals gegangen. Dann ging es auf eine Weide an deren Rand ein kleiner Fluss verlief. Auf der anderen Flussseite wuchs Schilff und ein feuchtes Biotop erstreckte sich dort. Am Flussufer wuchsen zarte beerenfarbene Blumen. Dann ging es weiter durch einen kleinen malerischen Ort und auf die nächste Kuhweide. Diesmal standen auf ihr auch Kühe. Mein Herz ging gleich schneller und ich war ganz aufgeregt. Ich habe so schon ziemlich Respekt vor den großen Tieren, aber dann noch mit Blondi an der Leine, die alles spiegelt. Das kann kaum gut gehen. Ich konnte für das Stück durch die Kühe zum Glück Marvin nehmen. Der ist dabei ziemlich gelassen, auch wenn ich nervös bin. Blondi läuft bei Thomas in so einer Situation auch viel entspannter. Die Kühe waren aber an sich richtig schön. Sie waren schwarz und hatten lockiges Fell. Unser Weg führte noch ein bischen weiter über Wiesen und an Weiden vorbei, bis wir an ein kleines Gutshaus oder Wasserschloss kamen. Dort haben wir eine kurze Pause gemacht. Hier kamen uns auch die ersten Wanderer entgegen. Heute haben wir wirklich viele andere Wanderer getroffen. Das war richtig schön.

Nach der Pause ging es auch bald in den Wald. Der Wald hatte wunderschöne, große Bäume und die Wege waren wie Alleen mit ihnen gesäumt. Es war ein wirklich schöner Weg. Viele Wege verschiedene Wege waren in dem Wald angelegt. Auf einem kamen uns zwei Reiter auf sehr schönen, stattlichen, schwarzen Pferden entgegen. Nach dem Wald fühlten wir uns ganz erfrischt und mit neuer Energie aufgeladen. Bevor wir in die nächste Stadt kamen, kamen wir noch an einem Schloss vorbei.

In der Stadt waren wir dann einkaufen und haben unsere Mittagspause gemacht. Dann ging es direkt nach der Stadt auch schon wieder in den Wald. An einer Stelle schlängelte sich ganz idyllisch ein Fluss durch den Wald. Perfekt um den Hunden eine Abkühlung zu gönnen, zumal Thomas davor gerade einen Ball gefunden hatte. Die Hunde fanden es super.

Der Weg führte hier ganz dicht an der Grenze entlang und passierte sie auch immer wieder. Der Wald war hier stellenweise nicht ganz so dicht und hatte viel Windbruch. Je weiter wir aber in ihm waren, umso schöner war er. Da am Weg keine Häuser kamen, sind wir an einer Stelle von ihm abgebogen. Im ersten Hof haben wir nach einen Platz gefragt und die Frau meinte gleich wir sollen ihren Mann fragen, wo wir unser Zelt aufbauen können. Der Mann war wirklich freundlichen, auch wenn die Verständigung etwas schwierig war, da er nur Niederländisch sprach. Aber irgendwie haben wir uns trotzdem verstanden. Wir stehen jetzt auf einer gerade nicht genutzten Pferdekoppel. Der Hof hier hat nämlich vor allem Pferde. Der Mann hat uns auch extra noch einen Kanister mit Wasser vorbei gebracht, damit wir mit unseren Flaschen nicht so oft zum Hof laufen müssen.

Um unser Zelt flogen heute Nachmittag die ganze Zeit Schwalben und am Abend rannten die Pferde in der Abendsonne ihre Runden auf der Nachbarkoppel. Es ist wirklich wunderschön hier. An die Koppeln schließen sich kleine Seen an und so einige Ornithologen kamen an unserem Zeltplatz vorbei.

Jetzt liegen wir im Zelt und hören draußen die Wildgänse rufen.

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