Ossenweg.

Pausentag. Nachdem wir gestern erst so spät angekommen sind, haben wir heute einen Tag Pause gemacht. Das tat uns gut. Nach dem wir relativ früh wach waren und den Morgenkaffee in noch feuchter Luft genossen haben. Erwachte so langsam der Biwakplatz. Nicht nur die Sonne wurde langsam kräftiger, auch in den anderen Zelten regte sich mehr und mehr das Leben.

Nach dem Frühstück und den Hunderunden ist Thomas dann einkaufen gegangen, während ich mit den Hunden am Platz geblieben bin. Die zuständigen Leute für den Platz kamen, um alles zu kontrollieren. Dabei haben sie die Pumpe entgültig lahm gelegt. Sie wollten pumpen und dabei muss etwas gebrochen sein. Sie fragten mich ob ich den ganzen Tag hier sein werde und meinten dann, dass sie mir extra Wasser für die Hunde bringen würden. Nach einer halben Stunde kamen sie mit einem 10 Liter Kanister Wasser für uns wieder und einer großen blauen Tonne mit Hahn, in die sie auch Wasser füllten. Wir kamen etwas ins Gespräch. Einer der beiden erzählte, dass er uns gestern Abend laufen sehen hat und sich dachte, dass wir hier her kommen. Die beiden waren wirklich sehr freundlich.

Während Thomas unterwegs war, habe ich den Hunden etwas Schatten am Zelt gebastelt und Kraniche gefaltet. So ging der Vormittag auch ohne Wäsche waschen (was ich eigentlich vor hatte) rum. Durch das jetzt begrenzte Wasser habe ich mir nicht getraut, Wasser für die Wäsche zu verbrauchen.

Als Thomas zurück kam, haben wir den Tisch in den Schatten gerückt und Mittag gegessen. Wenn wir nicht gerade laufen könnte ich nur essen. Jetzt war essen dran. Nach dem Essen haben wir eine lange Pause im Schatten gemacht und am Nachmittag bin ich zum Informationszentrum hier am See gegangen, um mein Telefon zu laden. Das Zentrum war gut besucht und es gab einen riesigen Spielplatz.

Als ich zurück war wartete Thomas schon. Ich hatte morgens schon die Idee ihm einen Traumfänger zu basteln und nach dem Spaziergang zum Zentrum hatte ich alle Materialien zusammen. Jetzt hängt er zusammen mit den Stirnlampen und unseren Brillen im Zelt.

Am späten Nachmittag kam ein Schotte hier an. Wir haben uns unterhalten und später zusammen gekocht. Er ist schon viel mit dem Fahrrad gereist und wir hatten einen wirklich schönen Abend.

Ossenweg

Heute morgen ging es wieder ganz in Ruhe los. Nachdem unsere Rucksäcke fertig waren, ging es erstmal durch den Wald. Das war ein wirklich schöner Start. Kurz hinter dem Wald sind wir an einem Ausflugsbistro vorbei gekommen. Dort gab es eine Tankstelle für E-Bikes. Wir haben die Chance genutzt und unsere Handys aufgeladen. Dazu gab es noch W-Lan. Das Bistro war noch nicht auf, so saßen wir davor und warteten, dass unsere Telefone fertig werden. Dann ging es etwas durch kleine Orte, aber immer nur kurz und wieder auf den nächsten Feldweg. Heute ging es wieder fast die ganze Zeit durch Obstplantagen. Manche Apfelsorten dufteten ganz intensiv. Oft lagen leider viele Äpfel auf dem Boden. Ich finde es sehr schade, dass sie nicht trotzdem verarbeitet werden.

An einer Stelle stand ein nicht genutzter Pfirsichbaum und seine Pfirsiche fielen auf die Straße. Die Pfirsiche waren perfekt reif und super lecker. Das war die passende Energie in dem Moment.

Ein Stückchen weiter sind wir an einer Santiagohausnummer stehen geblieben. Die Leute haben uns gleich gefragt, ob wir Wasser brauchen und uns in ihren Garten gebeten. Das war wirklich freundlich. Der Mann ist von dort aus nach Santiago gelaufen und er ist auch von Arles nach Toulouse den Weg gelaufen. Er spricht Deutsch und siee haben uns erzählt, dass gestern die Birnenernte begonnen hat. Zum Abschied hat er uns noch Weintrauben aus dem Garten geschenkt.

Wir fangen ja immer wieder erstmal an Englisch zu sprechen, bevor dann bei Begegnung oft Französisch dran ist. Heute hatte ich es gleich zweimal, dass die Leute mich dann fragten, warum wir nicht Deutsch zusammen sprechen. Ja, irgendwie ist Englisch erstmal einfacher und Thomas versteht ja kein Deutsch, so dass wir auch so den ganzen Tag eher Englisch sprechen.

Für uns ging es dann weiter durch Obstbäume und an einer Kirche haben wir dann Pause gemacht. Wir waren etwas überrascht, dass wir nur noch 13km vor uns haben sollten. Unser Weg sollten nämlich laut Karte heute 27km sein. Nach der Pause ging es etwas mehr an Straßen entlang und mehr durch Ortschaften. Wir waren alle ganz schön geschafft. Auch die Hunde waren müde und ihre Konzentration ließ nach. Die letzten 7 Kilometer ging es dann nochmal zwischen Obstbäumen entlang und durch ein Stück Wald.

Ich fühl mich heute so reich. Wir haben so viel Obst und Nüsse gefunden, bzw. bekommen. Wir hatten eine tolle Landschaft durch die wir gewandert sind und haben viele Esel, Schafe, Kühe und Pferde gesehen. Unser Tag war so erfüllt.

Jetzt sind wir wieder auf einem Biwakplatz. Der Platz ist gut besucht und es sind eine Menge Zelte hier. Draußen zirpen die Grillen.

Roeselberg

Heute morgen ging es, nachdem alles gepackt war, erstmal auf eine Hundewiese. Für Blondi war es toll, dass sie dort frei laufen konnte und für Marvin auch. Die beiden haben sich sichtlich darüber gefreut. Wir wollte dann erstmal Essen für uns und für die Hunde einkaufen. Also ging es an einer großen Straße in Richtung Industriegebiet und von da aus dann in Richtung Stadt. Ich hatte nach dem Einkauf unser Essen und Thomas das für die Hunde. 4kg Trockenfutter verstauen sich nicht so einfach im Rucksack und wir überlegen immer wieder ob nicht die Hunde abwechselnd ihr Hundefutter tragen sollen. Bis jetzt haben wir uns aber noch nicht entschieden.

Dann ging es durch die Stadt. Aarschot ist eine wirklich kleine süße Stadt. Da Montagvormittag hier viele Geschäfte geschlossen haben, war es auch ganz ruhig. Bevor wir aus der Stadt richtig raus waren, haben wir noch einem Fluss unsere Mittagspause gemacht und den Anglern zugesehen. Das war sehr beruhigend.

Dann ging es das erste Mal seit wir in Belgien sind einen Hügel hoch. Die Landschaft hier ist wirklich viel schöner, als in den ersten Tagen. Hier gibt es jetzt auch mehr Wald. Wir sind auch wieder an sehr schönen Häusern vorbei gekommen. Wer Inspiration für ein Haus sucht, sollte hierher kommen. Es ist wirklich sehr selten ein Haus dabei, was nicht so geschmackvoll ist. Wir sehen kaum ein Haus doppelt und immer wirken die Häuser sehr individuell und hochwertig. Bei manchen Häusern hat man den Eindruck, dass man am Haus wirklich die Bewohner ablesen kann. Und nicht nur die Häuser sind schön, oft haben sie auch schöne Gärten dazu.

Da wir bei den ganzen schönen Häusern etwas unseren Weg verpasst hatten, haben wir uns dafür entschieden zu einem anderen Biwakplatz zu gehen. Das ist so toll, dass wir die Zeit für so spontane Umplanungen haben. Die Landschaft hat uns ja so schon gut gefallen und so hatten wir die Chance noch etwas länger in ihr zu bleiben.

Auf dem Weg sind wir an einem Weinberg mit vielen verschiedenen Sorten vorbei gekommen. Als wir dort am Picknickplatz kurz angehalten haben, hat uns der Nachbar gleich angesprochen, ob wir Wasser brauchen. Das war so freundlich und nebenbei sind wir kurz ins Gespräch gekommen.

Nach dem Weinberg folgten dann Felder. Neben einem Maisfeld war eine kleine Kuhweide. Eine Kuh war ausgebrochen und stand zufrieden mampfend im Maisfeld. Die anderen sahen ihr dabei zu.

Kurz vor dem Biwakplatz haben wir an einem Bistro und Bioladen noch nach Wasser gefragt. Das Bistro wollte gerade schließen, aber der Mann war auch dort ganz freundlich und wir haben noch Wasser bekommen und konnten ein Bier kaufen. Am Biwakplatz gibt es zwar Wasser, aber das Wasser ist kein Trinkwasser. Als wir angekommen waren und unsere Rucksäcke etwas ausgepackt waren, haben wir unsere Flaschendusche eingeweiht. Ich freu mich so über die. Sie ist wirklich simpel und effektiv. Wir haben für unsere Dusche weniger Wasser gebraucht, als mit einer normalen Flasche und doch fühlen wir uns jetzt sehr erfrischt und sauber.

Wir liegen jetzt im Zelt und draußen hören wir einen Waldkautz rufen.

Aarschot

Pausentag. Wir sind heute auf dem Biwakplatz geblieben. Wir wollten noch ein bischen den Wald genießen. Heute morgen ging es dann ganz in Ruhe los. Thomas hat Kaffee gekocht und ich konnte noch liegen bleiben. Die Familien die hier waren, wuselten schon rum und waren zum Teil schon am zu sammen packen. Von einer Familie konnten wir unseren Wasservorrat nochmal auffüllen, da der Brunnen hier kein Trinkwasser hat. Ansonsten haben wir heute unsere Sachen getrocknet, die Rucksäcke mal wieder sortiert, waren mit den Hunden im Wald, haben geschlafen und rumgelegen.

Bei dem ganzen nichts tun hat uns eine Maulwurfsgrille gefunden. Die war ganz schön riesig und wir wussten auch erst nicht was das da für ein Tier ist. Kassandra kannte es zum Glück. Und zum Glück gibt es auch hier im Wald etwas Internetempfang um Fotos zu verschicken.

Da ich irgendwie den ganzen Tag Appetit auf süßes hatte und wir noch einen Apfel hatten, habe ich aus ihm groben Apfelmus gekocht. Mhh das war so lecker zusammen mit dem Müsli. Das muss ich jetzt glaub ich öfter machen…

Beim Spielen hat sich Marvin heute eine Kralle verletzt. Ich habe wieder gemerkt das ich Blut nicht gut sehen kann, aber zusammen mit Thomas haben wir ihm einen Pfötchenverband improvisiert. Damit konnte er dann wieder weiter spielen. Für einen Stock oder einen Frisbee vergisst er echt viel. Heute Abend hat Thomas den Verband nochmal abgemacht um die Stelle zu kontrollieren. Die Kralle hat sich jetzt gelöst. Wir hoffen nun verheilt es gut. Zum Glück haben wir die Hundeschuhe dabei, damit ist die Pfote gut geschützt vor Schmutz.

Heute Abend ist noch ein neues Zelt her gekommen. Ein Vater mit seiner Tochter. Er ist vielleicht so alt wie wir. Als wir gerade beim Kochen waren, sah es so aus als würde er Holz klein machen für ein Feuer. Hier auf dem Feuerplatz ist ein Deckel drauf auf dem steht, dass es dann verboten ist hier Feuer zu machen. Und zwei Stunden davor haben wir uns gerade darüber geärgert, dass hier überall auf dem Platz die Reste von kleinen Feuern zu finden sind, obwohl es doch einen extra Platz gibt. Ich habe mich getraut den Mann darauf anzusprechen. Er reagierte ziemlich pampig und meinte er wolle kein Feuer machen. Ok. Da kam ich mir erstmal blöd vor. Nachher fing er nochmal von weitem an, was ich mir einbilden würde ihn auf das Feuer anzusprechen. Was würdet ihr tun? Nichts sagen? Ja, es hat hier etwas geregnet, aber der Wald ist trotzdem trocken. Ich habe ihn auch nochmal erklärt, dass wir diese Plätze sehr mögen und lieber erst etwas sagen bevor es zu spät ist. Es wurden hier auch schon Plätze geschlossen, weil die Leute sie nicht sorgsam behandelt haben.

Als ich vom Wasserholen für die Hunde kam, hat er mich nochmal freundlicher angesprochen, wo wir herkommen und was wir machen. Aber wir haben davor auch schon lange mit Thomas darüber diskutiert, was das richtige Verhalten wäre.

Jetzt sind hier noch ein paar mehr Familien und Kinder angekommen und wir hören die Kinder um unser Zelt laufen…

Aarschot

Nachdem unsere Rucksäcke fertig waren, haben wir noch einen Kaffee mit den beiden von Warmshower getrunken. Paul hat uns danach noch den alten Klostergarten gezeigt, in dem jetzt ein Permakultur-Gartenprojekt läuft, in das er viel Zeit investiert. Der Garten ist wirklich groß und richtig bunt. So viele verschiedene Pflanzen. Es ist auch ein Ort der Begegnung und des Austausches und das sieht man in dem Garten auch.

Wir sind von dem Garten direkt an den Kanal gekommen, an dem wir noch ein Stückchen weiter gelaufen, bevor wir dann ins Land abgebogen, sind. Dort haben wir dann das erste kleine Hopfenfeld gesehen und eine kleine Hofbrauerei. Leider war die nicht offen, bzw. haben wir keinen Verkaufsraum oder so gesehen. Ich hätte das Bier gern getestet, da wir das sicher nirgends zu kaufen bekommen.

In einem kleinen Waldstück haben wir einen kleinen Igel am Rand sitzen gesehen. Er war ganz allein. Wir haben ihm etwas Apfel da gelassen, da wir unsicher waren, was das beste ist. Vielleicht war seine Mutter in der Nähe und wir haben sie nicht gesehen. Gleich nach dem Waldstück sind wir durch Apfel- und Birnenplantagen gegangen. Die Apfelbäume hingen voll mit dicken, runden, perfekten, rötlichen Äpfeln. Bei den Birnen waren noch nicht alle Bäume so weit. An einigen waren die Birnen noch ganz klein und an Bäumen einer anderen Sorte hingen schon dicke große Birnen.

Nach dem Obst kam eine große Fläche die zum Teil von Gras bedeckt war und zum Teil eckig ausgestochener Boden. Wir glauben dort wurde und wird Rollrasen gewonnen. Das sah schon etwas komisch aus diese Fläche.

In dem Ort dann haben wir unsere Mittagspause gemacht und auch noch einen Kaffee getrunken, bevor unser Weg an einem Fluss weiter ging.

Am Fluss waren ziemlich viele Fahrradfahrer unterwegs, aber nur auf einer Seite. Bei der ersten Brücke sind wir dann auf die Seite mit wenig Fahrrädern gewechselt. Auf der Seite war kein Asphalt und dadurch waren wir ziemlich allein dort. Als wir eine Pause gemacht haben, hat Thomas einen Geocaching Punkt gefunden. Wir haben unsere Blogadresse und einen Kranich dort hinterlassen.

Der Weg war nicht besonders aufregend. Der Fluss schlängelte ganz ruhig vor sich hin und wir stapften an ihm entlang. Thomas hatte Blondi und ich Marvin. Blondi wirft sich mit so viel Kraft wie sie kann in die Leine, um Thomas und Marvin zu folgen, wenn wir etwas zurück sind. Dadurch werden wir dann noch langsamer und ich genervter. Ich bin froh, dass mir Thomas Blondi gerade dann abnimmt. Marvin zieht auch, aber gleichmäßiger und lässt sich aber auch zurück schicken, damit er nicht zieht.

An der nächsten Brücke (es gab insgesamt nur zwei) sind wir dann in den Ort abgebogen, um einzukaufen. Danach war es auch nicht mehr weit zum Biwakplatz. Der Platz liegt im Wald und ist wirklich schön. Das Wasser riecht hier auch nicht komisch. Zwei Jungen kamen auch gleich zu uns und wollten gern die Hunde streicheln. Marvin lies sich das gefallen, aber Blondi bellte. Sie war müde und hat sich später auch unter einem Podest verkrochen. Sie war später glaub ich froh im Zelt zu sein.

Hier sind ziemlich viele Familien mit ihren Kindern. Wir liegen im Zelt und hören die Kinder draußen spielen.

Tildonk

Es hat die halbe Nacht ziemlich stark geregnet und Thomas hat immer wieder den kleinen See von unserem Zelt geboxt. Die Nacht war dadurch unruhig und wir erst spät wach. Die Luft war angenehm kühl und der Himmel war schon blau.

Unser erstes Ziel war dann Mecheln. Mecheln hat ein großes Stadttor, so wie Lübeck aber nicht so schön. Wir sind erstmal einen Kaffee trinken gegangen. Wir waren in einem kleinem sehr bunt gemixten Café. Jeder Tisch und jeder Stuhl sah dort anders aus. Es gab Wifi und Strom für uns und wir konnten den Weg für heute dort planen.

Unser Weg hat uns dann erstmal an den Kanal geführt und dann immer an ihm entlang. Es waren viele Fahrradfahrer unterwegs, aber es war für alle genügend Platz.

Im Sonnenschein konnten wir immer wieder Fische im Wasser stehen sehen. Die sahen ganz schön groß aus. Der Kanalweg führte auch am Zoo entlang. Vom Weg aus konnten wir Flamingos sehen. Das war schön. Nach dem Zoo haben wir unsere Mittagspause im Schatten einer Eisenbahnbrücke gemacht. Als wir da saßen, flog ein großes Militärtransportflugzeug über uns hinweg. Das Flugzeug flog ziemlich tief und nicht so schnell. Ich fand das schon etwas gruselig.

Während wir aßen, kamen auch noch ein paar junge Männer mit einem Hund an die Brücke. Als wir fertig waren, haben wir alle drei Hunde gemeinsam schwimmen lassen. Wobei der andere Hund, Basil, erst 11 Monate alt war und ziemlich unbeholfen beim Schwimmen wirkte. Es sah aus als wollte er durch das Wasser gehen und das Wasser platschte dabei ziemlich. Marvin und Blondi schwimmen eher wie Robben, ohne viele Geräusche dabei zu erzeugen.

An einer Schleuse haben wir noch einem Kontainerschiff beim Schleusen zugesehen. Als wir später dann bei der nächsten Schleuse ankamen, war es auch dort gerade dabei. Wir haben uns zugewunken und dann gab es für und noch eine Pause.

Auf dem Weg hat uns auch noch ein Rennradfahrer zu gewunken und als er von seiner Runde zurück kam, hat er Thomas angesprochen was wir machen. Ich war zu weit entfernt und die beiden haben sich beim Reden auch weiter vorwärts bewegt.

Ich hatte heute die meiste Zeit Marvin an der Leine, das war zwar einfacher, aber die letzten zwei Kilometer waren für mich trotzdem anstrengend. Marvin und ich waren beide müde und da ist das mit der Geduld so eine Sache… Marvin wollte schneller und ich wollte langsamer.

Wir haben unsren Gartenplatz über „Warm showers“ gefunden. Es ist ein wirklich schöner Garten und ein tolles, altes, großes Haus dazu. Sie haben extra für uns den Rasen gemäht, obwohl sie auch erst seit kurzem aus dem Urlaub zurück sind.

In der Nähe hören wir ein Konzert und im Himmel die Flugzeuge.

Hombeek

So eine Schnellstraße lässt sich nicht so leicht ausblenden und so waren wir heute Nacht mehr oder weniger oft wach. Auch heute morgen ging es dann zeitig los. Francois und seine Schwester kamen nochmal nach uns sehen und haben uns Äpfel mitgebracht. Als unsere Rucksäcke dann fertig waren, haben wir beim Gehen auch noch ihren Hund kennengelernt. Einen Goldenretriver. Er sprang ganz wild, obwohl er schon ein bischen älter aussah, hinter dem Zaun auf und ab.

Wir sind dann noch zur Duvel Brauerei gegangen. Erst sind wir am Verwaltungstrakt gelandet, dort hat uns eine Frau dann höflich gefragt wo wir denn hin möchten. Sie hat uns auch gleich noch den Weg zum Souvenier-Shop gesagt. Der Shop war noch zu als wir ankamen und an sich hatten wir den besseren Blick auf die Brauerei vom Verwaltungsgebäude aus. Die Gebäude waren zum Teil mit großen Zeichnungen geschmückt. Das sah alles ganz stimmig aus.

Für uns hieß es dann die Schnellstraße zu überqueren. Zum Glück gab es eine Ampelkreuzung, denn die Autos fuhren dicht an dicht und das auch noch ziemlich schnell.

Nach der Kreuzung ging es über kleine Straßen und Feldwege weiter. Auch an ein paar Schafweiden kamen wir vorbei. Auf den Weiden wuchsen wunderschöne Champions. Leider waren sie zu weit weg und leider waren sie auf Schafweiden. Schafe können einen Parasiten über den Kot übertragen, der auch auf den Pilzen dann sein kann. Und da wir gerade nicht krank werden wollen, gibt es keine Pilze für uns.

Heute war es wieder ziemlich schwüles und drückendes Wetter. Wir waren beide noch ziemlich müde von der Nacht und so haben wir nach dem Mittag noch etwas geschlafen. Unser Platz war zum schlafen nicht gerade ideal, aber wir hatten Schatten und ein Auto schützte uns vor zu vielen Blicken. Wir waren in einem kleinen Ort mit vielen Einfamilienhäusern und breiten Grünstreifen. Ein Mann hatte uns schon beim Essen angesprochen, was wir machen und wo wir heute hin möchten. Als wir mit schlafen fertig waren, kam er nochmal kurz vorbei.

Wir sind nach dem Schlafen noch ein Stückchen weiter gegangen, bis wir an einem Supermarkt zum Einkaufen kamen. Nach dem Einkaufen haben wir beschlossen schon damit anzufangen einen Schlafplatz zu suchen. Direkt hinter dem Supermarkt hat uns ein Mann angesprochen was unser Weg ist. Wir haben uns etwas unterhalten und sind dann weiter gegangen. Er hatte leider keinen Gartenplatz für uns. Bei einigen Häusern war wieder keiner da und bei einem Haus hat uns ein Mann mit starker Hundehaarallergie die Tür geöffnet. Er war super freundlich und hat auch noch die Nachbarn nach einen Platz gefragt. Er hätte uns gern einen Platz im Garten gegeben, aber mit den beiden Fellnasen funktionierte das leider nicht. Die Nachbarn haben uns an einen See verwiesen, wo die Angler immer über Nacht fischen. Da wir aber keine Angler sind und die Sprache nicht sprechen, war uns das zu unsicher.

Bei dem letztem Haus auf der Straße hatten wir Glück. Das ältere Ehepaar hatte zwar den ganzen Garten gepflastert, aber der Mann hat noch eine Straße weiter einen Rosengarten und dort stehen wir jetzt. Der Mann ist Schwerhörig, dass macht die Kommunikation etwas schwierig, aber er spricht Deutsch und auch Französisch. Wobei er sich mehr mit mir unterhalten hat. Er konnte es gar nicht richtig glauben was wir vor haben und dass wir schon so weit gelaufen sind. Später am Nachmittag kam er nochmal mit einer großen Tüte voll dicker, runder Gartentomaten. Das war so freundlich.

Wir liegen jetzt im Zelt und spüren die kühle Abendluft zu uns ins Zelt wehen.

Breendonk

Nachdem wir unser Zelt heute morgen abgebaut hatten, haben wir noch einen großen Kaffee in der Küche der Familie bekommen. Nach dem Kaffee und ein paar Fotos ging es dann los.

Es war heute früh eher trüb, aber trotzdem trocken, so dass wir ohne Regensachen laufen konnten. Die erste Zeit ging es auf kleinen Straßen und Feldwegen entlang, bevor wir wieder auf eine große Straße kamen. Da hier heute Feiertag ist, waren relativ viele Fahrradfahrer unterwegs. An der Straße zu laufen war für mich sehr anstrengend und Blondi zog ohne Pause. Im ersten Ort war ich dann schon so fertig als hätten wir zwanzig Kilometer hinter uns. Thomas hat mir dann Blondi abgenommen. Das war wirklich mein Glück heute. Marvin hat zwar auch Kraft, zieht aber nicht so ruckartig an der Leine.

Unser Weg führte dann weiter über kleine Straßen, vorbei an vielen Pferdekopeln mit kräftigen Kaltblütern, Brabanter (eine belgische Rasse). Es waren heute auch ganz viele Kutschen unterwegs. Sie alle trugen Nummern, wie bei einem Rennen. An einer schmalen Stelle ist ein Kutschpferd vor Blondi und Thomas erschrocken und seitlich ausgetreten. Zum Glück war das Pferd noch ein Stück von den beiden entfernt.

Wir sind heute auch an der geographischen Mitte Vlaanderns vorbei gekommen. Ein Jogger hat sich dort gerade gedehnt. Bei unserer Mittagspause ein Stück auf unserem Weg weiter dann, kam der Jogger zu uns und fragte ob wir Wasser für die Hunde möchten. Er wohnte nur ein Haus von der Stelle wo wir saßen entfernt. Er kam mit einem Eimer Wasser wieder und seine Kinder kamen mit. Er hat sich noch etwas mit uns unterhalten, während die Hunde glücklich über das frische Wasser waren.

Als wir weiter unterwegs waren, haben wir auf einmal einen Hubschrauber gehört. Beim Umsehen haben wir auf einem Stück Straße etwas von uns entfernt ein Radrennen vorbei rollen sehen. Eigentlich hat nur Thomas die Radfahrer gesehen. Ich war zu langsam und habe nur noch die Versorgungsautos sehen können.

Kurz vor dem nächsten Ort haben wir beschlossen nach Zeltmöglichkeiten zu fragen. Im Ort war, wie die letzten Tage auch, oft keiner da, wenn wir klingelten. Unser Zelt steht jetzt im Garten eines älteren Mannes, Francois. Seine Schwester kam auch noch vorbei, um Hallo zu sagen und den Hunden etwas zum Knabbern zu bringen. Sie wohnt neben an und hat auch einen Hund.

Wir hören Grillen zirpen und die Autobahn, die Brüssel und Antwerpen verbindet.

Baasrode

Wir haben heute mal wieder länger geschlafen als geplant. Nach dem Aufwachen ging es dann ganz in Ruhe los. Die Familie, wo wir heute im Garten standen, hat uns noch zum Frühstück eingeladen und im Anschluss haben wir uns noch ein bischen unterhalten.

Unser Weg führte uns dann über kleine Straßen und Fahrradwege in Richtung Fluss. Kurz vor dem Fluss ging es dann auf einem Deich weiter. Der Deich war so drei Meter hoch und wir hatten dadurch ein bischen Aussicht. Das Land ist hier wirklich ganz flach. Am Fluss haben wir dann verstanden, warum der Mann gestern Abend immer wieder von einem Boot gesprochen hat, als wir uns die Karte angesehen haben. Wir mussten den Fluss mit einer Fähre überqueren. Es gibt hier anscheinend wesentlich weniger Brücken als in Frankreich und Deutschland. Die Fähre fuhr jede halbe Stunde und wir mussten somit nicht lange warten. Die Überfahrt war frei. Das hat uns gefreut und ein bischen überrascht.

Die Landschaft ist hier wirklich abwechslungsreicher. Es gibt mehr Bäume und das Land wirkt wie ein Feuchtgebiet, trotz der Dürre der letzten Wochen. Der Weg führte allerdings recht schnell wieder in einen Ort und dann folgte auch schon der Nächste. Nachdem wir noch eine Brücke über einen Fluss überquert hatten, waren wir auch schon in Dendermonde. Die Stadt hat eine ganz schöne und imposante Altstadt. Wir haben dort unsere Mittagspause gemacht und sind dann auf die Suche nach einem Kaffee gegangen. Es gab dort viele Restaurants aber wir konnten so schnell kein Café oder eine Bar entdecken. Auf dem Weg aus der Stadt heraus sind wir dann aber fündig geworden. Kurz bevor wir aus der Stadt dann raus waren, haben wir noch Hundefutter gekauft. 4 kg! Ich war froh, dass Thomas den größten Teil davon getragen hat. Ich war nämlich schon ziemlich müde und hatte Muskelkater von Blondis am Rucksack ziehen. Der Weg aus der Stadt war leider nicht so schön, da wir die ganze Zeit an einer viel befahrenen Straße lang gelaufen sind. Wir hatten zwar den Fahrradweg für uns, aber laut war es trotzdem.

Ich war wirklich froh, als wir auf eine kleine Straße abgebogen sind. Dort haben wir dann auch angefangen nach einem Schlafplatz zu fragen. Oft ist keiner zu Hause wenn wir klingeln, aber an einem Haus hatten wir Glück. Wir wollten gerade wieder gehen, da keiner öffnete, da hielt ein Auto und fragte was wir wollten. Der Mann hat dann für uns bei den Leuten angerufen und meinte sie würden sich sicher freuen.

Die Familie hatte einen kleinen schwarzen Hund. Die drei haben sich gleich ziemlich gut verstanden. Die Familie war wirklich so freundlich. Wir konnten unser Zelt im Garten auf weichem Moos aufbauen und sie konnte es gar nicht so richtig glauben, dass wir alles laufen wollen und nicht wenigstens ein Fahrrad nehmen. Sie haben uns eingeladen mit ihnen zu zum Abend zu essen. Es war wirklich ein schöner Abend und ein sooo leckeres Essen. Mhh. Wir sind so froh so freundlich aufgenommen worden zu sein.

Meerskant

Es hat die ganze Nach geregnet und ich hatte Rückenschmerzen von Blondi und konnte nicht schlafen. Heute mirgen haben wir dann unsere Rucksäcke erstmal im Zelt gepackt. Als wir fertig waren hatte es auch gerade aufgehört zu regnen. Die Frau bei der wir im Garten geschlafen haben, kam zu uns und hat uns zum Frühstück eingeladen. Wir hatten ein sehr nettes Gespräch. Ihr Mann sammelt alte Mercedesmodelle. Er hat schon ziemlich viele und mit einigen fährt er auch noch.

Als unser Zelt abgebaut war und wir alles verstaut hatten, kam sie noch mit Schokobrötchen und Saft für unterwegs und hat uns verabschiedet. Das war so freundlich. Unser Weg führte dann erstmal zum Bäcker, um zum Mittag Brot zu haben. Der Bäcker war etwas entfernt und auf dem Weg dahin haben wir von Weitem eine Jurte gesehen. Vor dem Bäcker haben wir erstmal eine lange Pause eingelegt, weil es uns beiden heute nicht so richtig gut ging.

Heute sind wir ganz langsam gelaufen, d.h. langsam in der Form, dass es für mich ein angenehmes Tempo war. Das tat mir gut und ich konnte gerade am Morgen mehr auf Blondi acht geben, damit sie nicht so am Rucksack zieht. In der nächsten Stadt dann, haben wir einen Kaffee getrunken und ich war schnell Gemüse und Nudeln kaufen, während Thomas mit den Hunden in der Bar gewartet hat. Die Bar war wirklich sehr urig. An der Decke hingen lauter Bierkrüge und die Einrichtung war aus dunklem Holz. Wir haben in dem Ort auch noch Mittag gegessen, bevor wir weiter nach Donk gegangen sind.

Unser Weg führte jetzt duch ein etwas weniger bewirtschaftetes Gebiet mit vielen Weiden, Pappeln und vielen Seen. Das war wirklich eine schöne Abwechslung. An einem der Seen war ein öffentlicher Garten angelegt. Dort haben wir kurz gestoppt. Da wir das Donnern des sich näherenden Gewitters schon hörten, sind wir weiter gegangen, um einen trockenen Platz zu finden. Nicht weit von dem Garten stand ein Pavillion. Das war perfekt für uns und kurz nachdem wir angekommen sind, regnete es in Strömen. Wir hatten so ein Glück nicht naß zu werden.

Wir sind nach dem Regen weiter gegangen. Unser Weg führte jetzt viel durch Nutzwald und Weiden. Die Weiden waren jetzt aber kleiner. Es gab dazwischen dann auch immer wieder Seen mit Seerosen. Es war jetzt nicht mehr weit und nach einer kurzen Pause waren wir tatsächlich sehr schnell da. Wir sind mussten nur noch an einem Wald vorbei und zwischen ein paar kleinen Feldern entlang. Dann waren wir auch schon auf der Straße angekommen und somit gleich da.

Wir sind hier herzlich aufgenommen wurden und haben einen schönen Platz für unser Zelt im Garten.