Fretzdorf

Die Nacht war heute ziemlich frisch, aber mit noch einem Pulli mehr an, wurde es wieder kuschelig. Der Morgen startete wieder ruhig und nachdem alles gepackt war, waren wir bei der Familie noch nach Wasser fragen und haben uns bei einem Kaffee noch etwas unterhalten.

Dann ging es los. Aus dem Ort raus, auf einer wenig befahrenen Straße, in Richtung Wald. Nach einem Stück, haben wir eine kurze Pause gemacht, um nach Pilzen zu sehen. Es gab wieder richtig viele verschiedene, aber statt zu sammeln haben wir Fotos gemacht. Die Straße führte uns in den nächsten Ort. Dort am Picknickplatz gab es dann direkt unsere Mittagspause. Da es immer noch recht frisch war, haben wir nur schnell gegessen und sind weiter gelaufen.

Die Straße verwandelte sich langsam in eine Schotterpiste und führte in den nächsten Wald. Der Wald wirkte jetzt relativ dunkel und war großteils eingezäunt. Kurz bevor wir den Wald verließen stand eine Hirschkuh vor uns auf dem Weg. Etwas später haben wir sie mit einer zweiten durch die Bäume weg rennen gesehen.

Hinter dem Wald begannen die ersten Häuser des nächsten Ortes, wobei der Ortskern noch etwas entfernt war. Wir mussten die Autobahn noch auf einer Brücke überqueren, bevor wir langsam mehr vom Ort sahen.

Im Ort gibt es eine kleine Kirche und einen großen Dorfplatz. Eine ältere Frau erklärte uns, dass es kein Pfarrhaus hier gibt und sagte uns wo der Fußballplatz ist. Dort stehen wir jetzt mit unserem Zelt. In der Ferne rauscht die Autobahn und ab und zu spazieren Menschen mit ihren Hunden an uns vorbei.

Wulkow

Heute morgen waren schon früh Menschen und Autos auf der Straße zu hören. Wir konnten aber zum Glück noch eingekuschelt liegen bleiben. Langsam ist es morgens schon recht kühl und wir rutschen etwas enger im Zelt zusammen. Wenn wir aufstehen erwartet uns aber bis jetzt meist die Sonne.

Wir waren heute morgen zum Frühstück im Pfarrhaus eingeladen. Dort war es nicht nur schön warm, sondern wir hatten auch ein gutes Gespräch. Dazu gab es leckeren Kaffee und Brötchen. So gut gestärkt sind wir erstmal in Richtung Baumarkt gelaufen. Wir brauchten neues Gas und waren gleich noch Vorräte auffüllen. Wir tragen jetzt für vier Tage Lebensmittel mit uns, da die nächsten geplanten Orte keinen Laden haben. Das sagt zumindest Google-Maps.

Für Blondi gab es noch ein dickes Gummiband als Leine. Ich bin mit der neuen Konstruktion gerade super Glücklich. Blondi zieht dadurch nicht mehr so plötzlich an der Leine und mir. Das entspannt das Laufen wirklich.

Die ersten Kilometer ging es auf einem Fahrradweg entlang, bevor wir in den Wald abbogen. Der Wald war wieder ein ein schöner Mischwald und die Hunde hatten auch gleich Wildgeruch in der Nase. Eigentlich wollten wir den Wald durchqueren, aber der geplante Weg wurde von einem kleinen Fluss, ohne Brücke durchkreuzt. Da wir nicht zurück gehen wollten, haben wir unser Tagesziel angepasst. Der neue Ort lag nicht so weit entfernt von der geplanten Strecke und wir konnten erstmal ein ganzes Stück dem Fluss folgen. Marvin war glücklich zwischendurch sich immer mal im Fluss abzukühlen.

Kurz bevor wir den Wald verließen haben wir an einer Stelle noch ganz viele Steinpilze gefunden. Wie immer haben wir nur so viel, wie wir für eine Mahlzeit brauchen mitgenommen. Die ganz kleinen und ganz großen haben wir stehen gelassen.

Um in den Ort, Wulkow, zu kommen, mussten wir noch ein kleines Stück Straße laufen. Der Ort ist wirklich süß. 70 Leute leben hier und es gibt eine „Dorfwiese“ mit Picknickplatz und Volleyballfeld. Dort steht jetzt unser Zelt. Im Ort ist heute auch Herbstfeuer. Die Stimmung ist freundschaftlich und ausgelassen. Bei der Familie, wo wir nach dem Platz gefragt haben, haben wir noch einen Kaffee und Kuchen bekommen und konnten sogar duschen. Es war ein schöner Nachmittag dort und wir haben ganz viele Fragen zu unserer Reise beantwortet. Ich finde es total spannend, dass wir auch immer wieder andere und neue Fragen gestellt bekommen.

Da unser Kocher, trotz neuem Gas, gerade nicht so gut geht, konnte Thomas die Pilze sogar in der Küche braten. Dadurch waren heute die Pilze noch warm, als die Nudeln fertig waren. Ein Mann aus dem Ort hat uns auch noch frische gekochte Eier geschenkt und einige Männer, die das Feuer vorbereitet haben, waren immer mal wieder gucken, was wir so machen. Auch die Töchter der Familie, haben für Marvin und Blondi Kauknochen mitgebracht und haben sich unsere Zeltorganisation angesehen.

Als die Familie zum Herbstfeuer gegangen ist, haben sie noch gefragt ob wir mitkommen wollen. Wir waren aber schon eingekuschelt.

Jetzt hören wir ab und zu Stimmen, die über die Wiese gehen und einen Hund in der Ferne bellen.

Kyritz

Heute morgen sind wir im Nebel gestartet. Es ging erstmal durch den Ort. Der Ort war viel größer als ich erst dachte. Es gab nicht nur Bäcker und Fleischer, sondern auch einen kleinen Laden.

Aus dem Ort raus, sind wir dem Fahrradweg in den nächsten Ort gefolgt. Am Spielplatz hinter der Feuerwehr haben wir eine kurze Pause eingelegt. Der Nebel war mittlerweile nicht mehr ganz so dick, aber richtig hell wurde es auch nicht. Der Straße weiter folgend ging es noch in den nächsten Ort, bevor wir auf einen Schotterweg abbogen. Dann ging es zwischen Wiesen weiter und immer wieder waren auch Hecken und kleine Wälder unsere Begleiter. Die Blätter an den Bäumen leuchteten wundervoll gelb. Ein Stück ging es zwischen Pferdekoppeln und Bäumen entlang. Das war ein wirklich schöner Weg. An einer Stelle konnten wir sogar Kraniche auf dem Feld beobachten. Das war so gut.

Im nächsten Ort haben wir dann Mittagspause gemacht. Es war ein ganz süßer Ort und wundervoll ruhig. Nach der Pause ging es entlang eines ganz wild aussehenden Waldes weiter. Der Wald war dazu noch perfekt herbstlich bunt gefärbt. Der Weg war gar nicht so lang und schon waren wir im nächsten Ort. Von dort aus war der Weg nicht ganz so schön. Wir sind auf dem Fahrradweg an einer etwas größeren Straße entlang.

In Kyritz angekommen, sind wir in Richtung katholische Kirche gegangen. Wir wollten dort nach einem Platz für unser Zelt fragen. Da wir erst keinen angetroffen haben, hat Thomas dort gewartet, während ich schnell Hundefutter kaufen gegangen bin. Während ich weg war kam eine sehr nette Frau aus der Gemeinde, die Thomas angesprochen hat und mir dann ans Telefon gegeben hat, um alles zu erklären. Ich war da auch schon auf dem Rückweg und wir haben noch kurz vor der Kirche miteinander gesprochen. Sie hat uns die Nummer vom Pfarrer gegeben. Der Pfarrer war dann am Telefon nicht so nett. Er wollte nicht, dass wir unser Zelt dort aufschlagen, weil er erst so spät zurück kommt. Die Gemeinde hat auch Zimmer für Pilger, aber auch das geht anscheinend nur, wenn der Pfarrer da ist. Ich war danach ganz schön genickt. Das hätte ich echt nicht erwartet. Jetzt war es auch schon relativ spät und wir hatten keinen Platz.

Wir sind dann noch bei der evangelischen Kirche fragen gewesen. Dort war es zum Glück in Ordnung, dass wir unser Zelt im Garten aufschlagen. Ich war so froh. Ich war heute ziemlich müde, da ich die ganze Zeit das Gefühl hatte ziemlich schnell zu laufen.

Vorhin haben wir die Orgel in der Kirche noch spielen gehört. Das hat sich so schön angehört. Jetzt liegen wir eingekuschelt im Zelt und hören draußen noch ein paar Stimmen und vereinzelt Autos auf der Straße.

Breddin

Heute früh hing noch etwas Nebel in der Luft, aber der Himmel verriet uns schon sein blau.

Wir haben in Ruhe unsere Sachen gepackt und wurden dabei von den Rufen der Gänse und Kraniche begleitet. Dann ging es los. Mit Sonnenschein sind wir in Richtung Stadt und durch sie durch gegangen.

Kurz hinter der Stadt begann der Wald. Ein paar Männer standen vor ihm. Wir hatten schon etwas Bange, dass gejagt wird. Die Männer verneinten jedoch und meinten es wird nur Holz gefällt. Im Wald haben wir die Maschinen dann arbeiten gehört.

Der Wald wechselte immer wieder zwischen Misch- und Nadelwald. Auf dem Weg waren überall Spuren von Wildschweinen zu sehen. Der Weg war wirklich breit und der Untergrund immer wieder sandig. Neben dem Weg waren ein bis zwei Meter moosbedeckten Untergrundes, den die Wildschweine ordentlich durcheinander gebracht haben. Aber auf dem Weg konnten wir auch richtig gute, große und kleine Fußabdrücke der Schweine entdecken.

Während unserer Mittagspause im Moos, hörten wir lange Kraniche über uns. Sie waren jedoch zu weit entfernt, um sie zu entdecken. Nach der Mittagspause haben wir dann die ersten Pilze gefunden. Wir haben unsere erste Grause Glucke und unsere ersten Butterpilze entdeckt. Die Grause Glucke haben wir aber im Wald gelassen, weil wir nicht wussten, wie wir sie zubereiten müssen. Von den Butterpilzen haben wir heute ganz viele gefunden. Sie zogen sich immer wieder, wie an einer Kette, neben dem Weg entlang. Wir haben aber auch alte Bekannte wieder gefunden, wie den Rotfuß-Röhrling, die Ziegenlippe und kleine Steinpilze. Es war wirklich schön, sie zwischen dem Gras zu entdecken.

Der Weg war auch immer wieder von verschiedenen Bäumen gesäumt, die farbliche Akzente in den nun andauernden Nadelwald brachten. Mal waren da Birken oder große Eichen oder Ahorn mit wunderschön gefärbten Blättern oder auch Buchen deren Blätter gelb und rot gefärbt waren. Der Boden war neben dem Moos auch von kleinen Heidelbeerstreuchern bedeckt und wirkte dadurch kuschelig und grün.

Kurz bevor wir den Wald verließen, haben wir noch einen kleinen Fluss überquert. Um ihn herum war alles wunderbar grün.

Jetzt waren wir auch schnell in Breddin. Das war auch höchste Zeit, da unser Wasser alle war und wir Durst hatten.

Unser Zelt steht jetzt bei einer Familie im Garten, neben einem großem Nussbaum.

Havelberg

Wir haben uns heute früh für einen Pausetag entschieden. Nachdem wir spät gefrühstückt hatten, haben wir ganz in Ruhe unser Zelt aufgeräumt und waren duschen.

Dann haben wir uns etwas die Stadt angesehen und sind in Richtung Dom geschlendert. Der Ausblick vom Domplatz war toll. Der Dom wirkte für die Stadt aber ziemlich überdimensioniert. Es waren bei dem schönem Wetter nur wenig Leute unterwegs und so standen wir ziemlich verlohren vor dem hohen Domturm.

Nachher waren wir noch schnell einkaufen und schon ging es wieder zurück.

Am Campingplatz angekommen warteten die Hunde ganz ruhig auf uns. Die Nachbarn dachten, wir haben sie mitgenommen.

Am Nachmittag hat mich nochmal eine Migräne erwischt. Also lag ich erstmal im Zelt. Ansonsten haben wir wirklich nicht so viel gemacht. Wäsche gewaschen und Fotos auf Instagram gestellt.

Jerzt liegen wir im Zelt, hören draußen einen Kauz rufen und Thomas guckt das Fußballspiel auf dem Telefon.

Havelberg

Heute morgen bin ich mal wieder mit Kopfschmerzen aufgewacht und auch Thomas hatte welche. Wir haben in Ruhe unsere Sachen gepackt und sind dann los gegangen. Davor bin ich nochmal schnell zu der Frau gegangen, die uns gestern die Marmelade geschenkt hat und habe ihr den Beutel und das leere Apfelmusglas mit einem Kranich gebracht und vor die Tür gestellt.

Kurz nach dem Start hat mir Thomas Blondi abgenommen, da meine Kopfschmerzen nicht besser wurden und Blondi unglaublich zog. Ich war froh erst nur mit Marvin laufen zu müssen und später dann sogar ganz ohne Hunde.

Der Weg an sich war schön. Er ging zwischen Wiesen entlang und war immer wieder von Hecken und Bäumen gesäumt. Die Sonne schien dazu auch. Thomas hat heute 29 Rehe gezählt. Zwischendrin haben wir ein paar sehr idyllisch liegende Häuser mit großem Garten passiert.

Wir waren relativ zügig heute unterwegs. Mittags waren wir schon an der Fähre nach Sandau. Die fuhr zum Glück auch. Als wir ankamen waren gerade hunderte Gänse in der Luft und kreisten über der Elbe. Das war so beeindruckend.

Die Fähre bewegte sich dann so ruhig, dass wir richtig verwundert waren als wir das andere Ufer fast erreicht hatten. Wir hatten die Bewegung gar nicht gespürt. In Sandau haben wir dann erstmal Mittagspause gemacht. Da unser Brot alle war, haben wir Nudeln gekocht. Das war ein wirklich leckeres Mittagessen.

Dann ging es über dem Deich in Richtung Wald. Der Weg durch den Wald war wirklich zauberhaft. Das bunte Laub und die Sonne machten so ein schönes Licht.

Wir waren dann auch schnell in Havelberg. Die Stadt macht einen sehr schönen ersten Eindruck. Den Nachmittag haben wir dann aber auf dem Campingplatz verbracht, um etwas auszuruhen. Morgen früh sehen wir uns dann die Stadt an.

Schwarzholz

Heute morgen war es noch ganz ruhig im Ort, als wir aufgebrochen sind. Aus dem Ort raus ging es über einen Feldweg weiter. Der Weg führte in eine kleine Baumgruppe und leicht einen Hügel hoch. Oben angekommen öffnete sich der Blick auf viele Windräder.

Wir waren ziemlich schnell unterwegs und so haben wir im nächsten Ort eine lange Pause in der Sonne am Angelteich gemacht. Das war gut. Wir hatten uns ja nur 8km für heute vorgenommen und so hatten wir viel Zeit.

Nach dem Ort ging der Weg zwischen Feldern weiter. Rechts und links vom Weg waren wilde Hecken und einige Bäume. Das Licht erschien ganz golden durch die Blätter. Der nächste Ort war schon unser Ziel. Der Ort wirkte durch die großen Hoftore sehr verschlossen. Wir brauchten auch eine Weile, bis wir jemanden zu Hause antrafen. Die Frau wirkte schon total genervt, als sie uns sah und meinte dass es im nächsten Ort eine Schlafmöglichkeit gibt. Auf mein erwiedern, das es zu weit für uns heute ist, wurde sie nicht wirklich freundlicher. Thomas Knie tat heute wieder etwas mehr weh und auch mein Arm brauchte eine Pause, da Blondi den ganzen Tag gezogen hat.

Die nächste Frau verwies uns an den Spielplatz. Der Spielplatz war für sich keine schlechte Idee, nur mit den Hunden ist das da immer schwierig.

Wir haben dann hinter der Feuerwehr einen Platz mit Bänken gefunden. Es wirkte wie ein kleiner Festplatz. Dort haben wir unser Zelt aufgeschlagen.

Später war ich noch bei einer Nachbarin nach Wasser fragen. Sie war super freundlich und hat uns auch noch Marmelade und Apfelmus gegeben. Der Apfelmus war super lecker und der perfekte Nachtisch.

Lindtorf

Heute morgen schien schon die Sonne als wir startetet. Wir haben uns noch kurz verabschiedet und dann ging es los. Die Sonne war noch nicht so warm und es war noch ganz ruhig im Ort.

Die Straße verwandelte sich nach dem letztem Haus langsam in eine Schotterpiste, die von einer Hecke gesäumt war. Bei einer Pause hatten wir kurzzeitig so guten Handyempfang, dass wir schnell unsere Tickets für die Fähre gebucht haben. Jippi! Das fühlt sich gut an. Wir brauchen jetzt nur nochmal bisschen mehr Empfang, um den Rest zu organisieren.

Der Weg führte um einen kleinen Sportflugplatz herum und dann durch Hügel von Schotter. Kurze vor dem nächsten Ort verwandelte sich die Schotterpiste langsam wieder in eine Straße. Der Ort war wirklich schön und hatte am Ortshaus einen Schattenplatz und Bänke für uns. Das war gut.

Als wir aus dem Ort kamen, haben wir das Tierheim passiert. Dort waren gerade ein paar Leute dabei mit den Hunden spazieren zu gehen. Blondi wollte am Liebsten allen Hallo sagen und hat wie wild gebellt und gezogen. Das fand natürlich niemand wirklich schön. Ich bin mit ihr dann ganz langsam hinter her gegangen und habe bei jedem bellen gestoppt. Bis wir dann an der Stelle mit den anderen Hunden waren, waren die schon lange weg. Überhaupt war es heute wieder sehr anstrengend mit Blondi. Ich habe die Leine gerade die ganze Zeit in der Hand, da ich Angst habe, dass sie mir den Rucksack noch mehr kaputt macht. Dadurch zieht sie aber die ganze Zeit an meinem Arm und ich kann nur mit einem statt zwei Stöcken laufen. Das ist keine gute Kombination.

Als wir an den Hunden vorbei waren, haben wir Kraniche über uns in der Luft gehört. Es war eine etwas größere Gruppe, die über uns kreiste. Vor dem blauen Himmel sah das wunderschön aus.

Unsere Mittagspause haben wir dann an einem Fluss, unter einer Eiche gemacht. Dort war es schön ruhig. Wir haben dort etwas nach Pilzen geguckt, aber selbst in der Nähe des Flusses war es zu trocken. Der Boden ist hier sehr sandig, so dass er nur schlecht das Wasser hält. Es gab noch einen kleinen mit Schilf bewachsenen Graben, aber auch dort haben wir nichts, außer einem nassen und nach schlamm riechenden Marvin gefunden.

Den nächsten Ort haben wir nur kurz am Rand gestriffen. An einem Haus haben wir auf einer Bank Pause gemacht. Der ältere Mann der dort im Garten war, wollte gern wissen was wir machen. Erst konnte er uns nicht so richtig glauben bis er hörte, dass wir schon über vier Monate unterwegs sind. Das fand er dann sehr mutig. Er dachte erst, es sei nur eine fixe Idee und wir wollen ihn vereiern.

Nach dem Ort ging es auf einem Feldweg weiter. Der Weg war zum Glück großteils von Bäumen und Hecken gesäumt, so dass wir immer wieder Schatten hatten. Kurz ging es auch nochmals in einen kleinen Wald. Nach dem Wald kamen wir an einem riesigen Kuhstall vorbei und gleich darauf waren wir im nächsten Ort. Der Mann, den wir fragten, sagte uns eine Wiese hinter der Feuerwehr und er würde, den Feuerwehrobersten anrufen, damit er Bescheid weiß, dass wir dort sind. Auf der Wiese ist auch noch ein Spielplatz und ein kleiner Fußballplatz. Es waren aber keine Kinder da, die hier spielten.

Von dem Nachbarn haben wir noch Wasser bekommen und dann hatten wir einen ganz ruhigen, sonnigen Nachmittag.

Jetzt ist es wieder dunkel und draußen ist es ganz ruhig.

Uenglingen

Heute früh ging es wie immer in Ruhe los. Beim Zeltabbau hatten sich drei Zecken im Zelt verbissen. Sie hofften wohl durch das Zelt an Marvin zu kommen. Nachdem wir uns verabschiedet hatten, ging es in Richtung Tankstelle. Auf dem Weg war ich noch kurz beim Bäcker. Die Frau hatte uns gestern beim Ankommen in der Stadt schon gesehen. Wir kamen kurz ins Gespräch, bis die nächsten Kunden kamen.

An der Tankstelle haben wir nach etwas Pappe gefragt. Auch die Frau an der Tankstelle war sehr freundlich und hatte auch ein Stück Pappe für uns. Nachdem wir Stendal gut leserlich und groß auf die Pappe geschrieben haben, haben wir uns gegenüber der Tankstelle am Straßenrand postiert. Und gewartet und gewartet und gewartet… Nach mehr als 1,5 Stunden hat eine Frau mit ihrem behinderten Sohn gehalten. Sie hatte zum Glück für uns Marvin und Blondi nicht gesehen, obwohl sie sich so schön neben unsere Rucksäcke gesetzt hatten. Wir waren froh bis in den nächsten Ort mit fahren zu können. Wir haben uns etwas unterhalten und so waren wir auch ganz schnell da. Die Frau lebte früher in Greifswald. Das war ein schöner Zufall. Sie hat uns an einer Ausfahrtstraße nach Stendal raus gelassen, so dass wir uns direkt dort platzieren konnten. Wir hatten uns noch nicht mal richtig eingerichtet, da hielt schon das nächste Auto. Ein weißer VW-Bus. Das war wirklich ein Glück für uns. Die beiden hatten uns gesehen, als wir auf dem Stück Weg zu unserem neuen Platz waren. Sie kamen aus dem Kreis Celle von einer Jugendhilfeeinrichtung. Das Mädchen wurde gerade nach Stendal zu einer Freundin gebracht und die beiden dachten sich sie haben genügend Platz für uns und die Hunde. Das war auch eine sehr schöne Fahrt. Die bunten Blätter an den Bäumen machten das Licht dazu noch ganz golden.

In Stendal mussten wir noch Hundefutter kaufen. Auf dem Weg zum Zoogeschäft sind wir an einem kleinen See mit Park ringsrum vorbei gekommen. Auch haben wir ein paar wirklich schöne Altbauhäuser passiert, bevor wir in das Plattenbaugebiet kamen. Aber auch die meisten Plattenbauten sahen restauriert und erneuert aus.

Als Thomas vor dem Zoofachhandel wartete, hat er für die Hunde Leckerlis geschenkt bekommen. Und als wir nachher dort noch kurz unser Mittag aßen sogar noch etwas Hundefutter. Der Mann hatte es extra für unsere beiden Hunde gekauft, er selbst hatte für seine Katze gerade Futter geholt. Das war wirklich so freundlich.

Wir sind dann auch noch für uns neue Lebensmittel einkaufen gegangen. Auf dem Weg dahin haben wir ein paar doofe Sprüche wegen unser Wandersachen von einem angetrunkenen Mann bekommen. Der war zum Glück ein Stück entfernt von uns, so dass wir ohne Problem einfach weiter gehen konnten. Auf dem Rückweg vom Supermarkt kam von ihm natürlich nochmal ein Spruch. Wir waren dann noch schnell neues Gas kaufen, bevor wir die Stadt verlassen haben. Ich war danach etwas schlecht gelaunt, weil sich für mich in dem Moment alles so unorganisiert angefühlt hat. Thomas hatte aber recht, wir hatten einen guten Tag und waren nicht so schlecht vorbereitet, wie ich mich fühlte.

Der Weg aus der Stadt führte uns am Bismarck Turm vorbei, so dass wir wenigstens etwas von den Sehenswürdigkeiten gesehen haben.

Da es heute so warm war und die Sonne den ganzen Tag schien, waren wir froh, dass der Fahrradweg im Schatten lag. In Uenglingen haben wir dann angefangen nach einem Schlafplatz zu fragen. Wir wurden zum Pastorenhaus verwiesen, als wir zwei Leute auf der Straße fragten, ob sie einen Platz kennen. Wir sind jetzt im alten Pastorenhaus und schlafen im Gemeindesaal. Hier wohnt zwar keine Pastorin, aber eine sehr nette Frau, die uns die Tür geöffnet hat. Wir konnten hier sogar duschen. Das tat so gut.

Im Gemeindesaal steht auch ein Klavier und Thomas hat ganz überraschend angefangen zu spielen. Das hat sich so schön angehört. Und so unmusikalisch wie er sich immer hält, ist er gar nicht. Das war so eine schöne Überraschung heute.

Jetzt liegen wir in den Schlafsack gekuschelt und neben uns brummt der Kühlschrank. Wir sind so froh über diesen Platz hier.

Letzlingen

Heute morgen hing nur leichter Nebel in der Luft und die Spinnennetze auf der Wiese glänzten silbrig von der Sonne.

Wir sind heute morgen relativ früh aufgebrochen. Das Wetter war super und so ging es wieder in Richtung Wald. Wir waren gar nicht so lange im Wald unterwegs, als wir an den Rand des Truppenübungsplatzes kamen. Unsere Karte sagte, wir sollen den überqueren. Die Schilder sagten aber etwas anderes. So sind wir erstmal von unserem Weg abgebogen und haben gehofft einen offiziellen Weg über das Gelände zu finden. An einem Waldweg haben wir dann gestoppt und unser heutiges Ziel umgeplant. Das gute war, dass an der Stelle wunderschöne Birkenpilze wuchsen. Das war wirklich perfekt. Ich hatte mir so gewünscht welche zu finden.

Wir sind dann weiter durch den Wald aber etwas mehr in die andere Richtung des Platzes. Wir mussten noch eine große Straße überqueren, bevor es gemütlich durch den Wald weiter ging. Es war wirklich sehr trocken und warm heute und auch der Wald sah oft sehr trocken aus. An den etwas feuchteren Stellen wuchsen gleich verschiedene Pilze.

Nach dem Wald ging es an Feldern und Wiesen vorbei. Es fühlte sich an, als kommt hinter den nächsten Bäumen gleich das Meer. Der Boden war dazu sehr sandig. Perfektes Strandwetter also. Kurz vor der Stadt hörten wir auch noch Kraniche über uns fliegen. Und nach einem Moment konnte wir sie auch am blauen Himmel sehen. Es war eine relativ kleine Gruppe, die da über uns kreiste.

Im Ort angekommen haben wir dann, wie immer, einen Platz für unser Zelt gesucht. Wir stehen jetzt bei einer Familie die einen ziemlich großen Gemüsegarten hinter dem Haus hat. Vom Garten aus kann man auf die Schlosskirche blicken. In der Abendsonne leuchtete sie wunderschön.

Thomas hatte für uns wieder die gefundenen Pilze gebraten, das schmeckte so gut. Mhh… und dabei mag ich Pilze sonst eigentlich nicht so.

Jetzt liegen wir wieder im Zelt und hören die Straße vor dem Haus rauschen.