Strandfunde

Die Überschrift hört sich erstmal verlockend an. Bei Strandfunden denke ich an Muscheln, Steine, Hühnergötter und Donnerkeile, jedoch weniger an Müll. Aber darum soll es hier jetzt gehen.
Es ist unser Müll, auch wenn wir noch so viel sortieren, unser System ist nicht gut. Wir verkaufen den Müll weiter, verschiffen ihn und verlieren ihn. Wir verlieren ihn auch jeden Tag, ohne ihn zu verschiffen. Da fällt mal eben etwas Bonbonpapier oder besser Folie aus der Tasche und wird nicht aufgehoben oder uns fliegt ein Luftballon davon. Mhh im ersten Moment vielleicht ärgerlich, aber nicht zu ändern. Oder wir lassen gleich ganz viele Luftballons mit Glückwünschen ganz bewusst starten. Und die fliegen in Richtung Meer und landen darin. Ein besonders eindrucksvolles Exemplar haben wir hier letztens am Strand gefunden. Es kommt aus dem deutschsprachigen Raum und hat den Weg nach Lettland gefunden.
Oft finden wir auch die Schleifenbänder mit Luftballonresten. Was wir dagegen tun können? Es erstmal wahrnehmen. Danach sieht man nämlich den Müll wirklich überall liegen. Im nächsten Schritt kann man den Müll aufheben und zum nächsten Mülleimer bringen. Es gibt zum Beispiel den Verein Ozeankind e.V. [Werbung], denen man die gesammelten Müllmengen melden kann. Das vermittelt ein Gefühl von Gemeinschaft. Wer nicht gern allein sammelt, kann zum Beispiel „Clean ups“ organisueren oder zu „Clean ups“ gehen. Zusammen mit anderen geht es schneller und macht Spaß. Selbst wenn man jeden Tag nur den Müll auf seinem täglichen Weg aufhebt, bewegt man schon etwas.
Wenn man natürlich erst gar keinen oder nicht viel Müll produziert, hilft man der Natur. Zero waste ist hier das Zauberwort. Und wenn man sich erstmal eine Sache vornimmt, ist ein Anfang gemacht.
Auch auf Reisen ist vieles möglich. Wir sammeln ab und zu Müll. Das schaffen wir nicht jeden Tag und auch nicht lang, denn mit 15 bis 20 Kilogramm auf dem Rücken sich zu bücken und wieder aufzustehen ist schon sportlich. Da es oft nicht gleich einen Mülleimer gibt, tragen wir unsere gesammelten Werke auch oft noch ein Stück mit uns. Das für uns gerade einfachste ist gar nicht erst so viel Müll zu produzieren. Wir kaufen Gemüse lose und haben dazu dünne Baumwollbeutel dabei. Unsere Metalltassen nutzen wir, wenn möglich auch für den Kaffee am Kiosk. Manchmal sind wir dafür aber auch zu langsam. Oft gibt es hier auch in Cafés Pappbecher(besonders auf Campingplätzen). Gerade dort lohnt sich das fragen nach einer Tasse oder das anbieten der eigenen.
Plastik fällt bei uns trotzdem an. Nudeln und Hundefutter ist normalerweise verpackt, wenn wir nicht gerade einen Unverpacktladen finden. Die Verpackung nutzen wir mindestens noch als Müllbeutel oder zum Verpacken von anderen Dingen.
In unserer Waschtasche gibt es Bambuszahnbürsten, festes Deo, Zahnputztabletten und Seife. Alles können wir ohne Plastikverpackung kaufen. Wir sind nicht perfekt, aber jeder noch so kleine Schritt zählt.

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