Kolka

Heute ging es weiter. Wir sind, nachdem alles gepackt war, zum Bus nach Kekava gelaufen. Das ist so eine halbe Stunde zu Fuß. Wir hatten Glück und der Bus kam gerade an, als wir die Haltestelle erreichten und wir hatten doppelt Glück, dass er uns mitgenommen hat. Der Bus wurde bis Riga richtig voll und mit unseren Rucksäcken und den Hunden verbrauchen wir ein bisschen mehr Platz. Wir saßen dann ganz hinten, mit den Hunden zwischen den Füßen, den Rucksäcken auf dem Schoß und im Gang. Neben uns saß eine ältere Frau mit ihrer Enkelin. Die beiden haben uns auch noch etwas Platz gemacht, so dass die Hunde nicht ganz so eingequetscht waren. Achso der Bus war wieder so ein Minibus. Der ist etwas größer und Länger wie ein Transporter und hat so 20 Sitzplätze.

In Riga mussten wir uns erstmal orientieren mit welchem Bus es weiter geht. Wir hatten noch etwas Zeit und haben den nächsten dann genommen. Das war auch ein Minibus, aber er war nicht ganz so voll. Der Fahrer hatte es nur sehr eilig und alle mussten schnell einsteigen und dann bei der Fahrt zum Bezahlen hin gehen. Die Fahrt dauerte nicht lange, da wir in Jurmala umsteigen mussten. Wir hatten noch eine Stunde Zeit bis zum nächsten Bus und haben erstmal etwas gegessen.

Der nächste Bus hatte etwas Verspätung. Und als er ankam hat er uns nicht mitgenommen, da er keine Sitzplätze mehr frei hatte. Die beiden Männer nach uns konnten aber mitfahren. Sie konnten sich aber auch richtig verständigen. Für uns hieß es jetzt nochmals 1,5 Stunden warten.

Wir haben noch am Bahnhof, der gegen über lag, nach einem Zug gefragt, leider gab es keine Züge in unsere Richtung. Am Bahnhof war aber mehr Schatten und Wind, da er direkt am Fluss liegt. Also haben wir dort gewartet. Außerdem gab es im Bahnhof Toiletten und somit Wasser für uns. Als wir dann an der Bushaltestelle warteten, kam die ältere Frau mit ihrer Enkelin aus Kekava an uns vorbei gelaufen. Sie waren in Riga anscheinend eher in einen Bus nach Jurmala gestiegen. Wir haben uns angelacht und gewunken.

Der nächste Bus hat uns dann auch mitgenommen, auch wenn ich den Busfahrer zur Verzweiflung gebracht habe. Erst schon, dass wir bis Kolka fahren möchten, dann unsere Hunde und Rucksäcke, Englisch, das verstand er zwar, sprach aber nicht mit uns, und dann hatte ich nicht genügend Bargeld dabei und musste mit Karte zahlen. Ich wusste nicht, dass es im Bus getrennte Kassen für Karten- und Bargeldzahlungen gibt. Also musste er unser Ticket nochmals stornieren. Da hat er doch ganz schön drüber geschimpft. Letztendlich habe ich die Tickets für die Hunde bar gezahlt und unsere mit Karte. Der Bus war zum Glück etwas klimatisiert, denn draußen waren es 30 Grad und Gewitterstimmung. Die Busfahrt dauerte dann 4 Stunden, da dieser Bus erst etwas in Landesinnere fuhr. Der erste Bus hätte nur 2,5 Stunden gebraucht.

Die Busfahrt war aber sehr gut. Wir konnten wunderschöne Landschaft, Wälder, Felder und süße kleine Orte bestaunen. Schöne Gärten, alte Bauernhöfe und Gutshäuser und sogar einen Fuchs. Die Busfahrt hat uns auf jeden Fall mit Lettland versöhnt. Es ist im Hinterland wirklich wunderschön und grün. Leider gibt es kaum Wanderwege und wenn sind diese nicht in unseren Karten eingezeichnet. Für Radfahrer gibt es hingegen viele Wege und extra Radkarten.

Als wir mit dem Bus unterwegs waren fing es an zu regnen und zu gewittern. Einen hell leuchtenden Blitz konnten wir vom Bus aus sehen und etwas später, als der Küste näher waren, einen Regenbogen über dem Meer.

Kurz vor dem Ziel, als wir nur noch die einzigen Fahrgäste waren, stieg ein finnischer Backpacker ein. Er fuhr mit dem Bus zum nächsten Campingplatz. Die Begegnung war nur kurz und irgendwie etwas wirr. Er hat wohl auch schon am Strand gezeltet, obwohl er wusste, dass dies verboten ist. Ich finde das nicht gut. Ich finde wir sind zu Gast in diesem Land und sollten uns an die Regeln, die wir kennen, halten. Es drückt auch den Respekt gegenüber den Menschen hier aus und es bewahrt das „Jedermannsrecht“ (auch wenn es hier glaub ich nicht so heißt). In Riga im Outdoor-Laden haben sie uns erzählt, dass man bis 300 Meter hinter der Küstenlinie nicht zelten darf, auch wenn es kein gesondert ausgezeichnetes Naturschutzgebiet ist. Das wussten wir bis dahin auch nicht, aber wir sind auch nur durch Naturschutzgebiete bis jetzt gekommen. Komisch ist manchmal nur, dass es trotz Zeltverbot und Natuschutzgebiet erlaubt ist Häuser und Campingplätze bis zur Küste zu bauen. Das ist gerade im Naturschutzgebiet besonders schade.

In Kolka mussten wir erstmal zurück zum Ortseingang laufen, da wir einen Supermarkt brauchten und der an der Bushaltestelle schon zu hatte. Der Ort ist nicht groß, hat aber drei Kirchen, eine orthodoxe, eine katholische und eine protestantische. Wir sind auch an der Bibliothek, dem Rathaus und einem Informationszentrum vorbei gekommen. Die Frau im Supermarkt war sehr freundlich und auch die Nachbarin. Ihr kleiner Hund bellte uns durch den Zaun an und sie guckte auf unsere Rucksäcke und wie wir gerade unseren Einkauf verstauten. Thomas hat sie dann nach Wasser gefragt und sie hat uns unseren 6 Liter Wassersack aufgefüllt.

Dann ging es ans Schlafplatz suchen. Am Leuchtturm war leider kein Platz und an der kleinen katholischen Kirche auch nicht. Wir wollten ursprünglich zur protestantischen Kirche, sind dann aber am Sportplatz vorbei gekommen und haben dort unser Zelt aufgeschlagen. Der Sportplatz ist wirklich schön und groß. Es gibt neben einem Fußballfeld viele Bänke, ein Volleyballfeld, eine Bühne mit Tanzfläche davor, einen Spielplatz und sogar Toiletten. Ein wirklich guter Platz für uns. Wir stehen hinter einem Schuppen am Platz, damit man uns von der Straße aus nicht gleich sieht.

Während Thomas mit Kochen angefangen hat, habe ich das Zelt aufgebaut. Er hat von seinem Kochplatz aus zwei weitere Backpacker am Sportplatz vorbei laufen sehen. Er ist ihnen hinterher gerannt, nachdem ich ihn dazu ermutigt hatte. Leider verlief die Begegnung nicht ganz so gut. Sie wurden immer schneller, als sie ihn rufen hörten und waren wohl auch nicht so gesprächig. Er hatte ihnen von unserem Platz erzählt, aber sie wollten lieber weiter gehen.

Nach dem Essen ist Thomas noch eine Runde spazieren gegangen, um im Ort noch ein Paar Fotos zu machen und jetzt liegen wir im Zelt und lassen den Tag ausklingen.

Riga

Es waren drei volle Tage hier mit ganz vielen Bildern, Farben und Begegnungen.

Montag sind wir ja mit dem Bus von Tūja nach Riga und von dort nach Kekava gefahren. In Kekava stehen wir auf einem kleinen Campingplatz. Hier haben wir auch Hubbert den Van, Susann und Benni mit Lizie und Roxie kennengelernt. Die fünf sind auch auf dem Weg durch Europa, aber in die andere Reiserichtung.

Am Dienstag hat uns Hubbert mit nach Riga genommen und wir haben Susann und Benni Löcher in den Bauch über ihn gefragt. Susann hat mir noch Paracordband in Gelb und Pink gegeben, damit ich Blondi ein Halsband knüpfen kann. Sie hat mir von dem Yellow Dogs Project [Werbung, Verlinkung] erzählt. Man zeichnet mit etwas gelben seinen Hund, um dem anderen zu sagen, der Hund braucht Abstand. Da Blondi ja manchmal etwas Raum für sich braucht, bevor sie bereit für Kontakt ist, ist das für sie gut. Sie bekommt jetzt in der Stadt ein gelb, pinkes Halsband dafür.

Nach einem Polaroid ging es für uns in die Stadt. Wir mussten noch so einiges organisieren und haben dabei tolle Ecken entdeckt. Wir waren unter anderem in einem Laden der auf Reiseführer und Karten spezialisiert war und in einem Outdoor-Laden der uns super Tipps zu unserem Wanderweg geben konnte. Dabei sind wir eher außerhalb der Altstadt gewesen und haben nur wenige Touristen getroffen. Wir waren in einem Stadtteil, wo es recht viele Bioläden und kleine Geschäfte gab. Auch Secondhand-Läden haben wir iele gesehen und eine Filiale der „Bäckerei Junge“. In der Altstadt sind uns die „Bremer Stadtmusikanten“ begegnet. Wir wissen allerdings nicht warum. So ein Tag in der Stadt ist anstrengend und wir waren froh, als wir im Bus zurück saßen. Die Hunde haben sich auch gefreut, dass wir zurück waren.

Heute waren wir schon ziemlich früh wach und sind dann auch früh wieder nach Riga gefahren. Diesmal mit dem Minibus. Wir konnten direkt am Marktplatz aussteigen und ihn erkunden. Er war so bunt und vielfältig und schön. Die geführten Touristengruppen kamen zum Glück erst etwas nach uns und so konnten wir in Ruhe alles erkunden.

Wir haben uns auch nochmal kurz mit Susann und Bennie getroffen und dann ging es weiter. Wir sind zur großen orthodoxen Kirche gelaufen. Dabei sind wir an einer Stelle an vielen Studenten vorbei gekommen, die ihre Diplomzeugnisse in der Hand hielten. Die Kirche war so groß und auch hier roch es nach Bienenwachs, auch wenn nicht so viele Kerzen brannten. Dann ging es durch einen park in Richtung Altstadt. Dort war an einer Stelle eine deutschsprachige Reisegruppe und ein Straßenmusiker. Als die Gruppe dort stand, fing er an ein deutsches Volkslied zu spielen und ziemlich viele Leute haben mitgesungen und gesummt. In der Altstadt waren nicht nur Touristengruppen unterwegs, sondern auch viele Kindergruppen. In einem Wollladen konnten wir viele traditionelle Handschuhmuster bestaunen. Ich wusste bis dahin nicht, dass es auch hier so viele traditionelle Handschuhmuster gibt. In dem Laden hatten sie auch einige andere handgemachte Kleinigkeiten, zum Beispiel kleine gefilzte Mäuse und Emalieanstecker aus Holz. Auf dem Rückweg zum Markt sind wir auch noch an einem Laden mit Folkkostümen vorbei gekommen. Sie hatten ziemlich viel traditionelle Kleidung ausgestellt und man konnte auch sehen aus welcher Ecke Lettlands sie kommen. Zurück auf dem Markt, haben wir das restliche Gemüse eingekauft und zurück ging es mit dem Bus. Hier gibt es jetzt auch wieder so gute Creme fraiche, wie in der Normandie auf dem Markt. Den Nachmittag haben wir mit den Hunden verbracht. Sie haben extra Kuscheleinheiten bekommen und ich habe Blondis Halsband geknüpft. Am Abend gab es dann das frische Gemüse. So viel frisches haben wir selten zum Kochen und dazu noch die Creme. Es war eine richtig gute Mischung.

Jetzt liegen wir müde im Zelt. Wer gern mehr von Riga sehen möchte, kann auf Instagram unsere Tage hier verfolgen. Wir haben wirklich viel fotografiert.

Kekava

Heute morgen war es eher drüb. Wir haben in Ruhe unsere Sachen gepackt, noch etwas gegessen und sind zum Bus gegangen.

Mit dem Bus ging es nach Riga. Vom Bus aus konnten wir viele Plattenbauten sehen. Der Bus ist um den Innenstadtring gefahren, so dass wir vor allem den Stadtrand sahen.

Am Busbahnhof mussten wir dann umsteigen. Der Busbahnhof war so groß und wir mussten erstmal gucken wo wir hin mussten. Als wir dann unseren Bus gefunden hatten ging es nach Kekava. Der Bus nahm eher kleine Straßen, so konnten wir ein paar Altbauten und Holzhäuser sehen. Leider waren die alle nicht wirklich gepflegt und eher am Verfallen.

In Kekava waren wir noch schnell einkaufen und dann ging es zum Campingplatz. Die Sonne schien mittlerweile. Auf der Straße waren noch dicke Pfützen vom Regen am Morgen.

Der Campingplatz ist nicht so groß. Es gibt einen riesigen Spielplatz und frei laufende Kaninchen. Das ist für unsere Hunde wirklich hart. Sie würden sich die Kaninchen gern vom Nahen ansehen. Leider gibt es hier nicht so viel Schatten auf dem Platz, so dass es schwierig ist die Hunde im Zelt zu lassen und das Zelt zu schließen, damit sie die anderen Hunde und Kaninchen nicht sehen können.

Tūja

Nachdem wir uns spontan entschlossen hatten zurück zum Campingplatz zu fahren und dort etwas zu bleiben, haben wir viel geplant und etwas entspannt.

Wir haben uns den weiteren Weg angesehen und grob Pläne geschmiedet. Ansonsten haben wir nicht viel gemacht. Gegessen, geschlafen und mit den Hunden am Strand gespielt.

Wir haben ein französisches Paar mit Wohnwagen kennengelernt und einen Kaffee zusammen getrunken. Hier hat es an einigen Abenden gewittert, so dass wir die Abende mit den Hunden im Zelt verbracht haben.

Jetzt am Wochenende war der Campingplatz ziemlich voll. Es waren viele Gruppen für eine Nacht hier. Sie haben gegrillt und waren schwimmen. Leider waren keine Wanderer oder Fahrradfahrer dabei.

Jetzt liegen wir auch schon im Zelt. Morgen geht es dann weiter.

Tūja

Heute Nacht gab es noch ein zweites großes Gewitter, das sehr lang ging. Heute morgen hatte es sich dann etwas abgekühlt. Wir haben etwas länger geschlafen und dann unsere Sachen gepackt. Wir waren etwas unentschlossen, ob wir nicht noch einen Tag bleiben sollen. Irgendwie erschien uns aufbrechen aber auch ok.

Der Weg ging wie immer am Strand entlang. An einem kleinen Fluss, der ganz malerisch von Bäumen umgeben war, haben wir eine Pause gemacht. Danach haben wir auf eine kleine Straße gewechselt.

Die Straße war leider keine gute Idee, da sie vom Strand abzweigte und es keinen kleinen Weg gab, um der Küste zu folgen. Wieder war alles Privatgelände. Im Wald etwas später haben wir dann entschieden zur großen Straße zu gehen und von dort den Bus zur nächsten Stadt zu nehmen. Auf dem Weg zum Bus sind uns noch ganz viele Schmetterlinge begegnet. An der Bushaltestelle waren wir dann zu einer guten Zeit, so dass wir nur kurz warten brauchten. Vom Bus aus konnten wir noch ein paar schöne Orte sehen. In Zvejniekciems waren wir kurz einkaufen und sind dann zum Campingplatz gegangen. Der Platz war relativ teuer und es gab keinen guten Platz für Zelte. Es waren überall Bungalows und wir waren das einzige Zelt. Der Platz für die Zelte hatte kein Gras und keinen Schatten. Die zweite Möglichkeit lag in einem kleinen Tal und hatte keinen geraden Platz und auch keine Wiese. Nach langem Überlegen und etwas zu essen, haben wir uns entschlossen zu dem Campingplatz von gestern zurück zufahren. Wir haben unser Geld wieder bekommen und sind zum Bus gegangen. Da wir einem Bus um ein paar Minuten verpasst hatten, mussten wir etwas warten. Zum Glück war ein Baum und eine Wiese neben der Haltestelle. So hatten wir Schatten und einen guten Platz.

Als wir im Campingplatz angekommen sind, haben wir unser Zelt aufgebaut und etwas gekocht. Es ist hier etwas windig, das gefällt uns gerade gut.

Tūja

Heute war den ganzen Tag gewittrige Stimmung. Die verschiedenen kleinen Gewitter zogen um uns rum. Es war schwül warm und eine ganz besondere Stimmung am Strand.

Der Weg ging wieder viel am Strand entlang und wie die letzten Tage auch, war er nicht ausgeschildert. Das Laufen am Strand kostet viel Energie. Kurz vor dem Mittag waren wir erst am Leuchtturm, der unser eigentlich gestern angepeiltes Ziel war, angekommen.

Als wir dann den Strand verlassen wollten, gab es lange keine Möglichkeit. Es gab zwar aller paar Meter eine Treppe die Steilküste hinauf, die waren aber alle privat und endeten an Häusern. Selbst bei einer Treppe die an einer Art Picknickplatz endete, gab es keinen Weg davon weg, ohne ein privates Gelände zu durchqueren. Also sind wir zum Strand zurück. So wie das Wetter war, war auch unsere Stimmung dann.

An einem freien Campingplatz konnten wir dann endlich den Strand verlassen und auf eine kleine Straße wechseln. Dort war dann etwas der Weg ausgeschildert, aber auch da sehr schlecht und unlogisch. Der eigentliche E9 sollte laut Karte auch am Strand entlang gehen. Es war wirklich frustrierend.

Wir sind an ein paar kleinen Campingplätzen vorbei gekommen. Einer war an einen kleinen Bauernhof angeschlossen. Leider war es noch zu früh zum Anhalten.

Blondi fing auf der Straße auch noch viel mehr an zu ziehen und das egal ob wir vorneweg oder hinterher liefen. Das war wirklich kein entspanntes laufen und ich war ziemlich genervt. In Tūja waren wir dann einkaufen. Der Laden war ganz voll mit allem was man irgendwie brauchen könnte. Es war nicht teuer dort und die Frau sprach so gut Englisch. Ich hatte mich schon auf Zeichensprache eingestellt und war dann ganz überrascht. Der Laden war auch gut besucht.

Etwas weiter im Ort gab es noch einen, von außen neueren Laden. Dieser schien aber nicht gut besucht zu sein. Auch so schien der Ort sehr zwie gespalten. Einerseits neue teure Häuse, anderseits Bauruinen und alte, schlecht gepflegte Häuser. Daneben eine sehr moderne Bar und ein neuer kleiner Laden, neben dem anscheinend älteren Laden. Der Ort scheint eher arm zu sein und die Bar und der neue Laden scheinen eher auf die Touristen ausgelegt zu sein.

Wir sind dann auf den Campingplatz am Ortsausgang gegangen. Er ist nicht so günstig, wie gestern der Platz, aber sehr liebevoll gestaltet. Es gibt wie immer nur wenig Zelte und mehr Campingwagen. Die Besitzerin ist sehr freundlich. Der Platz ist relativ groß und weitläufig. Es sind tatsächlich mehr Leute hier, als wir erst dachten.

Heute Abend hat es dann doch noch richtig gewittert und angefangen zu regnen. Als es gerade mit regnen anfing kam noch ein Radwanderer auf den Platz, aber durch den Regen haben wir ihn nicht kennengelernt.

Veczemju

Auch heute früh hat unser Wecker wieder sehr zeitig geklingelt. Als wir aus dem Zelt kamen, stand am Fluss schon ein Angler. Thomas hat ihm einen Kaffee angeboten, aber er hat ihn abgelehnt. Als er später was an der Angel hatte, ist Thomas nochmal gucken gegangen. Der Mann hat sich darüber gefreut. Er hatte einen kleinen Hummer geangelt. Thomas kam mit dem Hummer zu mir, um ihn mir zu zeigen und im Anschluss wieder frei zu lassen.

Der Weg führte dann als erstes durch den Wald. Es ging an einem alten Gutshof aus Backstein vorbei. Der schien zum Verkauf zu stehen und sah gut aus. Er zwar nicht restauriert, aber sah auch nicht komplett kaputt aus.

Nach dem Gutshof sind wir zum Meer abgebogen. Wir müssen dabei einen Elch aufgeschrenkt haben. Blondi war ganz im Jagdtrieb und wir haben auf dem Weg einen frischen Fußabdruck, der von der Größe her nur ein Elch sein konnte, gefunden.

Der Strand war leer, nur einen Hund haben wir von weitem gesehen. Der Weg folgte lange dem Strand, nur an einem Fluss mussten wir kurz auf die Straße bzw. den Radweg wechseln. Etwas später ging es über einen Parkplatz zurück zum Strand. Hier stehen an den Parkplätzen Müllcontainer mit Schildern für die Höhe des Bußgeldes für Umweltverschmutzung und trotzdem liegt der Müll auf dem Parkplatz überall rum. Wir haben heute also auch etwas Müll gesammelt und entsorgt. Am Strand lagen unter anderem ein Paar Badelatschen und direkt daneben ein paar Socken. Wer vergisst seine Socken und Latschen am Strand? Das größte das wir gefunden haben, war so ein Wal zum Aufblasen. Nur noch die Schwanzflosse hatte Luft und der Rest lag halb auf dem Strand halb im Meer. Der nächste Müllcontainer war zum Glück nicht weit entfernt. Wir haben auch wieder zwei tote Robben gefunden. Das sind leider alles nicht so die Strandfunde, die wir uns wünschen.

An einem weiteren Fluss ging der Weg wieder vom Strand weg. Wir hatten erst die richtige Abzweigung verpasst, da auch heute der Weg so gut wie gar nicht ausgeschildert war. Wir mussten dann an einen Schäferhund vorbei, der an einem Haus frei lief. Der Hund guckte zum Glück nur etwas verdutzt und lies uns passieren. Der Weg ging dann auf einer Schotterstraße weiter. Die Küste erhob sich langsam zur Steilküste. Wir kamen durch ein Dorf und dann ging es ins Naturschutzgebiet. Wir hatten noch nicht so richtig eine Idee, wo wir heute schlafen könnten. An einer Stelle der Steilküste, konnte man zum Strand gehen und die ausgewaschene Küste bestaunen. Das Meer und der Regen hatten Höhlen in den Sandstein gespühlt. Da ich dort schon so müde war, haben wir beschlossen, auf dem Campingplatz der gleich kommen sollte zu bleiben. Der Platz war wirklich nicht mehr weit und ein einfacher Zeltplatz, ohne eigenen Picknickplatz auch nicht teuer. Hier stehen überall Picknicktische und Grills, die man dann mieten kann. Dort kann man auch sein Zelt aufstellen. Am Wochenende war es wohl richtig voll, aber heute kann man die besetzten Plätze an einer Hand abzählen. Der Campingplatz ist definitv nicht für längere Übernachtungen ausgelegt. Es gibt trotz der Größe des Platzes nur wenige Toiletten und Duschen. Es gibt keine Küche und keinen Platz zum Geschirr spülen oder Sachen waschen.

Den Nachmittag haben wir dann mit Mittagessen, Wäsche waschen (in der Dusche), Isomatte reparieren und etwas spazieren verbracht.

Als wir gerade mit Kochen anfangen wollten lief ein Storch 50 Meter von uns auf der Wiese.

Svetciems

Nachdem es heute Nacht doch noch gewittert hat und wir dadurch nicht so gut geschlafen haben, ging es heute morgen ziemlich früh los. Wir wollten vor der Mittagshitze einen großen Teil des Weges geschafft haben. Selbst Blondi war heute morgen noch eher müde, da auch sie heute Nacht immer wieder wach war und sich an unser Kopfende geschlichen hat.

Durch das Gewitter hatte es sich etwas abgekühlt. Am Meer war es auch richtig windig und die Ostsee hatte ganz viele wunderschöne, weiße Wellen. Statt Bernstein haben wir Müll gefunden und gesammelt.

Der Weg ging ein ganzes Stück am Meer entlang, bis zu einen kleinen Fluss. Dort bogen wir vom Strand ab und folgten dem Fluss etwas landeinwärts. Wir mussten eine viel befahrene Straße überqueren und dann ging es parallel zu dieser auf einer kleinen Straße und dann im Wald weiter.

Der Weg war gar nicht ausgeschildert und ohne Thomas Handy hätten wir ihn nicht gefunden. Die Karte die wir gestern bekommen hatten war zum navigieren viel zu grob.

Nach einem kleinen Ort ging der Weg auf einem Radweg an der Straße weiter. Durch den vielen Verkehr auf der Straße war es ziemlich anstrengend dort zu laufen. Zum Glück hatten wir Schatten. Es war interessant zu sehen wo die Autos alle her kommen. Es waren auch viele Campingwagen und Campingbusse unterwegs.

In Salacgriva waren wir gegen Mittag. Die Stadt war relativ groß und es gab recht viele Plattenbauten. Auch so wirkte sie eher grau. Wir sind an einer orthodoxen Kirche aus Backstein vorbei gekommen. Die sah sehr malerisch von außen aus. Wir mussten eine Brücke über einen größeren Fluss überqueren. Dabei konnten wir etwas den Hafen und den Leuchtturm sehen. Nach der Brücke haben wir in einem Park unsere Mittagspause gemacht. Danach ging es einkaufen. Während ich im Supermarkt war, hat sich Thomas draußen mit einem schwedischem Paar unterhalten.

Aus der Stadt raus ging es über kleine Straßen direkt in den Wald. Hier begannen jetzt auch unsere Wegmarkierungen wieder. Bis zu unserem ausgesuchten Ziel ging es durch den Wald. Ich war schon ziemlich müde, als wir am Ziel ankamen. Es sah wirklich hübsch aus. Leider haben wir dann festgestellt, dass es ein Campingplatz ist. Es ist zwar niemand anderes hier und unser Zelt steht im Tal und ist damit nicht gut zu sehen, aber wir wollten trotzdem gern bezahlen. Wir haben den ganzen Nachmittag unter einer angegebenen Telefonnummer versucht jemanden zu erreichen. Leider klappte das nicht. Im Internet gab es noch eine zweite Nummer. Da kam ich dann endlich dazu uns anzumelden. Normalerweise hat der Platz keine Duschen und nur Plumpsklos wie auf den RMK Plätzen in Estland. Wir konnten aber eine Dusche in einem Ferienhaus benutzen. Die Toiletten sind hier wirklich nicht schön und waren auf den freien Plätzen oft viel besser.

Ich tue mich noch etwas schwer mit dem Land, wo wir das oft hatten, wenn wir in ein neues Land kamen. Es gibt hier kaum Holzhäuser und nur ein paar Natur- oder Backsteinhäuser. Die meisten Häuser hier sind aus unverputzen weißen Backsteinen gebaut. Und durch die vielen Autos, die größere Stadt und die nicht vorhandene Wegmarkierung fühle ich mich hier noch nicht so richtig wohl und willkommen.

Ainazi

Heute morgen waren wir schon ziemlich zeitig unterwegs und trotzdem war es so warm.

Der Weg ging erst am Strand entlang. Dort haben wir wieder eine tote Robbe gefunden. Leider haben wir noch keine lebende Robbe im Meer entdeckt. Nach dem Strand ging es an der Straße weiter. Es waren kaum Autos unterwegs und es gab viel Platz am Rand zu laufen. Bis Ikla, der Stadt an der Grenze war es nicht mehr weit. Der Ort war wirklich klein und im nu waren wir an der Grenze. Kurz bevor wir die Grenze überquerten kamen noch zwei Fahrradwanderer und hielten an. Wir haben uns kurz unterhalten und dann ging es für uns über die Grenze.

Ainazi ist etwas größer. Hier gibt es ein paar kleine Museen, eine Touristeninformation, Cafés und einen Supermarkt. Nachdem wir für unser Mittagessen einkaufen waren, ging es zur Touristeninformation. Dort haben wir Karten mit allen Informationen zum Weg bekommen.

Da es so warm war, haben wir uns dafür entschieden in Ainazi zu bleiben. Wir haben uns einen Platz im Schatten gesucht und dort den Nachmittag verbracht, bevor wir das Zelt gegen Abend aufbauten.

Ich war noch kurz am Strand gucken. Es ist ein wirklich schöner Sandstrand mit ganz weißen, feinem Sand. Der Strand war nicht so voll, wie erwartet, aber es war dort einfach zu warm um lange zu bleiben.

Thomas hat später auch nochmal eine Runde gedreht und sich alles etwas angesehen.

Jetzt tropf Regen auf unser Zelt und wir hoffen, dass es dadurch etwas kühler morgen ist.

Zeltplätze in Estland

Hier sind wir in unserem Zeltparadies. Wild campen ist hier erlaubt und wir haben es oft genutzt. Es gibt wunderschöne Plätze am Meer und im Wald und meist ist irgendwo ein Fluss von dem wir Wasser bekommen.

Dann gibt es hier noch vom RMK, das ist sowas wie die Forstverwaltung, öffentliche Biwakplätze mit Toilette, Tisch und Feuerstelle. Diese Plätze haben haben uns wirklich gut gefallen und waren oft auch schön ruhig. Nur selten haben wir dort andere Leute getroffen.

Wir waren auch auf zwei Campingplatz. Beide waren gut und einzigartig in ihrer Weise. Der Platz in Pärnu war im Garten hinter einem Haus und wirklich klein und kuschelig.

Unser Zelt stand aber auch an Kirchen, öffentlichen Plätzen, Festwiesen und bei leuten im Garten. Wir haben immer gute Plätze gefunden und wurden immer herzlich aufgenommen.

In Tallinn hatten wir einen sehr netten Couchsurfing-Platz und in Keevla waren wir bei Kathrin im Haus.

In Estland haben wir uns wirklich wohl und Willkommen gefühlt.