Liepāja

Heute war wieder Bus fahren angesagt. Unser Bus verließ den Ort am Nachmittag, so dass wir genügend Zeit zum Packen und in Ruhe in den Ort gehen hatten. Ich bin an Reisetagen immer nervös und habe Angst den Bus zu verpassen.

Als wir gerade am Strand waren, um zurück in den Ort zu laufen, fing es an zu regnen. Zum Glück war es nicht mehr weit bis zum Ort und sobald wir unsere Regensachen an hatten, hörte der Regen auch erstmal auf. Unter einer großen Linde, nahe dem Laden, haben wir Mittag gegessen und noch etwas gewartet, bevor wir zur Haltestelle gingen.

Der Bus kam pünktlich und es ging dann fast immer parallel zur Küste. Einmal musste der Bus ziemlich bremsen, da ein Storch knapp vor ihm über die Straße flog.

Kurz hinter dem Ortsschild von Liepāja begann das Industriegebiet. Aber nicht so ein modernes mit mehr oder weniger ästhetischen Werkshallen. Nein. Es war so ein typisches, altes, graues aus der sowjetischen Zeit. Zum Teil verfallen, zum Teil noch in Benutzung. Dazwischen Stromkabel, Umspannwerke und Rohre. Dazu grauer Himmel. Es erinnerte mich an meine Kindheit, wenn wir in die nächste Stadt gefahren sind, mussten wir immer an einem Kohlekraftwerk vorbei. Ich erinnere mich an grau, auch mein Gefühl fühlt grau. Genauso grau fühlte sich die Einfahrt in die Stadt an.

Wir sahen vom Bus aus Holzhäuser an denen die Farbe abblätterte. Ich muss an die schön gestrichenen Häuser in Haapsalu denken. Wieviel freundlicher alles doch mit etwas Farbe wirken würde. Auch einige Altbauten mit verzierten Fenstern sehen ir. Keine dieser Altbauten ist restauriert. Sie wirken grau und unbelebt. Ich muss an Deutschland denken, wie begehrt in vielen Städten Altbauwohnungen mit ihren hohen Decken sind. Es wirkt hier nicht so. Der Himmel wird immer grauer und unser Bus kommt am Bahnhof an.

Wir sehen einige alte eckige Straßenbahnen mit viel Werbung und folgen der Straße zur der Haltestelle, wo unser nächster Bus fährt. Wir warten vor einem super modernen Sportzentrum auf den Bus. Der Busfahrer ist freundlich und lässt uns mitfahren, obwohl Hunde eigentlich verboten sind im Bus.

Die Fahrt geht aus dem Stadtzentrum raus. Wir kommen an alten, aus Backstein gebauten, Arbeiterhäusern vorbei. Einige sind bewohnt. Dazwischen immer wieder zerfallene Arbeiterhäuser mit zugemauerten Fenstern. Zwischen den Häusern Grünstreifen mit Gärten oder Spielplätzen. Es fängt draußen an zu regnen.

Nach den Backsteinhäusern kommt ein großer Park der von unsanierten Neubaublöcken abgelöst wird. Zwischen den Blöcken blitzt auf einmal eine große orthodoxe Kirche auf. Ihre Dächer sind golden und leuchten auch bei diesen grauem Wetter.

An der Endhaltestelle steigen wir aus. Auch hier Neubaublocks. Sie wirken alle bewohnt und wirken irgendwie bunt, auch wenn sie eher dreckig weiß sind. Sie sind mit weißen Backsteinen verkleidet. Vor einem Blog steht eine Kindergruppe. Eine Frau säubert den Bereich, um die Mülltonnen. Eine Katze läuft um uns rum und ein kleiner Hund folgt uns und würde unsere Vierbeiner anscheinend gern kennenlernen.

Bis zum Campingplatz ist es noch ein Stück an einer Straße entlang. Der Platz ist an einem See auf dem man Wakeboard fahren kann. Er wirkt neu, aber etwas lieblos.

Unser Zelt steht und wir sind müde und liegen in unseren Schlafsäcken.

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