Jokkmokk

Heute früh haben wir einen Elch gesehen. Er muss noch relativ jung oder ein Weibchen gewesen sein. Er hatte kein Geweih und war nich so groß.

Dann ging es weiter auf der E45. Quasi immer gerade aus. Viel Wald, Seen und Flüsse sind an uns vorbei geflogen. Wobei wir das Tempo hier auf den Straßen mögen. Die Menschen sind geduldig und drängeln nicht, auch wenn wir nicht Maximalgeschwindigkeit fahren.

In der Hoffnung ein paar Rentiere zu sehen sind wir kurz von der Straße abgebogen und haben einen kleinen Bogen über kleinere Straßen gemacht. Aber uns haben keine Rentiere gefunden.

Wir haben heute den Polarkreis passiert und sind jetzt in Jokkmokk. In der Stadt waren wir im Ájtte Museum. Es ist ein Museum über die samische Kultur und gleichzeitig Begegnungsstätte und Restaurant. Die Ausstellungen waren wirklich toll gemacht und es gab ein Handout mit Erklärungen zu den Räumen auf Deutsch.

Danach waren wir noch im Supermarkt. Ich glaube so langsam sind wir in Schweden angekommen.

Sandseleforsen Naturreservat

Gestern Morgen kam die Sonne raus. Wir haben wie immer in Ruhe gefrühstückt und sind dann in Richtung Östersund gestartet. Wir wollten dor zum Woolpower Fabrikverkauf. Wir mögen beide gern Wollsocken. Danach ging es noch kurz in den Baumarkt.

Ansonsten hatten wir für gestern geplant ein bisschen mehr zu fahren, um in den Norden zu kommen. Wir haben die Grenze zu Lappland passiert und viel Natur vom Auto aus angewundert. Die Seen und Flüsse sind so beeindruckend hier. In so einer Dichte haben wir noch nie so viele von ihnen gesehen.

Die Nacht haben wir an einem Wanderparkplatz zum Sandseleforsen Naturreservat verbacht. Wir sind auch ein Stück den Weg entlang gegangen, aber er war so nass und stand teilweise unter Wasser, dass wir schnell wieder umgedreht sind.

Bevor wir kochen konnten mussten wir unseren Kocher noch etwas reinigen. Er hat ein winziges Loch, aus dem das Gas strömt und das setzt sich mit der Zeit etwas zu. Jetzt geht er auf jeden Fall wieder. Kennt ihr das von euren Gaskochern auch?

Tysjöarna Naturreservat

Wir sind heute in einer Wolke aufgewacht. Es kurz nicht geregnet und um uns war alles voll Nebel.

Wir sind heute wieder viel gefahren, um noch etwas nördlicher zu kommen. Die Landschaft und die Häuser verändern sich. Wir sind an mehreren Skigebieten vorbei gefahren und an vielen Seen und Flüssen. Unser Ziel war heute Östersund. Da sind nur kurz durch gefahren, um zum Tysjöarna Naturreservat zu kommen. Dort angekommen hörte der Regen tatsächlich kurz auf und wir konnten unseren Spaziergang trocken starten. Unterwegs fing es dann wieder an zu regnen. Wir sind über Stege und Brücken um einen See gelaufen. Überall standen Birken. Hier tragen sie schon kein Laub mehr. Viele Birken waren abgestorben und mit Baumpilzen übersät. Einen Specht konnten wir auch beobachten.

Als wir zum Auto zurück kamen, saß Blondi auf dem Fahrersitz und beobachtete alles. Das war das erste mal, dass sie über Mavins Box nach vorn geklettert ist; und das obwohl sie mit der Leine am Sitz festgemacht war.

Leider hat uns immer noch kein Elch gefunden und natürlich auch noch kein Rentier. Aber dafür ein paar Fasane und Schwäne.

Am Abend hörte der Regen wieder auf und es wurde fast warm.

Sonfjällets Nationalpark

Wir sind immer wieder beeindruckt von der Landschaft, die uns hier umgibt. Wir sehen beeindruckende Seen und Flüsse und alles wird von dunklem Nadelwald mit bunten Akzenten umgeben.

Wir sind heute über eine Hochebene gefahren. Sie war von Moor und rotem Gras überzogen. Es sah so magisch aus. Unser Ziel war heute der Sonfjällets Nationalpark. Er ist einer der ältesten Nationalparks in Schweden. Die Bäume sind niedrig und von Flechten bewachsen. Es gibt viele kleine knorrige Birken und überall liegt ihr gelbes Laub. Der Berggipfel und das Tal verschwinden in den Wolken. Wir sind nur eine kleine Runde gewandert, da es immernoch regnete und wir relativ schnell nasse Füße hatten. Das Wasser vom Berg fand nämlich unseren Wanderweg auch sehr schön.

Jetzt stehen wir hier auf dem Parkplatz und sind eingekuschelt. Draußen regnet es noch immer. Falls der Regen morgen früh etwas pausiert, gehen wir vielleicht nochmal eine Runde.

Mora

Heute ging es für uns erst nach Leksand. Wir wollten eigentlich erst ein Naturmuseum, aber das hat ab Oktober geschlossen. Wir merken hier immer wieder, dass die Urlaubssaison vorbei ist. Viele Anziehungspunkte sind nur bis Ende September geöffnet.

In Leksand haben wir uns dann stattdessen die Kirche und den parkähnlichen Friedhof angesehen. Und direkt neben der Kirche gab es noch ein altes Wikingerdorf zu besichtigen.

Dann ging es weiter nach Nusnäs in die Werkstatt der Dalapferde. Die Werkstatt hatte zum Glück geöffnet und wir konnten zusehen, wie so ein Pferd entsteht. In der ersten Werkstatt wurden wir direkt von einem Duft von Holz umfangen. Es war spannend zu sehen, wie sich die Pferde entwickelt haben und wie unterschiedlich ihre Bemalung war.

Wir haben dann noch kurz in Mora gestoppt und sind eine Runde durch die Stadt gelaufen. Das Wetter ist immernoch ziemlich regnerisch, so dass wir uns nicht lange draußen aufgehalten haben.

Vimmerby

Und es regnet auch heute morgen. Wir haben also doch das Auto genommen um ins Zentrum zu fahren, statt wie geplant zu laufen.

In der Stadt angekommen sind wir zu Astrid Lindgrens Geburtshaus gelaufen. Leider war es heute geschlossen. Wir wollten gern noch ein paar Ansichtskarten kaufen und dachten die bekommen wir bestimmt in der Touristeninformation. Leider hatte die heute kurzfristig erst 13 Uhr auf und nicht wie sonst 10 Uhr. Wir sind noch eine kleine Runde durch die Stadt gelaufen. Der Regen hatte noch nicht aufgehört.

Wir sind dann zum Kattulthof gefahren. Der Hof an sich war sehr schön. Da die Saison vorbei war, waren alle Gebäude, wie der Schuppen mit den geschnitzten Männchen geschlossen.

Weiter ging es in den Norra Kvill Nationalpark. Der Nationalpark ist ganz klein und wunderschön. Überall wachsen Moose und Flechten. Nach einer Runde durch den Wald, haben wir unser Lager auf dem Parkplatz aufgeschlagen. Dort stehen wir jetzt.

Tatsächlich ist es das erste Mal, dass wir kein mobiles Internet haben. Selbst mitten im Wald hatten wir davor noch Empfang.

Kosta

Die ganze Nacht hat es schon geregnet und auch am Morgen, Mittag und Abend noch.

Den Regentag haben wir genutzt um weiter in Richtung Norden zu fahren. Unterwegs haben wir in Kosta gehalten und eine Glasbläserei besucht. Es ist total faszinierend mit wie wieviel Feingefühl so ein Glas entsteht. Neben Gläsern für den Gebrauch werden dort auch Glaskunstwerke gegossen und modelliert. Sie stellen zum Beispiel den Preis für den Eurovision Song Contest her.

Nach der Glasbläserei ging es noch ein Stück weiter in Richtung Norden. Wir sind jetzt auf einem Campingplatz in Vimmerby. Habt ihr eine Idee, was wir für morgen geplant haben? Drückt uns auf jeden Fall die Daumen, dass der Regen etwas nachlässt oder sogar aufhört.

Kristianstad

Heute ging der Tag ganz ruhig los. Nachdem wir fertig gepackt hatten ging es erstmal entlang der Küste weiter. Wir sind an so vielen schönen kleinen Häusern vorbei gefahren. Eins war oft schöner als das andere.

In Kåseberga haben wir gestoppt und sind mit den Hunden zum „Ales stenar“ gelaufen. Der Weg war schön und führte uns die Klippen hinauf. Zum „Ales stenar“ sind wir dann einzeln gegangen, da der in Mitten einer Kuhweide lag. Der „Ales stenar“ ist ein Platz mit aufgestellten Steinen aus der Wikingerzeit. Die Steine bilden ein Schiff.

Danach ging es erst zum Hafen von Kåseberga und dann zurück zu Lilu. Der Ort ist wirklich schön. Im Sommer sind da sicher viele Touristen. Es gab relativ viele Geschäfte und Cafés, doch die meisten waren geschlossen.

Über Simrishamn ging es dann weiter nach Kristianstad. Es war für uns relativ unübersichtlich dort mit dem Auto unterwegs zu sein. Wir waren froh, als wir einen Parkplatz hatten. Leider war es ein Parkhaus und wir wussten nicht so recht wie der Ticketautomat funktioniert. Wir hatten zwar ein Parkticket, aber das war nur eine Stunde gültig. Und wir haben es auch noch mit uns mitgenommen, statt ins Auto zu legen. Beim nächsten Mal wissen wir jetzt wie wir länger parken können und wie das parken dort funktioniert. Wir sind dann nur eine kurze Runde durch die Stadt gelaufen und sind dann aus der Stadt raus an einen See gefahren. Dort stehen wir jetzt. Wir waren hier noch etwas spazieren und liegen jetzt müde von den vielen Eindrücken im Bett.

Ystad

Wir sind in Schweden und wir sind so glücklich darüber. So lange haben wir gezittert, ob Lilu rechtzeitig fertig ist und ob wir danach noch genügend Geld für dieses Abenteuer haben. Und jetzt sind wir da.

Wir haben heute morgen die 8 Uhr Fähre von Sassnitz genommen und zweieinhalb Stunden später sind wir in Schweden angekommen. Wir sind von blauem Himmel und Sonnenschein begrüßt wurden und sind direkt raus aus der Stadt an den Strand gefahren. Die Hunde waren so aufgeregt und freudig, dass sie gar nicht wussten wohin sie als erstes springen.

Nach einer ersten Runde am Strand und einem kurzem Schläfchen im Auto sind wir mit Blondi nochmal in die Stadt gelaufen. Marvin hat auf uns im Auto gewartet. Zu zweit gibt es leider bei jeder Mücke Gebell und so konnten wir ganz in Ruhe spazieren. Ystad ist wirklich eine schöne kleine Stadt. Mit ihren vielen kleinen Häusern wirkt sie verträumt. Uns sind immer wieder gut durch dachte Ecken aufgefallen, die für die Menschen gemacht wurden.

Als wir zurück waren, gabes auch für Marvin nochmal eine Runde. Beide Hunde schlafen jetzt schon friedlich auf ihren Plätzen.

Wir haben heute schon gleich wunderschöne Pilze gesehen und wir freuen uns auf die kommenden Tage und darauf noch mehr zu entdecken.

Lilu

Wir haben seit Mai einen neuen Reisegefährten. Lilu. Lilu ist rot und groß und hat 4 Räder.

Die Art wie wir reisen ändert sich damit ziemlich. Wir wandern immer noch gern und schlafen gern im Zelt, mit Lilu verändert sich unsere Reiseplanung. Wir sind unabhängiger und können auch nochmal 5 km mehr unterwegs sein, wenn wir keinen Schlafplatz finden.

Trotz aller Vorteile haben wir auch lange und viel diskutiert. Ist es verantwortlich jetzt ein Auto zu kaufen? Dazu noch so ein großes und ein Diesel. Besonders ich war immer wieder hin und her gerissen. Lieber doch noch ein bisschen sparen? Vielleicht doch lieber ein etwas neueres und sparsameres Auto. Und trotzdem genügend Platz für die Hunde und uns und eventuelle Mitfahrer. Wir haben uns dann dafür entschieden Bäume zu spenden für die gefahrenen Kilometer, um sie wenigstens etwas auszugleichen.

Lilu ist schon 21. Und sie stand gefühlt bis jetzt mehr in der Werkstatt als, dass wir mit ihr unterwegs waren. Und trotzdem sind wir froh über sie. Wir sind langsam unterwegs und trotzdem so unendlich schnell. Und wir mögen es uns abends das Bett mit den Hunden zu teilen. Wir haben mehr Platz als in unserem Zelt und sind geschützter bei Regen. Und trotzdem haben wir uns in Lilu am Anfang unsicherer gefühlt als in unserem Zelt. Lilu lässt sich halt auch nicht so einfach verstecken. Seit wir die Fenster von Innen etwas abdunkeln können fühlen wir uns schon viel wohler. Und mit jeder Nacht bekommen wir mehr Routine und fühlen uns mehr wohl.