Gatauciai

Heute morgen schien schon die Sonne, als wir aufwachten. Wir waren in Ort noch einkaufen und dann ging es los. Erstmal auf dem Radweg raus aus der Stadt und dann am Rand der Straße weiter. Wir wollten den Jakobsweg durch Litauen finden. Erstmal gab es hier noch keine Pfeile oder Muscheln.

Als es das erste Mal möglich war von der Straße abzubiegen, haben wir das gemacht. Wir sind an Feldern vorbei kommen und durch einen kleinen Ort. Die Straße verlief dann parallel zu unserer kleinen Straße. Wir sind auch an schönen kleinen Häusern und Gärten vorbei gekommen.

Bei einer Pause hat Thomas dann gesagt, dass er glaubt, dass wir zurück müssen. Er muss zum Arzt. Wir hatten ja zwischen durch immer wieder im Gespräch, wie und ob seine Krankheit akut ist und wann wir zurück müssen. Jetzt war also der Punkt erreicht, an dem klar war, wir müssen zurück. Wir müssen es abklären lassen.

Wir sind noch bis über die Grenze nach Litauen gelaufen. Dort haben wir nach einem Bus Ausschau gehalten. Leider haben wir keinen gefunden. Also haben wir unsere Rucksäcke vorbereitet und den Daumen raus gehalten. Es hat etwas gedauert, bis jemand anhielt, da nicht so viele Autos in unsere Richtung unterwegs waren.

Ein Pärchen hat dann aber doch gehalten und hat uns sogar bis zum Campingplatz gebracht. Das war so gut und wir waren so glücklich darüber.

Am Campingplatz haben wir erstmal geguckt, wie es jetzt weitergeht. Wie wir zurück fahren können und wie wir es organisieren. Es hat etwas gebraucht, aber wir haben einen Weg gefunden.

Wir sind beide traurig über das jetzt doch so abrupte Ende unserer Reise und nachdem wir gerade einen neuen Weg folgen wollten. Wir wissen, dass unsere Entscheidung richtig ist, das wir zurück fahren und trotzdem fühlt sich die Reise noch nicht fertig an.

Morgen bleiben wir noch auf dem Campingplatz und dann heißt es erstmal lange still sitzen und Bus und Zug fahren.

Das Jakobsweg Symbol haben wir übrigens direkt hinter der Grenze in Litauen gefunden.

Eleja

Heute Nacht hat es noch ziemlich viel und laut geregnet, so dass ich nicht wirklich schlafen konnte. Und auch heute morgen haben sich dann Sonne und Regen abgewechselt.

Nachdem alles gepackt war, sind wir in den Ort gegangen. Wir mussten noch etwas Gemüse einkaufen und einen Platz finden, wo wir ein Formular drucken konnten.

In der Post war das Drucken leider nicht möglich. Die Frauen dort, waren aber sehr freundlich und haben uns zum Rathaus geschickt. Auch dort waren die Frauen super freundlich und halfen uns. Ich konnte das Formular drucken und sie haben auch gleich gefragt, ob einmal reicht oder lieber zweimal.

Da es jetzt schon fast Mittag war und unser Bus noch etwas Zeit hatte, haben wir einen Platz zum Mittagessen gesucht. Da es wieder nach Regen aussah, haben wir nach etwas überdachten Ausschau gehalten. Im Kirchenbüro waren keine Hunde erlaubt, aber davor war ein großes Dach. Als wir gerade beim Vorbereiten waren, kam eine Frau raus und meinte wir sollten doch drinnen essen. Der Flur war groß und warm, das tat gut. Wir konnten auch unsere Telefone aufladen.

Natürlich fing es gerade richtig doll zu regnen an, als wir zum Bus gehen wollten. In kompletter Regenmontur ging es dann zur Haltestelle. Die war zum Glück wieder überdacht.

Mit dem Bus ging es dann an vielen Feldern und Seen vorbei. Es gab keine Wälder und nur wenige Bäume. Wir konnten wieder viele Störche sehen. Wir sind auch an einem Straßenmarkt vorbei gefahren. Auf beiden Seiten der Straße saßen mit etwas Abstand Leute hinter kleinen Tischen mit Obst und Gemüse. Ein paar Autos hielten an den Ständen.

In Jelgava mussten wir umsteigen. Dann ging es noch etwas mehr in Richtung Grenze zu Litauen. Als wir aus dem Bus aus stiegen, fing es natürlich wieder an zu regnen. Wir sind weiter in Richtung Ort gelaufen und haben uns in einem Park einen Platz für unser Zelt gesucht. Da es hier kein Wasser für unseren Filter gab und keine Stelle, wo wir gut fragen konnten, haben wir das erste Mal Wasser im Supermarkt gekauft.

Eleja liegt so 5 Kilometer vor der Grenze zu Litauen. Heute ist also unsere letzte Nacht in Lettland. Wir sind dieses Mal noch nicht so nervös vor dem Länderwechsel, aber neugierig zu erfahren wie Litauen ist.

Die obligatorischen Blogartikel zu unseren Zeltplätzen und Essen kommen dann demnächst….

Ausrüstung – Kleidung

Hier mal wieder etwas aus der Kategorie „Vorstellung unserer Ausrüstung“. Heute möchte ich euch unsere Kleidung vorstellen, d.h. eigentlich wird es mehr eine Liste. Mit den Kleidungsstücken der Liste kommen wir durch Frühling, Sommer und Herbst. Für den Winter in Skandinavien hatten wir noch etwas aufgestockt und die Sachen nachher nach Deutschland zurück geschickt.

Hier die Kennzeichnung: Werbung, aber selbst gekauft ☺️

Thomas Kleidung im Rucksack und an:

  • 3 T-Shirts (Baumwolle)
  • 1 T-Shirt (Merinowolle)
  • 1 Langarmshirt (Wolle/Seide)
  • 3 Unterhosen (Baumwolljersey)
  • 1 lange Unterhose (Merinowolle)
  • 1 Short
  • 1 lange Wanderhose
  • 1 Fleece-Zipp-Jacke
  • 2 Paar Wandersocken
  • 2 Paar Merinosocken
  • 1 Paar Fingerhandschuhe
  • 1 Badeshort
  • 1 Merino-Buff
  • 1 Halssocke aus keine Ahnung was
  • 1 Sonnen-Cap
  • 1 Sonnenbrille

Lindas Kleidung im Rucksack und an:

  • 2 T-Shirts (Merinowolle)
  • 1 Tanktop (Merinowolle)
  • 1 Langarmshirt (Merinowolle)
  • 3 Unterhosen (Merinowolle)
  • 2 Bustiere (Merinowolle)
  • 1 Legging (Merinowolle)
  • 1 Shorts
  • 1 Rock (Baumwollcord)
  • 1 lange Wanderhose
  • 1 Fleece-Zipp-Jacke (Merinowolle)
  • diverse Merinowollsocken
  • 1 Paar Stricksocken
  • 1 Paar Fingerhandschuhe
  • 1 Bikini
  • 1 Merino-Pac
  • 1 dicke Halssocke (Merinowolle)
  • 1 dünne Mütze (Merinowolle)
  • 1 Sonnen-Cap (Leinen)
  • 1 Sonnenbrille
  • 1 Handtuch

Wir haben meistens die Sachen genommen, die wir eh zu Hause hatten. Wenn wir etwas ergänzen mussten, haben wir nach Second-hand-Sachen Ausschau gehalten. Ein paar der Sachen habe ich auch selbst genäht. Bei der Merinowolle haben wir versucht auf mulesing freie Wolle zu achten, wobei uns das sicher nicht bei allen Sachen gelungen ist. Wo mir das Material auf Anhieb einfiel steht es dabei.

Broceni

Heut morgen haben wir in Ruhe unsere Sachen gepackt und als wir fast fertig waren fing es an zu regnen. Wir hatten zwar schnell die Regensachen draußen und an, die Hunde waren trotzdem naß. Wir sind im Regen zum Bus gelaufen und waren froh dass er nicht so voll war und der Busfahrer uns mitgenommen hat.

Am Busbahnhof haben wir dann am Schalter ein Ticket für den nächsten Bus gekauft. Die Frau war super unfreundlich und wir waren froh als wir das Ticket hatten. Wir hatten noch Zeit bis unser Bus fuhr und haben draußen gewartet. Es hatte mittlerweile aufgehört zu regnen. Ein paar Katzen schliefen in der Sonne und saßen an verschiedenen Plätzen am Busbahnhof. Die Katzen waren sehr entspannt, auch noch als sie unsere Hunde sahen.

Am Kiosk war ich einen Kaffee kaufen. Die Frau war zum Glück sehr freundlich und geduldig. Ich konnte sogar eine normale Tasse bekommen. Die Frau war zwar sehr erleichtert als ich sie zurück brachte, aber das war ok. Sie hatte wohl nicht verstanden, dass wir außerhalb des Bahnhofs sitzen.

Die Busfahrt ging dann gut und im Ort angekommen, haben wir einen schönen Platz am Fluss für unser Zelt gefunden. Hier am Fluss ist ein großer Park mit Sport- und Spielmöglichkeiten. Wir stehen etwas an der Seite, nahe dem Fluss und von Blicken geschützt.

Ich habe mich am Nachmittag um eine Bewerbung gekümmert und Thomas hat den morgigen Tag geplant. Morgen geht es nochmal mit dem Bus weiter, bevor wir dann übermorgen wieder zu Fuß unterwegs sind.

Liepaja

Heute morgen haben wir noch einen Kaffee mit unserem Zeltnachbarn aus Deutschland getrunken. Er ist allein mit dem Fahrrad unterwegs und wie so oft, in die entgegen gesetzte Richtung. Danach ging es in die Stadt. Wir mussten noch einige Besorgungen machen.

Man sagt, Liepaja sei die Stadt in der der Wind geboren ist. Es war heute zwar windig, aber auch sonnig. Wir haben eine ganz andere Stadt vorgefunden, wie gestern. Nicht so grau und sehr offen. Wir waren auch in anderen Stadtteilen als gestern unterwegs.

Wir waren in einer Bar etwas zum Mittag essen und haben uns durch die verschiedenen Geschäfte geguckt. Thomas braucht eine neue kurze Hose, aber wir haben leider nichts passendes gefunden. Unser Versuch einen Tierarzt zu finden blieb erst erfolglos. Und so sind wir bei der Suche etwas durch die Stadt gekommen. Wir waren an einem kleinen Hafen und am Konzerthaus. Und immer wieder fällt uns auf, wie viel freundlicher eine Stadt bei Sonne wirkt. Auch etwas frische Farbe an den Häusern macht dazu noch viel aus.

Wir waren noch in einer Bar mit einem sehr originellen Garten und Zaun etwas trinken, bevor es weiter ging. Der Zaun war hoch aus Holzlatten und dazwischen waren Fenster eingesetzt, damit die Straße davor nicht so laut ist.

Als wir dann noch schnell vor der Rückfahrt zum Campingplatz einkaufen waren, sind wir dann doch noch an einem Tierarzt vorbei gekommen. Wir brauchten für die Vierbeiner nämlich wieder etwas gegen Zecken.

Am Campingplatz angekommen freuten sich die Hunde schon auf uns.

Das andere Zelt, das neben uns steht, sieht schon seit gestern so unbewohnt aus. Im Vorzelt liegt Profiant und innen sieht auch alles eingerichtet aus. Das Zelt hat ein Fenster zum Reinsehen. Wir haben in der Campingplatzrezeption bescheid gesagt, ob die etwas wissen. Die waren erstmal ratlos, wem das Zelt gehört und konnten es nicht zu ihren Unterlagen zuordnen. Schon komisch. Es sieht halt auch nicht so aus, als hätte jemand sein Zelt vergessen. Wir hoffen, dass der Besitzer noch auftaucht.

Heute sind hier ziemlich viele Campingwagen und keine weiteren Zelte. Schade eigentlich.

Liepāja

Heute war wieder Bus fahren angesagt. Unser Bus verließ den Ort am Nachmittag, so dass wir genügend Zeit zum Packen und in Ruhe in den Ort gehen hatten. Ich bin an Reisetagen immer nervös und habe Angst den Bus zu verpassen.

Als wir gerade am Strand waren, um zurück in den Ort zu laufen, fing es an zu regnen. Zum Glück war es nicht mehr weit bis zum Ort und sobald wir unsere Regensachen an hatten, hörte der Regen auch erstmal auf. Unter einer großen Linde, nahe dem Laden, haben wir Mittag gegessen und noch etwas gewartet, bevor wir zur Haltestelle gingen.

Der Bus kam pünktlich und es ging dann fast immer parallel zur Küste. Einmal musste der Bus ziemlich bremsen, da ein Storch knapp vor ihm über die Straße flog.

Kurz hinter dem Ortsschild von Liepāja begann das Industriegebiet. Aber nicht so ein modernes mit mehr oder weniger ästhetischen Werkshallen. Nein. Es war so ein typisches, altes, graues aus der sowjetischen Zeit. Zum Teil verfallen, zum Teil noch in Benutzung. Dazwischen Stromkabel, Umspannwerke und Rohre. Dazu grauer Himmel. Es erinnerte mich an meine Kindheit, wenn wir in die nächste Stadt gefahren sind, mussten wir immer an einem Kohlekraftwerk vorbei. Ich erinnere mich an grau, auch mein Gefühl fühlt grau. Genauso grau fühlte sich die Einfahrt in die Stadt an.

Wir sahen vom Bus aus Holzhäuser an denen die Farbe abblätterte. Ich muss an die schön gestrichenen Häuser in Haapsalu denken. Wieviel freundlicher alles doch mit etwas Farbe wirken würde. Auch einige Altbauten mit verzierten Fenstern sehen ir. Keine dieser Altbauten ist restauriert. Sie wirken grau und unbelebt. Ich muss an Deutschland denken, wie begehrt in vielen Städten Altbauwohnungen mit ihren hohen Decken sind. Es wirkt hier nicht so. Der Himmel wird immer grauer und unser Bus kommt am Bahnhof an.

Wir sehen einige alte eckige Straßenbahnen mit viel Werbung und folgen der Straße zur der Haltestelle, wo unser nächster Bus fährt. Wir warten vor einem super modernen Sportzentrum auf den Bus. Der Busfahrer ist freundlich und lässt uns mitfahren, obwohl Hunde eigentlich verboten sind im Bus.

Die Fahrt geht aus dem Stadtzentrum raus. Wir kommen an alten, aus Backstein gebauten, Arbeiterhäusern vorbei. Einige sind bewohnt. Dazwischen immer wieder zerfallene Arbeiterhäuser mit zugemauerten Fenstern. Zwischen den Häusern Grünstreifen mit Gärten oder Spielplätzen. Es fängt draußen an zu regnen.

Nach den Backsteinhäusern kommt ein großer Park der von unsanierten Neubaublöcken abgelöst wird. Zwischen den Blöcken blitzt auf einmal eine große orthodoxe Kirche auf. Ihre Dächer sind golden und leuchten auch bei diesen grauem Wetter.

An der Endhaltestelle steigen wir aus. Auch hier Neubaublocks. Sie wirken alle bewohnt und wirken irgendwie bunt, auch wenn sie eher dreckig weiß sind. Sie sind mit weißen Backsteinen verkleidet. Vor einem Blog steht eine Kindergruppe. Eine Frau säubert den Bereich, um die Mülltonnen. Eine Katze läuft um uns rum und ein kleiner Hund folgt uns und würde unsere Vierbeiner anscheinend gern kennenlernen.

Bis zum Campingplatz ist es noch ein Stück an einer Straße entlang. Der Platz ist an einem See auf dem man Wakeboard fahren kann. Er wirkt neu, aber etwas lieblos.

Unser Zelt steht und wir sind müde und liegen in unseren Schlafsäcken.

Jūrkalne

Wir sind heute morgen wirklich super zeitig wach gewesen und dabei wollten wir den Tag ja hier verbringen. Um zehn hat sich der Tag daher schon so lang angefühlt.

Wir waren am Morgen am Strand. Müll sammeln, Bernstein suchen und Hunde bespaßen. Thomas musste al wieder seine Isomatte reparieren. Auch haben wir angefangen unsere Weiterreise zu planen. Das hat so ziemlich den restlichen Tag eingenommen, denn kaum hatten wir einen Plan, fehlten Informationen oder es kamen keine günstigen Informationen für uns. Wir haben es aber bis zum Abend geschafft alles so weit zu planen, dass wir morgen hier mit einem Ziel aufbrechen können.

Gegen Mittag bin ich nochmal zum Ort und zum Laden gelaufen, um einzukaufen. Thomas hatte etwas Kopfschmerzen und ist mit den Hunden am Zelt geblieben.

Ansonsten standen heute immer wieder kurze Strandspaziergänge an. Wir wollten gern noch etwas Bernstein finden. Auch ohne Fund waren die Spaziergänge schön.

Gegen Abend zog Regen auf. Wir räumten schnell das Zelt ein und bereiten uns auf Regen vor. Der Regen kam aber nicht und statt dessen blauer Himmel und Sonnenschein. Der Wind blieb und die Ostsee hatte ziemlich große Wellen, die immer wieder weit im Strand endeten.

Jetzt liegen wir im Zelt und können die Wellen heute noch lauter hören als gestern.

Blondi liebt es übrigens auf Tischen zu stehen und liegen. Da ist die Aussicht besser…

Jūrkalne

Heute morgen hatten wir viel Zeit. Nach dem Frühstück haben wir in Ruhe unsere Sachen gepackt und sind durch den Ort geschlendert. Wir wollten am Nachmittag den Bus nach Jūrkalne nehmen, da wir dort einen schönen und günstigen Zeltplatz gefunden hatten.

Wir waren noch kurz im kleinen Laden für unser Mittagessen einkaufen und haben dann den Vormittag an einem Picknickplatz in dem Ort verbracht. Der Ort ist so grün. Es wirkt eher als würden ein paar Häuser in einem Park stehen, als ein Park in einer Stadt. Es gab mehrere Spielplätze, eine OpenAir-Bühne, Parks, Picknickplätze und viele Gärten, die nicht durch Zäune getrennt waren. Überhaupt gab es in dem Ort kaum Zäune. Ich bin sehr begeistert von solchen grünen Orten.

Es wirklich Sommer jetzt. Alles ist nicht mehr so satt grün. Das Gras wird langsam geerntet und die ersten Heuballen liegen auf den Wiesen. Ich habe lange auf dieses satte Grün gewartet, das uns in Estland begegnet ist und langsam realisiere ich, dass es an der Jahreszeit und nicht am Land liegt. Auch Lettland schleicht sich immer mehr in mein Herz. Es ist anders als Estland und trotzdem genauso schön. Und auch das Meer. Ich liebe es einfach am Meer zu sein und den Wellen zuzuhören. Ich bin immer wieder glücklich es zu sehen.

Mit dem Bus ging es dann nach Jūrkalne. Der Ort ist auch nicht so groß. Es gibt einen Laden, einen großen Spielplatz, eine Kirche. Mehr haben wir noch nicht erkundet. Wir mussten zu unserem Zeltplatz noch etwas den Strand entlang laufen, aber trotz das Sonntag heute ist, war es nicht voll. Die Leute hatten genügend Platz und wir konnten ganz entspannt laufen.

Unser Zeltplatz liegt wirklich idyllisch. Direkt an der Steilküste mit Zugang zum Strand. Wir sind die einzigen Gäste und haben einen tollen Platz im Schatten, mit Blick auf das Meer. Die Leute sind nett hier und der Platz hat sogar eine richtige Küche. Nur eine Dusche gibt es leider nicht. Die ist gerade kaputt. Aber wir zahlen wirklich nicht viel hier, so dass wir total zufrieden sind.

Hier gibt es noch zwei andere Hunde. Der eine ist so groß, aber noch relativ jung. Er wirkt etwas tolpatschig und so freundlich. Seine Pfoten sind mindestens doppelt so groß, wie Marvins.

Nach dem Abendessen war ich nochmal am Strand, um Bernstein zu suchen. Und ich habe glaube ich auch welchen gefunden. Wir werden den morgen aber nochmal in Ruhe untersuchen.

Während ich am Strand war, hat Thomas einen Weg in Litauen für uns gefunden. Einen Jakobsweg, oder besser ganz viele. Wir müssen uns nur entscheiden, welchen wir gehen wollen. Wir sind glücklich mit dieser Idee, da unsere Motivation hier gerade nicht so gut ist. Die schlechten Ausschilderungen und wenig Wegalternativen gefallen uns hier immer noch nicht gut. Wir werden jetzt etwas mehr den Bus nehmen und uns in Richtung eines Jakobsweges begeben.

Uzava

Heute morgen wurden wir noch zum Frühstück eingeladen. Mit Rührei, Tomaten und Gurken. Es war sehr lecker. Danach haben wir noch ein paar Fotos gemacht und unsere Rucksäcke fertig gepackt. Wir haben auch noch Marmelade und Gurken mitbekommen. Es war so schön dort und so ein schöner Garten. Dagegen wirkte die Straße dann richtig trist, obwohl auch dort am Rand lauter Blumen wuchsen.

Wir haben unterwegs kurz an einem See eine Pause eingelegt und überlegt, was wir machen. Eigentlich wollten wir bis zum Leuchtturm laufen, haben uns dann aber dagegen entschieden. Wir waren beide nicht so motiviert. Das Wetter war am Vormittag auch eher grau mit immer wieder leichtem Regen. Wir haben uns dann dafür entschieden in Uzava an der Kirche nach einem Platz zu sehen. Bis zur Kirche war es aber noch ein Stück.

Kurz vor dem Ort hat uns an einem Haus ein Hund angebellt. Das Haus hatte keinen Zaun und der Hund keine Leine. Er kam auf die Straße gelaufen. Ich war mit Blondi vorn und er kam direkt zu uns. Ich hatte Blondi zum Glück schon vom Rucksack gelöst. Der Hund ließ sich von mir nicht weg schicken und knurrte Blondi auch schnell an. Sie machte sich zum Glück klein und der Hund lief erstmal zur Seite. Er hatte Marvin zum Glück noch nicht wahrgenommen. Ich hatte Blondi direkt los gelassen, damit sie sich frei bewegen kann mit dem anderen Hund und was macht dieses verrückte Huhn? Sie rennt direkt in den Garten des Hauses. Ich hab den anderen Hund sie schon angreifen gesehen. Der andere Hund war zum Glück etwas perplex darüber und reagierte nur zögerlich. Ich rief Blondi zurück und es schien ihr an meiner Stimme klar zu sein, dass das gerade gar nicht gut war. Sie kam zur Straße zurück und der andere Hund lief wieder auf sein Grundstück. Da Blondi noch nicht wieder bei mir war, sondern erstmal etwas die nächste Hecke erschnuppern musste, rief ich sie weiter. Als sie dann wieder neben mir war, konnten wir weiter. In der Zeit war der andere Hund um das Haus rum gelaufen und bellte jetzt von der anderen Seite. Endlich griff aber auch der Besitzer ein und rief seinen Hund. Er hatte uns davor schon gesehen und nichts unternommen. Wir sind einfach schnell weiter gegangen. Hinter dem Haus war noch ein älterer angeketteter Hund, der uns nur groß anguckte.

An der Kirche angekommen, haben wir erstmal etwas gegessen.

Thomas war später einkaufen und Fotos machen. Es ist ein süßer kleiner und grüner Ort. Wir sind froh hier wieder so einen schönen Platz gefunden zu haben.

Wir haben uns dafür entschieden, morgen mit dem Bus nochmal ein Stück zu springen und etwas Zeit zum Bernstein suchen zu nehmen. Ich würde sehr gern welchen finden.

Strandfunde

Die Überschrift hört sich erstmal verlockend an. Bei Strandfunden denke ich an Muscheln, Steine, Hühnergötter und Donnerkeile, jedoch weniger an Müll. Aber darum soll es hier jetzt gehen.
Es ist unser Müll, auch wenn wir noch so viel sortieren, unser System ist nicht gut. Wir verkaufen den Müll weiter, verschiffen ihn und verlieren ihn. Wir verlieren ihn auch jeden Tag, ohne ihn zu verschiffen. Da fällt mal eben etwas Bonbonpapier oder besser Folie aus der Tasche und wird nicht aufgehoben oder uns fliegt ein Luftballon davon. Mhh im ersten Moment vielleicht ärgerlich, aber nicht zu ändern. Oder wir lassen gleich ganz viele Luftballons mit Glückwünschen ganz bewusst starten. Und die fliegen in Richtung Meer und landen darin. Ein besonders eindrucksvolles Exemplar haben wir hier letztens am Strand gefunden. Es kommt aus dem deutschsprachigen Raum und hat den Weg nach Lettland gefunden.
Oft finden wir auch die Schleifenbänder mit Luftballonresten. Was wir dagegen tun können? Es erstmal wahrnehmen. Danach sieht man nämlich den Müll wirklich überall liegen. Im nächsten Schritt kann man den Müll aufheben und zum nächsten Mülleimer bringen. Es gibt zum Beispiel den Verein Ozeankind e.V. [Werbung], denen man die gesammelten Müllmengen melden kann. Das vermittelt ein Gefühl von Gemeinschaft. Wer nicht gern allein sammelt, kann zum Beispiel „Clean ups“ organisueren oder zu „Clean ups“ gehen. Zusammen mit anderen geht es schneller und macht Spaß. Selbst wenn man jeden Tag nur den Müll auf seinem täglichen Weg aufhebt, bewegt man schon etwas.
Wenn man natürlich erst gar keinen oder nicht viel Müll produziert, hilft man der Natur. Zero waste ist hier das Zauberwort. Und wenn man sich erstmal eine Sache vornimmt, ist ein Anfang gemacht.
Auch auf Reisen ist vieles möglich. Wir sammeln ab und zu Müll. Das schaffen wir nicht jeden Tag und auch nicht lang, denn mit 15 bis 20 Kilogramm auf dem Rücken sich zu bücken und wieder aufzustehen ist schon sportlich. Da es oft nicht gleich einen Mülleimer gibt, tragen wir unsere gesammelten Werke auch oft noch ein Stück mit uns. Das für uns gerade einfachste ist gar nicht erst so viel Müll zu produzieren. Wir kaufen Gemüse lose und haben dazu dünne Baumwollbeutel dabei. Unsere Metalltassen nutzen wir, wenn möglich auch für den Kaffee am Kiosk. Manchmal sind wir dafür aber auch zu langsam. Oft gibt es hier auch in Cafés Pappbecher(besonders auf Campingplätzen). Gerade dort lohnt sich das fragen nach einer Tasse oder das anbieten der eigenen.
Plastik fällt bei uns trotzdem an. Nudeln und Hundefutter ist normalerweise verpackt, wenn wir nicht gerade einen Unverpacktladen finden. Die Verpackung nutzen wir mindestens noch als Müllbeutel oder zum Verpacken von anderen Dingen.
In unserer Waschtasche gibt es Bambuszahnbürsten, festes Deo, Zahnputztabletten und Seife. Alles können wir ohne Plastikverpackung kaufen. Wir sind nicht perfekt, aber jeder noch so kleine Schritt zählt.