Lannion

Der Morgen startete gestern wieder mit Nebel. Und so hat es gut gepasst, dass wir nach Lannion zum Markt wollten.

Der Fluss an dem die Stadt liegt, ist bzw war bis dahin schiffbar, so dass sie wirtschaftlich relativ bedeutend für die Region war. Und das sieht man ihr heute noch an.

Der Markt ist relativ bekannt und zieht sich durch weite Teile der Innenstadt. Auch wenn das Meer nicht weit ist, ist das Land nicht flach. Die Stadt erstreckt sich auf einer Flussseite an einem Hang. Die andere Flussseite wirkte flach, aber vielleicht kam uns das nur so vor.

Der Markt auf der Hangseite. Und so standen auch einige Marktstände an ganz schön steilen Stellen. Die Häuser bestanden aus dem typischen Granit und zwischendrin gab es immer mal ein Fachwerkhaus. Es wirkte alles sehr stimmig. Am Fluss, wo der andere Marktteil war, gab es viele Bänke und Blumen. Eine Uferseite war immer „Grün“ gehalten und zum Teil auch ohne Autoverkehr. Das war schön und machte auf uns einen sehr freundlichen und angenehmen Eindruck.

Wir haben sogar noch in einem richtig schönen Park gepicknickt, bevor wir wieder gefahren sind.

Pleumeur-Bodou

Heute waren wir in Pleumeur-Bodou oder besser gesagt im Village Gaulois, im gallischen Dorf.

Das Dorf besteht aus Lehmhütten und das Leben der Gallier wird den Besuchern durch jede Menge Spiele näher gebracht. Es ist alles liebevoll angelegt und durchdacht. E. war leider für die meisten Spiele noch zu klein, aber mit etwas älteren Kindern, kann man da gut ein paar Stunden verbringen.

Am Nachmittag waren wir dann nochmal am Strand. Thomas und Marvin waren schwimmen und ich saß mit E. unter der Strandmuschel. Und dann haben wir natürlich auch noch getauscht, dass ich auch ans Wasser konnte zum Muscheln suchen.

Heute roch unsere Haut und unsere Sachen einfach nach Sommer, Sonne, Salz und Meer. Das ist ein schöner, entspannender Geruch. Dazu liegt das Meer hier am Abend ganz ruhig und idyllisch und diese Ruhe breitet sich hier irgendwie auch über den Campingplatz aus.

Ploumanach

Gestern waren wir in Ploumanach. Wir wollten uns die Gezeitenmühle ansehen.

Die Parkplatzsuche war, wie hier an der Küste oft, nicht ganz einfach, da wir mit Dachträger auf dem Bus über 1,90m sind. Die Ortschaften möchten verständlicher Weise die ganzen großen Campingwägen nicht in den engen Gassen und so sind viele Parkplätze mit Höhenbeschränkung.

Der Ort hatte ein extra Parkleitsystem für Campingmobile und so standen wir dann gemeinsam mit denen am Stadion. Von dort aus führten auch mehrere Wanderwege an die Küste.

Wir sind dann in Richtung Ortskern oder besser einen Teil des Ortskerns gegangen. Dort war das Bild des Strandes wirklich beeindruckend. Es war gerade Ebbe und die rosa Felsen vor dem blauen Himmel sahen sehr surreal aus.

Wir sind dann wieder etwas dem Zöllnerpfad gefolgt. Es ging diesmal etwas über Felsen und wir hatten dabei eine tolle Sicht auf den Hafen.

Über den Hafen sind wir dann auch zur Gezeitenmühle gelangt. Es gab im Hafenbecken zwei davon. Bei der scheinbar älteren sind wir angekommen. Der Weg über die Staumauer war leider gesperrt, da er nicht mehr sicher war. So sind wir dann nicht mehr zu der anderen Mühle gegangen, da der Weg uns in der Sonne dann doch zu warm war.

Am Nachmittag regnete es wieder. Zum Glück nicht so lange, so dass wir dann auch noch an den Strand konnten. Wir sind diesmal an den nächsten Strand gelaufen. Dort gab es kaum Seeanemonen, dafür aber ganz viele Schnecken, denen wir zusehen konnten.

Trégastel

Heute waren wir in Trégastel. Wir wollten etwas an der Küste entlang wandern.

Im Ort angekommen, war dort gerade Markt. Wir sind eine Runde über den Markt geschlendert und wollten uns beim Bäcker Sandwiches holen. Naja so war zumindest der Plan. Leider ist es als Vegetarier in Frankreich gar nicht so einfach. Oft gibt es schlicht nichts vegetarisch herzhaftes. Also man könnte sich von Kuchen und co ernähren, aber ein Sandwich nur mit Käse, ohne Schinken zu bekommen ist echt schwer. Und auch das Wissen, was Vegetarier so im allgemeinen essen oder nicht, scheint oft auch zu fehlen. Mir wurden auch schon Thunfisch- Sandwiches als vegetarisch angeboten. In Deutschland spaßen wir immer noch, dass ich Müsliriegel einstecken sollte, hier Frankreich ärger ich mich dann es nicht doch gemacht zu haben.

Heute war es jedenfalls wieder schwerer etwas zu Essen für mich zu finden.

Als wir dann etwas hatten, haben wir uns in Richtung Meer aufgemacht. Wir mussten erstmal etwas aus der Stadt raus laufen. Dann ging es auf dem Zöllnerpfad zwischen Farnen und Brombeeren entlang, mit Blick auf die rosafarbenen Felsen.

An einem Strand haben wir auch eine für uns neue Muschelsorte gefunden.

Es war gut zu laufen und ich habe auch gemerkt, dass meine Kondition noch nicht wieder richtig gut ist. Die Sonne hat dazu auch beigetragen. Der Pfad lag meist in der Sonne und Schatten rar. Ich war froh dann wieder am Auto zu sein.

Der Regen kündigte sich da auch schon an und auf dem Weg zum Zeltplatz regnete es das erste Mal richtig. Der Zeltplatz schien aber von dem Wolkenbruch nicht so viel abbekommen zu haben.

Am Nachmittag waren wir dann nochmal am Strand und haben Muscheln gesuch und Seeanemonen im Wasser beobachtet.

Am Abend gewitterte es dann noch und der Regen blieb den Abend über.

Quintin und Guingamp

Heute morgen sind wir nach Quintin gefahren. Die Stadt hat uns total überrascht. Sie besteht aus vielen alten bretonischen Häusern. Sie liegt auf einem Hügel. Bei unserem Spaziergang kam uns die Stadt relativ leer vor. Uns sind aber viele Hinweisschilder auf große Parkplätze aufgefallen. In der Hauptsaison muss die Stadt richtig voll sein. Auch gab es in der Stadt relativ viele Geschäfte für ihre Größe (lt. Reiseführer 3000 Einwohner).

Der Ort hatte als Stadt der Weber einen großen Ruf. Leider waren wir für eine Führung im Leinenmuseum wieder zur falschen Zeit da.

Durch den Ort schlängelte sich auch ein kleiner Fluss in dem wir Fische entdecken konnten und es gab einen großen See zum Angeln. Auch blühten an jeder Ecke Blumen. Es war wirklich ein Fest für die Augen.

Dann ging es für uns weiter nach Guingamp. Dort haben wir uns etwas durch die Stadt treiben gelassen. Angefangen haben wir in einem Park mit alten Pavillon und dann ging es weiter in Richtung Kirche und Innenstadt. Durch enge Gassen kamen wir an einen Fluss, der von einer Fußgängerbrücke überspannt wurde. Das war wirklich toll. Wir konnten den Fluss beobachten und die Stadt nochmal von einer anderen Seite sehen. Die Stadt war lebhaft und wirkte wenig touristisch.

Heute stehen wir an einem Picknickplatz an einem Fluss. Es ist wirklich toll hier. Ganz ruhig und der Platz ist wirklich sauber und gepflegt.

Lamballe

Gestern haben wir den Campingplatz verlassen und sind nach Lamballe gefahren. Der Morgen ging wieder neblig und kühl los. Als wir dann allerdings in Lamballe waren, schien die Sonne.

Wir wollten uns das Gestüt ansehen. Wir waren erst noch in der Altstadt, um etwas zu essen und sie uns anzusehen. Die Stadt war durch lauter enge Gassen gekennzeichnet und an einem größeren Platz standen ein paar Fachwerkhäuser.

Im Gestüt angekommen, haben wir erfahren, dass man es nur mit Führung besichtigen kann. Die Nächste wäre aber erst in 1,5 Stunden gewesen. Das war uns dann doch zu lang zum Warten.

Wir sind dann weiter gefahren. Wir wollten die Nacht bei einem Arboretum verbringen. Dort waren wir dann noch eine Runde spazieren.

Strandtag

Heute sind wir auf dem Campingplatz geblieben. Wir mussten etwas Wäsche waschen und unsere Sachen etwas trocknen. Im Auto ist doch durch die Nächte relativ viel Feuchtigkeit.

Wir waren am Vormittag noch am Strand spazieren. Es war gerade Flut, aber noch ziemlich am Anfang. Wir konnten Felsen mit Miesmuscheln ansehen und weit am Strand lang gehen. Der Strand sah so flach aus, aber an den Felsen konnte man gut sehen, wie tief man quasi schon unter Wasser war.

Wir haben ein paar Einsiedlerkrebse im Sand beobachten können und eine gemusterte Qualle.

Am Nachmittag waren wir dann nochmal am Strand. Im Schatten der Strandmuschel haben wir mit E. im Sand gebuddelt. Die Flut war jetzt schon fast vollständig da. Das Wasser kam jetzt tosender am Strand an und es war jetzt auch zu sehen, dass es gar nicht so flach ins Wasser geht.

Den restlichen Nachmittag haben wir dann am Bus im Schatten verbracht. Es ist gar nicht so warm und durch den Wind merkt man die Sonne gar nicht so sehr, so dass wir sehr darauf achten im Schatten zu bleiben.

Am Abend roch es auf dem Campingplatz nach Blumen und Gitarrenklänge waren zu hören. Alles wirkte sehr idyllisch. Beim Abendessen hoppelten in ein paar Metern Entfernung ein paar Hasen vorbei und auch die Vögel kommen sehr nah an uns ran.

Fort la Latte

Heute morgen haben wir relativ lange gebraucht zum Packen. Über dem Fluss hing dicker nebel und es wae etwas frisch.

Wir sind weiter der Küstenstraße gefolgt. Immer wieder war der Blick auf die Küstenlinie frei. Die Landschaft war richtig schön.

Der Weg führte uns zum Fort la Latte. Es ist wohl von seiner Lage her sehr besonders und „The Viking“ wurde hier wohl unter anderem gedreht.

Wir haben erstmal im Schatten gepicknickt bevor wir in Richtung Fort aufgebrochen sind. Das Fort haben wir uns nur von Außen angesehen und sind dann ein Stück dem Zöllnerpfad bis zum Parkplatz gefolgt. Der Weg war von Farnen, Dornen und Fingerhüten gesäumt. Zwischendurch wuchs auch mal Minze. Die Aussicht auf das Fort und in die andere Richtung das Cap Fréhel waren beeindruckend.

Nach einigem Gefahre und weiteren tollen Ausblicken auf die Küste, sind wir am Ende doch kurz nach dem Cap Fréhel auf einen kommunalen Campingplatz gefahren. Und das war ein richtiger Glückstreffer. Das Gelände ist weitläufig und man kann sich seinen Stellplatz frei wählen. Es ist leicht hügelig und als würde das Gelände aus alten bewachsenen Dünen bestehen. Es gibt viele Vögel und ein paar Hasen. Es gibt mehrere Strandzugänge und die Sanitäranlagen sind sauber, dazu gibt es nich einen gut ausgestatteten Laden und der Preis für den Stellplatz ist auch sehr günstig.

Saint- Malo

Gestern waren wir in Saint- Malo. Wir haben uns morgens extra beeilt, um nicht so spät vom Campingplatz aufzubrechen.

Wir sind den Weg an der Küste entlang gefahren und die Stadt begann relativ klein, fast dörflich. Unser erster Stopp war ein Waschsalon, da wir keine frischen Windeln für E. mehr hatten. Wir hatten Glück und mussten nicht lange auf eine freie Maschine warten. Während wir auf die Maschine gewartet haben sind wir etwas spazieren gegangen und haben Baguettes gegessen.

Dann ging es mit dem Auto noch etwas weiter in Richtung Altstadt. Die Sonne kam mittlerweile zum Vorschein und die Wolken verschwanden. In der Altstadt angekommen, haben wir sie auf der Stadtmauer umrundet. Wir hatten von da eine tolle Sicht und konnten das Treiben der Boote auf dem Meer beobachten. Das Wasser sah so wunderbar türkis und klar aus. Thomas konnte sogar ein paar Fische sehen.

Wir sind auch noch etwas durch die Gassen der Altstadt geschlendert. In der Altstadt tummeln sich lauter Geschäfte und wir haben durch Zufall die Markthalle gefunden. Die Markthalle war leider geschlossen.

Für uns ging es dann wieder aus der Stadt. Trotz trubeligen Feierabendverkehr wirkte die Stadt angenehm. Wir mussten dann noch einkaufen und französische Einkaufszentren sind speziell. Wir finden sie ziemlich unübersichtlich und oft wirkt es so, als ob die Straßen eigentlich vergessen und nur noch schnell ergänzt wurden. Wir waren dann froh als wir uns in Richtung Stellplatz aufmachen konnten.

Am Stellplatz angekommen, war der schon gut von Vans und Campingwagen besucht. Für uns gab es auch noch eine Lücke. Wir waren so müde. Da der Stellplatz ein normaler Parkplatz war, gab es nicht so richtig die Gelegenheit E. abzusetzen und so habe ich ihn noch weiter spazieren getragen, bis das Bett ausgeklappt war.

Cancale

Wir sind seit gestern in Cancale auf einem Campingplatz, genauer am Pointe du Grouin.

Wir haben einen schönen abgelegenen Stellplatz und können das Meer zwischen den Bäumen sehen. Der Campingplatz liegt direkt an den Klippen und dem Zöllnerpfad, der sich um frankreichs Küste schlängelt.

Über diesen Weg haben wir am ersten Abend auch einen Spaziergang zum nächsten Strand gemacht. Der Weg führte an einer Geschützanlage des 2. Weltkrieges vorbei. Thomas meinte normalerweise seien bei den Anlagen die Metallteile, wie Mündungen, abgebaut, aber diese Anlage besaß noch ihren Lauf. Diese Anlage hinterließ ein ganz schön mulmiges Gefühl bei mir.

Heute waren wir dann mit dem Bus in Cancale. Auf dem Markt gdb es für uns Galett und wir sind etwas durch den Ort geschländert. Wir sind auch an einen Strand abgestiegen. Dort konnten wir tatsächlich im Schatten sitzen und auf das türkisblaue Wasser gucken. Das Wasser wirkte so klar und am Horizont war der Mont St. Michel zu sehen.

Über den Zöllnerweg ging es dann zum Hafen von Cancale. Dort herrschte auf einmal ein buntes Touristentreiben und es waren so viel mehr Leute unterwegs als noch in der Oberstadt.

Zurück am Zeltplatz waren wir ziemlich müde und haben alles für morgen schon vorbereitet. Unsere Art zu Reisen hat sich doch mit Baby jetzt schon ganz schön geändert. Es ist viel mehr Alltag an einem anderen Ort, mit mehr Dingen und Erlebnissen bei gleichen Aufgaben. Es ist herausfordernd und schön und wir sind gespannt, wie sich unsere Sicht darauf im Laufe der Reise verändert.