Wingene

Heute morgen ging es ganz ruhig los. Wir haben gefrühstückt und unser Zelt zusammen gepackt und noch einen Kaffee bekommen. Das war gut. Wir haben uns noch etwas mit Elsje, unserer Couchgeberin, unterhalten und sind dann aufgebrochen. Es war schon ziemlich warm, aber der Weg war zum Glück ein Feldweg. Für uns war das etwas entspannter, als auf der Straße.

Vor dem ersten Ort ging es dann auf der Straße weiter, begleitet von Schweineställen und deren Geruch. Massentierhaltung bekommt hier nochmal eine andere Bedeutung. Das ist wirklich eine Industrie. Die Schweine sehen nur auf dem Weg zum Schlachter Sonnenlicht. Sie sind ihr ganzes Leben in einem abgeschlossenen Stall. Uns ist auf unserem Weg auch so ein Schlachttransporter begegnet. Die Schweine waren ganz still und guckten uns an und schnupperten mit ihren Nasen nach draußen. Ein Schwein hatte gaz viele Schrammen auf seiner Haut. Mit ihren schwarzen Knopfaugen, die in dem Moment auf uns gerichtet waren, wirkten sie so … Ich finde gerade kein gutes, passendes Wort dafür. Wie kann ich ihr Fleisch essen, wenn ich weiß, dass sie kein gutes Leben hatten. Wenn ich weiß, dass sie weite Strecken transportiert werden und es egal ist, wenn unterwegs welche sterben. Wenn ich weiß und sehe, dass die Bauern damit rechnen, dass in ihren Ställen Tiere sterben, da die Bedingungen nicht gut sind. Und das alles nur, damit wir jeden Tag lustig Fleisch essen können und vieles auch noch am Ende in der Tonne landet. Und dann? Was habe ich auf meinem Teller heute? Warum wird in Großküchen oft Fleisch verwendet? Warum ist es so billig? Schaffe ich es meine Gewohnheiten zu ändern?

Im Ort konnten wir dann viele schöne neue und alte Häuser bewundern. Auch die neuen Häuser bestehen hier immer wieder aus Backstein. Das sieht wirklich schön aus. Bis zur Stadt, Lichtervelde, war es jetzt nicht mehr weit. Nachdem wir einkaufen waren, haben wir dort erstmal unsere Mittagspause gemacht. Wir saßen an der Kirche im Schatten und haben überlegt, was wir machen. Es war wirklich ziemlich heiß mittlerweile. In dem Moment kam dann unsere Couch surfing Zusage. Das war so gut und hat uns wirklich erleichtert. Es fühlt sich gut an zu wissen, wo wir einen Platz zum Schlafen haben. Also sind wir dann Richtung Wingene aufgebrochen.

Leidee gab es in die Richtung keine Feldwege und wir mussten an der Straße gehen. Wir hatten den Hunden zum Glück ihre Schuhe angezogen, da es wirklich heiß war. Im ersten Ort haben wir dann nochmal eine längere Pause gemacht, da es gefühlt immer heißer wurde. Wir saßen im Schatten und haben uns ein Eis gegönnt und den Hunden ganz viel Wasser. Der Weg zog sich dann noch ein ganzes Stück und wir haben oft Pausen eingelegt. Die Sonne macht den Rucksack gleich noch viel schwerer. Wir waren wirklich so froh, als wir angekommen sind.

Wir wurden super freundlich von Naas und Sabien entfangen. Wir haben einen schönen Platz für unser Zelt im Garten. Die beiden wohnen in einem Bus, der in einer großen Werkhalle steht. Der Bus ist total schön und ganz klar und praktisch ausgebaut. Für die Hunde gibt es sogar eine Badewanne im Garten. Die beiden haben nämlich auch einen Hund. Wir sind so froh, dass wir hier sein können.

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