Saint-Pierre-en-Porte

Wir haben uns für einen Pausentag entschieden. Es ist ruhig auf dem Campingplatz und wir haben beide lange geschlafen. Heute habe ich zur Abwechslung mal das Frühstück vorbereitet und Kaffee gekocht. Da uns beim Frühstück mal wieder der Schatten fehlte war Thomas nach einem Sonnenschirm fragen. Zurück kam er mit dem Schirm und einem ziemlich großem Stück Hai. Er war glücklich darüber, nur haben wir nicht mehr so viel Gas zum Kochen. In den Läden hier gab es leider kein passendes.

Da es hier noch einen anderen, viel größeren Campingplatz gibt, bin ich dort hin fragen gegangen. Leider hatten sie auch keine kleinen Gasflaschen. Die Frau war so freundlich und hat auch noch bei anderen Plätzen auf unserem Weg angerufen, ob dort nachzufragen. Leider hatten sie keine und niemand wusste wo wir kleine Gasflaschen her bekommen können.

Als ich zurück war, hat Thomas unsere Camping-Nachbarin, Edith, gefragt, ob wir den Hai nicht bei ihr zubereiten und gemeinsam essen könnten. Sie stimmte zu. Es war ein wirklich schönes Essen und es war so komfortabel mit einem richtig gedeckten Tisch zu essen. Ich habe zwar nicht alles vom Gespräch verstanden, aber das Meiste schon und Thomas hat mir bei dem Rest dann weiter geholfen.

Vor dem Essen war endlich Haare schneiden angesagt. Thomas hat mir meine Haare gekürzt. Das fühlt sich so toll an und sie trocknen jetzt viel schneller. Auch ist es jetzt das erste Mal, dass mein Dread länger als die restlichen Haare und damit sichtbar ist. Es ist schon ein komisches Gefühl, seine abgeschnittenen Haare dann so liegen zu sehen und in den Müll zu tun.

Nachdem meine Haare fertig waren, waren Thomas Haare dran. Thomas hat seinen elektrischen Haarschneider mit und damit habe ich dann seine Seiten wieder gekürzt und er dann noch seinen Bart. Die Krönung unseres Wellness-Tages war dann die saure Rinse für unsere Haare. Sie fühlen sich jetzt wieder so schön weich an. Nach der Dusche sahen wir so ordentlich und sauber aus wie wahrscheinlich lange nicht mehr.

Und dann ging es ans Kochen und Essen mit Edith. Es gab Reis und Zucchini-Paprika-Tomaten-Gemüse und den Fisch. Wirklich sehr lecker.

Da ja heute Pausentag ist, haben wir die dann auch gemacht. So lange bis der Sonnenschirm vom Wind weg bewegt wurde.

Nachmittags waren wir dann mit Edith und ihren beiden Hunden noch spazieren. Wir sind zu dem Picknickplatz an den Klippen gegangen. Die anderen Hunde konnten dort frei laufen. Da Blondi so gern jagd und hier überall Kaninchen sind, musste sie an der Leine bleiben. Das hat sie und mich ziemlich gestresst. Ich bin mit ihr dann alleine zum Strand gegangen, damit wir ein bischen runter kommen können. Der Strand war ein Steinstrand und total schön zum Sitzen. Ich habe ein paar Hühnergötter dort gefunden, sie aber am Strand gelassen.

Thomas und Marvin kamen etwas später dazu. Blondi hat sie schon von Weitem wahrgenommen und war ganz aufgeregt. Thomas war von meinem schönen Schattenplatz gar nicht so begeistert, da er unter den Klippen war und dort sich immer mal wieder größere Brocken lösen. Ich habe davor gar nicht darüber nachgedacht. Ich war einfach über den Schatten froh. Er ist mit Klippen und den Nachrichten über Abstürze natürlich viel vertrauter.

Die Hunde konnten dann nochmal im Meer schwimmen. Es gab nur einen ziemlich großen Balken am Strand, aber Marvin hat auch den aus dem Wasser geholt. Blondi ist immer hinter ihm her geschwommen. Sie wird langsam immer schneller im Wasser. Als Thomas keine Steine mehr ins Wasser geworfen hat, ist sie auch einfach so ins Meer gegangen und ist geschwommen. Das war richtig schön zu beobachten. Sie konnte Marvin mit ihrem Bellen aber nachher nicht so richtig zum Spielen animieren. Auf dem Weg zurück glänzten im Hundefell die Wassertropfen wie viele kleine Silberperlen.

Als wir dann vom Einkaufen zurück waren, hat Thomas gekocht. Edith hat uns einen kleinen Kocher mit Gas geliehen, da sie zwei hat. So können wir etwas Gas sparen und haben trotzdem morgen früh Kaffee.

Saint-Pierre-en-Port

Nachdem es gestern Abend so windig war, dass ich etwas Angst um unser Zelt hatte, war es heute morgen fast windstill. Thomas war schon zeitig wach und ist schon mal etwas spazieren gegangen und hat den Ausblick genossen. Ich konnte heute richtig gut schlafen und wirklich ausschlafen. Das war gut. Blondi hatte sich heute Nacht heimlich zu mir gekuschelt, so hatten wir zwar beide nicht so viel Platz aber konnten sicher schlafen.

Es ging dann heute wieder durch viele Felder. Heute begleiteten uns Getreide- und Rübenfelder. Bis zum nächsten kleineren Ort war es nicht weit, das war gut, denn dort hatten wir etwas Schatten. Am Ende dss Ortes, am Sportplatz standen ganz viele Wohnwagen. Es sah aus wie ein Campingplatz, nur dass das Schild fehlte. In einem Transporter war eine Waschmaschine installiert. Das war wohl der Platz der „Sinti und Roma“ von dem uns der Mann ein paar Tage zuvor erzählt hat. Es sah für mich nicht so aus, als müsste ich besorgt sein, in der Nähe das Zelt aufzubauen. Letztendlich waren wir ja auch relativ nah an diesem Platz. Thomas hat mir von einigen Erlebnissen mit diesen Leuten in seiner Heimatstadt erzählt. Die waren nicht so erfreulich. Wir hatten jetzt aber keine Probleme.

Ich gabe heute lange Zeit mit Blondi an der Leine gekämpft, so dass ich gar nicht so viel um mich herum wahrgenommen habe. Thomas war zwischenzeitlich immer mal etwas weiter vor uns. Blondi wollte abwechselnd zu Thomas und Marvin und Kaninchen jagen. Die Kaninchen haben uns den ganzen Tag begleitet. Ich war mittags schon so fertig, dass ich am Liebsten gar nichts mehr gemacht hätte. Mir tat und tut die ganze linke Seite weh, vom gegenhalten gegen Blondis ziehen.

Nach dem Mittagessen ging es dann etwas besser, aber ich war wirklich froh dass es nicht mehr so weit war.

Wir haben heute ab und zu andere Wanderer getroffen, aber nicht wirklich viele. Der Weg ist hier, durch die vielen Felder nicht so ansprechend. Das wird sich aber in den nächsten Tagen ändern. Der Weg wird dann wieder vielfältiger.

Kurz bevor wir da waren, war ein Stück des Weges komplett von Kamille umwachsen. Das sah so schön aus und roch so intensiv. Wirklich toll.

Wir sind jetzt auf einem wirklich günstigen Campingplatz. Wir haben W-LAN und Strom und einen Platz mit Schatten. Wir haben den Nachmittag dann zum Entspannen und zum Wäsche waschen genutzt. Ich habe heute eichtig Muskelkater in den Füßen und bin froh, dass wir jetzt so einen guten Platz haben. Es tut uns beiden gut, heute nicht so lange gelaufen zu sein. Die Hunde könnten aber sicher noch ein Stückchen mehr.

Fécamp

Wir hatten eine gute Nacht im Garten der Familie. Dank des W-LAN gibt es jetzt auch Bilder im Blog und auf Instagram.

Der Morgen ging dann wie immer ganz ruhig los. Mittlerweile sind wir gut eingespielt und das Packen und Aufräumen geht gut. Selbst die Hunde warten geduldig wenn wir zusammen räumen.

Thomas wollte heute morgen bei der Familie eigentlich nur nach Strom für mein Telefon fragen und ob in Yport der Laden offen hat. Er kam mit einem ganzen Stapel Essen zurück. Wir mussten das dann zwar tragen, aber dafür hatten wir heute ein Luxusessen.

Der Weg ging dann zwischen vielen Feldern mit Meerblick weiter. Heute waren wirklich viele Mohnblumen dabei. Ein Feld war ganz rot vom Mohn. Auch Leinen war wieder unser Begleiter. Viele der Leinenfelder sind jetzt schon verblüht, aber eines war fast komplett blau. Das sah so wunderschön aus.

Da hier überall Steilküste ist, ging es viel begauf und bergab. An einer Stelle, wir hatten gerade den Aufgang zum Plateau erklommen, kam hns eine Wanderin entgegen. Sie hatte schon 3 Tage keine anderen Wanderer getroffen. Wir sind dann wieder zur Küste abgestiegen und haben mit ihr einen Kaffee getrunken. Zwischen den Hängen war es etwas windstiller. Und wir hatten das Ufer im Blick. Die Frau sprach sogar total gut Englisch und langsam genug Französisch, damit ich etwas verstehen konnte. Es war eine schöne Unterhaltung mit ihr, sie hat uns auch erzählt, dass unser Ziel doch gar nicht so weit weg ist, wie wir dachten. Als wir wieder am Aufbrechen waren, haben wir einen Kajakfahrer auf dem Meer entdeckt. Ich finde es wirklich erstaunlich, dass sich hier so viele Leute mit dem Kajak auf das Meer trauen. Die Wellen und der Wind sind bestimmt sehr anstrengend.

Für uns ging es auch anstrengend weiter. Erst die Treppen, mit zu hohen Stufen, nochmal rauf und dann weiter steil bergauf bis zum nächsten Plateau. Wieder kamen Felder und eine kleine Ortschaft. Am Horizont war ein weiterer, dunkler Streifen zu sehen. England.

Yport war dannein kleiner süßer Badeort. Für uns war es nur schwer einen Schattenplatz für unsere Mittagspause zu finden. An der Marie, unter einem Baum, fanden wir dann genügend Schatten, um zu kochen. Thomas hatte unterwegs noch Kartoffeln geerntet. An einem Getreidefeld wuchsen am Rand nämlich vereinzelt Kartoffeln. Die waren wahrscheinlich vom letzten Jahr übrig geblieben jnd sind neu ausgetrieben. Wir hatten also ein wirklich leckeres Essen mit Salat davor und dann eine Suppe mit Kartoffeln, Zucchini und Tomate und nachher noch Käse und Schokolade. Ein wirklich perfektes Essen.

Nach der Pause ging es auch schon wieder den Berg rauf. Blondi konnte es heute wieder nicht schnell genug gehen. Sie hatte ständig Kaninchenfährten in der Nase, dass war ihr Energieschub. Wir hatten jetzt etwas Glück und der Weg führte durch ein Wäldchen. Der Schatten tat gut und es war schön den Vögeln zu lauschen.

Fécamp war dann doch wesentlich kleiner als gedacht. Von den Klippen konnten wir schon die Boote im Meer sehen. Da war ein ganz tolles, richtig großes, altes Segelboot dabei. Leider war sein Kurs Richtung Meer und nicht Richtung Hafen.

In einer Bar haben wir dann eine längere Pause gemacht und einen Kaffee getrunken, dabei lief gerade das Fussballspiel Mexiko gegen Brasilien. Thomas konnte dort auch sein Telefon reparieren und ich Strom für meines bekommen. Danach ging es durch den Hafen, mit unheimlich vielen, kleinen Booten, wieder den Berg rauf zu den Klippen und der Kapelle. Wir stehen mit unserem Zelt jetzt etwas geschützt hinter einer Hecke, in der Nähe eines Parkplatzes, und weit genug entfernt von den Klippen. Der Wind saust trotzdem um uns herum und wir hören die Möwen schreien.

Bénouville

Unsere Nacht war ziemlich mies, denn statt Ruhe und durchschlafen, hatten wir um uns rennende und rufende Rehe, Jäger in der Nähe und bellende Füchse und dazwischen eine bellende Blondi. Blondi wäre am liebsten aus dem Zelt gerannt, um zu jagen.

Ich war dann heute morgen etwas überrascht, dass relativ viele Leute, vor allem auf dem Mountainbike, den GR entlang kamen. Marvin wollte immer alle begrüßen. Er war gar nicht davon begeistert, dass Thomas ihn immer wieder auf seinen Platz geschickt hat.

Wir waren froh darüber, dass unser Weg wieder im Wald begonnen hat, da schon am Morgen ziemlich warm war. Als der Waldweg zu Ende war, sind wir an einem ganz tollen, ziemlich großem Haus vorbei gekommen. Es bestand wieder aus dem typischen Fachwerk und hatte relativ große Sprossenfenster mit vielen kleinen Glasscheiben. Die Leute waren freundlich und haben uns Wasser gegeben, als Thomas fragte.

Unser Weg ging dann heute wieder viel durch Felder. Leinenfelder begleiten uns weiter, heut war der Rand jedoch eher von Mohnblumen geschmückt. Heute sind wir auch den ersten schon richtig gelben Gerstenfeldern begenet. Der Roggen auf dem anderen Feld war jedoch noch grün. Die Sonne war wieder ziemlich brennend heute und ich war über jeden Windhauch froh.

Der Leuchtturm von Étretat war schon von Weitem zu sehen. Es begeneten uns auf dem letzten Stück bis zu den Klippen auch immer mehr Leute. Die Klippen waren wirklich beeindruckend. Es waren ziemlich viele Touristen auf dem Weg an den Klippen unterwegs und ich fand den Weg mit dem Rucksack und Blondi daran, relativ anspruchsvoll. Er war sehr schmal und ausgetreten und dazu noch an einigen Stellen ziemlich steil. Ich war wirklich froh die Wanderstöcke zu haben. Blondi ist an den etwas schwierigeren Stellen wirklich gut gelaufen. Thomas war mit Marvin meist ein Stück vorraus. Die beiden kennen solche Wege schon aus der Bretagne und das war auch zu sehen. Marvin ist gut hinter Thomas geblieben. Die beiden waren so schnell zusammen. Thomas mag solche Wege.

In der Stadt waren dann noch mehr Touristen, als an den Klippen. Wir haben eine lange Pause an der Touristeninformation gemacht. Wir haben dort gewartet, bis mein Handy aufgeladen war. Die Touristeninformation war leider nicht sehr hilfreich, was einen potenziellen Schlafplatz anging. Da wir beide gern duschen wollten, sind wir zu einer Segelschule gegangen, um dort zu fragen. Da keiner da war, haben wir erstmal gewartet. Ich war ziemlich müde, konnte aber auch nicht so richtig dort einschlafen, im Gegensatz zu den Hunden. Die lagen unter der Bank im Schatten und schliefen. Als dann jemand von der Segelschule kam, hat er unsere Frage nach einer Dusche leider verneint.

Da die Stadt so eng und ziemlich voll war und es nicht so viel Grün gab, hatten wir davor schon beschlossen weiter zu gehen. Wir haben alles Wasser für die Nacht aufgefüllt und noch Hundefutter gekauft und uns dann auf dem Weg, aus der Stadt, gemacht. In der Stadt gab es schon viele schöne, kleine und große Häuser, leider wirkte die Stadt aber ziemlich zu.

Wir haben außerhalb der Stadt einen Pucknickplatz auf der Karte gesehen. Bei dem wollten wir versuchen zu schlafen. Leider stellte er sich als zwei Tische direkt an der Straße heraus. Wir sind also weiter gegangen, wieder auf den GR 21. Thomas hat eine große Schlange auf dem Weg gesehen. Bis allerdings bei ihm war, war sie schon weg.

Der nächste Ort hatte ein paar wirklich schöne, liebevoll gestalltete Häuser. Leider war keiner da, um zu fragen, ob wir im Garten schlafen dürfen.

Direkt hinter dem Ortseingang von Bénouville war dann ein Hinweisschild zu einem „Salon de thé“. Es sah etwas nach Kunst aus und Thomas hat dann dort gefragt, ob wir im Garten zelten dürfen. Das war zum Glück kein Problem. Auf der Wiese neben dem Haus stehen junge neugierige Kühe und beobachten uns…