Zeltküche Belgien

Hier haben wir tatsächlich bis jetzt nicht so oft selbst gekocht, bzw. nichts neues. Aber wir wurden ab und an eingeladen mit zu essen. Deshalb gibts hier jetzt eine bunte Mischung von einfachen Sachen für den Campingkocher und den etwas ausgefalleneren.

Pellkartoffeln mit Rabarber

Die Zubereitung ist simpel. Kartoffeln mit Schale kochen. Rabarber klein schneiden und mit nur wenig Wasser und etwas Zucker kochen. Wenn Rabarber schön zerfallen ist, heiß servieren.

Pommes

Ob Hausgemacht oder an einem Imbis gekauft. Gemacht werden sie hier bei beiden aus frischen Kartoffeln und das schmeckt man. Mhhh

Pasta

Hier gibt es Pesto zu kaufen, also gibt es bei uns jetzt auch Pasta mit Pesto und Käse. Wie es funktioniert, wisst ihr sicher 😉

Wingene

Heute morgen ging es ganz ruhig los. Wir haben gefrühstückt und unser Zelt zusammen gepackt und noch einen Kaffee bekommen. Das war gut. Wir haben uns noch etwas mit Elsje, unserer Couchgeberin, unterhalten und sind dann aufgebrochen. Es war schon ziemlich warm, aber der Weg war zum Glück ein Feldweg. Für uns war das etwas entspannter, als auf der Straße.

Vor dem ersten Ort ging es dann auf der Straße weiter, begleitet von Schweineställen und deren Geruch. Massentierhaltung bekommt hier nochmal eine andere Bedeutung. Das ist wirklich eine Industrie. Die Schweine sehen nur auf dem Weg zum Schlachter Sonnenlicht. Sie sind ihr ganzes Leben in einem abgeschlossenen Stall. Uns ist auf unserem Weg auch so ein Schlachttransporter begegnet. Die Schweine waren ganz still und guckten uns an und schnupperten mit ihren Nasen nach draußen. Ein Schwein hatte gaz viele Schrammen auf seiner Haut. Mit ihren schwarzen Knopfaugen, die in dem Moment auf uns gerichtet waren, wirkten sie so … Ich finde gerade kein gutes, passendes Wort dafür. Wie kann ich ihr Fleisch essen, wenn ich weiß, dass sie kein gutes Leben hatten. Wenn ich weiß, dass sie weite Strecken transportiert werden und es egal ist, wenn unterwegs welche sterben. Wenn ich weiß und sehe, dass die Bauern damit rechnen, dass in ihren Ställen Tiere sterben, da die Bedingungen nicht gut sind. Und das alles nur, damit wir jeden Tag lustig Fleisch essen können und vieles auch noch am Ende in der Tonne landet. Und dann? Was habe ich auf meinem Teller heute? Warum wird in Großküchen oft Fleisch verwendet? Warum ist es so billig? Schaffe ich es meine Gewohnheiten zu ändern?

Im Ort konnten wir dann viele schöne neue und alte Häuser bewundern. Auch die neuen Häuser bestehen hier immer wieder aus Backstein. Das sieht wirklich schön aus. Bis zur Stadt, Lichtervelde, war es jetzt nicht mehr weit. Nachdem wir einkaufen waren, haben wir dort erstmal unsere Mittagspause gemacht. Wir saßen an der Kirche im Schatten und haben überlegt, was wir machen. Es war wirklich ziemlich heiß mittlerweile. In dem Moment kam dann unsere Couch surfing Zusage. Das war so gut und hat uns wirklich erleichtert. Es fühlt sich gut an zu wissen, wo wir einen Platz zum Schlafen haben. Also sind wir dann Richtung Wingene aufgebrochen.

Leidee gab es in die Richtung keine Feldwege und wir mussten an der Straße gehen. Wir hatten den Hunden zum Glück ihre Schuhe angezogen, da es wirklich heiß war. Im ersten Ort haben wir dann nochmal eine längere Pause gemacht, da es gefühlt immer heißer wurde. Wir saßen im Schatten und haben uns ein Eis gegönnt und den Hunden ganz viel Wasser. Der Weg zog sich dann noch ein ganzes Stück und wir haben oft Pausen eingelegt. Die Sonne macht den Rucksack gleich noch viel schwerer. Wir waren wirklich so froh, als wir angekommen sind.

Wir wurden super freundlich von Naas und Sabien entfangen. Wir haben einen schönen Platz für unser Zelt im Garten. Die beiden wohnen in einem Bus, der in einer großen Werkhalle steht. Der Bus ist total schön und ganz klar und praktisch ausgebaut. Für die Hunde gibt es sogar eine Badewanne im Garten. Die beiden haben nämlich auch einen Hund. Wir sind so froh, dass wir hier sein können.

Torhout

Es ist schon spät…der Text kommt morgen.

Jetzt ist es doch noch später geworden, aber unsere Tage sind gerade wirklich voll.

Also morgens ging es ganz gemütlich los, mit Kaffee und Müsli. Als wir gerade beim Eucksäcke packen waren, hat uns die Frau, bei der wir übernachtet haben, zum Frühstück mit ihr eingeladen. Das war so gut, denn zu einen zweiten oder dritten Kaffee sagen wir nicht nein. Wir hatten eine wirklich gute Unterhaltung und haben viel über die Gegend erfahren. Das die Straßenränder dort so sauber sind, liegt an einem alten Mann, der auf seinen Spaziergängen mit dem Hund immer den Müll einsammelt.

Die Frau hat uns auch erzählt, dass die Frontlinie des ersten Weltkrieges dort verlief. Durch den Krieg und die Folgen wurden dort alles Bäume abgeholzt. Sie kennt nur zwei Bäume, die älter als 100 Jahre sind. Das ist wirklich unglaublich. Uns waren die wenigen Bäume schon aufgefallen, aber wir haben das eher auf die Landwirtschaft geschoben. In Frankreich haben wir ja teilweise auch nur wenige Bäume gesehen. Sie meinte auch, dass die Gegend aber an sich, durch den Untergrund nicht so gut für Bäume ist.

Nach dem Frühstück ging es dann los für uns. Wir sind an der Straße entlang aus dem Ort raus und dann auf einer kleinen Straße zwischen Feldern weiter. Ich musste immer wieder daran denken, dass sie auch erzählt hat, dass die Bauern viel Pestizide nutzen. Mein Gefühl ist dann nicht so gut und entspannt, wenn wir an den Feldern lang gehen.

Wir sind den ganzen Tag irgendwie an kleinen Straßen und Feldern entlang gegangen. Dazwischen waren immer wieder Bauernhöfe. Vor den Höfen standen immer Dinge, die wie große Backerschaufeln aussahen. Wir haben später festgestellt, dass es für die toten Tiere ist, damit sie von diesen speziellen Lastwagen eingesammelt werden können. Das ist ziemlich bedrückend wie normal es hier zu sein scheint, dass Tiere auf den Höfen sterben.

Da es so warm war, haben wir in einem Vorort von Torhout angefangen Leute zu fragen, ob sie einen Platz für unser Zelt haben. Leider war das ziemlich enttäuschend. Die meisten sprachen nur Niederländisch und hatten keinen Platz für uns. In einer weiteren Pause, haben wir dann eine Chouchsurfinganfrage raus geschickt. Die Chance, dass sie rechtzeitig gelesen wird, war ziemlich gering. Als wir dann in der Stadt in einem Café saßen, kam tatsächlich die Zusage. Das war so gut. Der Platz war etwas außerhalb der Stadt und wir sind in die Richtung aufgebrochen.

Auf dem Weg waren wir noch einkaufen. Der Supermarkt hat mich ziemlich überrumpelt. Er war total groß und wirkte wie die Möbelabteilung bei dem großen schwedischen Möbelhaus. Für mich war dort kein System zu erkennen und so musste ich durch alle Gänge gehen. Die Abpackungen waren alle riesig. Und es gab an Stelle eines Kühlschrankes, einen Kühlraum, wo die Milchprodukte und Obst und Gemüse lagerten. Ich war so froh, dort wieder raus zu sein.

Der Weg bis zum Chouchsurfingplatz zog sich noch etwas an Feldern und Höfen vorbei, oft mit dem Geruch von Schweineställen.

Als wir ankamen, wurden wir sehr herzlich empfangen. Ein kleiner englischer Cocker spaniel wuselte um uns herhum. Nach einer kurzen Pause, haben wir noch geholfen einen wirklich schönen Pavillon aufzubauen und direkt neben dem Garten gab es Schafe und ein Pony. Das Ponny stand direkt hinter dem Zelt und ich bin immer erschrocken, wenn ich Richtung Zelt geguckt habe.

Wir waren so müde nach dem langen Tag, so dass wir mehr als froh waren über diesen schönen Platz.

Vladslo

Wir haben heute einen guten Start in den Tag gehabt. Die erste Stunde war es auch von der Temperatur her gut zum Laufen, aber dann wurde es schnell warm. Schatten gab es wieder wenig für uns, da rechts und lunks der Straße Felder und Weiden waren. Was uns hier im Vergleich zu Frankreich auffällt, ist dass hier kaum Müll rumliegt. Die Straßenränder sind so sauber. Das ist wirklich schön. Ansonsten sind uns auch heute wieder viele Fahrräder begegnet. Manchmal waren es kleinere oder größere Gruppen von Rennradfahrern, manchmal ältere Leute mit ihren Eltrofahrrädern.

Unser Weg führte uns durch Sint-Jacobs-Kapelle. Dort stand eine große metallene Pilgerstatue. Wir haben zwar keine expliziten Zeichen für den Jacobsweg gesehen, aber ein Weg scheint hier lang zu führen. Ansonsten gibt es hier ganz viele winzige Kapellen mit Marienstatuen und manchmal einer Bank davor.

Die nächste Stadt war dann Diksmuide. Am Eingang der Stadt stand ein großer Turm, der ein Museum war und rings um den Turm standen weiße Statuen von Menschen mit Luftballons. Das war ein Kunstprojekt. In dem Turm war ein Museum. Wir treffen hier mehr auf Zeugnisse und Erinnungen an den ersten Weltkrieg, auch gibt es hier wieder relativ viele Soldatenfriedhöfe. Die Stand an sich war wirklich schön. Die Häuser bestanden auch hier aus hellem Backstein. Es gab einen großen Marktplatz und die Stadt wirkte wie eine mittelalterliche Handelsstadt. Wir konnten ein Stück am Fluss durch die Stadt gehen. Die Häuser auf der einen Flussseite hatten eher rundere Dächer und wirkten etwas jünger als der Stadtkern.

Unser Weg führte nach der Pause weiter am Fluss entlang. Blondi war heute wieder nicht so gut beim Laufen. Sie war ständig zwischen meinen Beinen und ich war nach dem Essen so müde, dass wir dann auf einem Feld nochmal eine Pause gemacht haben. Wir brauchten die wirklich alle, denn wir haben alles über eine Stunde geschlafen. Selbst die Hunde waren die ganze Zeit still. Nach der Pause ginges dann weiter nach Vladslo. Es war wirklich nicht mehr weit, aber die Sonne war ziemlich warm. Wir haben in einem Café noch etwas getrunken, bevor wir einkaufen waren und anfingen nach einem Schlafplatz zu fragen.

Wir haben gerade so viel Glück und sind so glücklich über die guten Begegnung hier. Gleich beim ersten Haus, dass wir gefragt haben, konnten wir einen Platz im Garten bekommen. Das Stück ist sogar eingezäunt, so dass die Hunde frei laufen konnten. Die Familie hat uns sogar eine Dusche angeboten und unsere Sachen gewaschen. Wir sind so glücklich darüber. Thomas hat noch ein paar Kartoffeln aus dem Feld gebuddelt und wir konnten sogar mit ihnen essen. Pommes. Mhh. Es war so lecker. Wir sind so erstaunt darüber, wie offen und herzlich wir aufgenommen werden. Wir sind so dankbar dafür.