Pausentag die Zweite

Auch heute legen wir noch einen Pausentag ein. Wir haben uns dafür entschieden bis Sonntag hier zu bleiben und uns Zeit zum Regenerieren zu geben.

Unsere Nacht war heute nicht so gut. Die Hunde haben ziemlich viel geheult und ich hatte etwas Angst, dass Blondi in der Garage mitmacht und alle im Haus weckt.

Heute morgen kam sie dann ganz freudig zum Zelt zu mir gerannt. Gleich mal mitten rein…. Thomas hatte sie aus der Garage gelassen. Sie sah immer noch ganz grün aus. Über den Tag hat sie das meiste grün zwar verlohren, aber auch eine neue Stelle zum Wälzen gefunden. Als alles trocken war, konnte ich es auskämmen. Sie hat jetzt zwar noch einen leichten Geünschimmer im Fell, aber das ist ok. Geruchstechnisch geht es auch auszuhalten. Ich hoffe einfach auf den nächsten Regen. Sie fühlt sich ansonsten hier wirklich gut.

Am Vormittag haben wir mit den Hunden noch einen kleinen Spaziergang gemacht. Wir haben dabei Pilze gefunden. Und ich habe ein Reh, nicht weit von uns, entdeckt. Zum Glück haben die Hunde das Reh gar nicht bemerkt.

Heute Mittag war dann Thomas‘ Mutter noch zu Besuch. Thomas‘ Oma hatte ein super leckeres Hähnchen gemacht, auch wenn ich sonst eher nicht so der Fleischesser bin. Es roch den ganzen Vormittag schon ganz toll danach.

Auch hier hat die WM Einzug gehalten. Es läuft fast jedes Spiel und wird begeistert verfolgt. Durch die Berichtserstattung auf französisch versteh ich nicht viel, aber das ist ja auch nicht so wichtig…

Ausrüstung Wanderstöcke

Ja, wir haben sie. Jeder zwei davon. Wanderstöcke. Als Kind fand ich das immer albern mit Stöcken zu laufen, egal wie meine Großtante davon geschwärmt hat. Auf meine erste größere Backpack-Reise bin ich auch noch ohne Stöcke gestartet. Unterwegs habe ich dann meinen schweren Rucksack verflucht und habe einerseits angefangen den aus zu sortieren, anderseits habe ich mir in der ersten größeren Stadt Stöcke gekauft. Das waren wirklich ganz einfache und die Griffe haben so sehr nach Plastik gerochen und ich hatte irgendwann Blasen von Ihnen. Nach der Reise habe ich mir dann gute Stöcke gewünscht.

Mir war wichtig, dass sie leicht sind und möglichste klein zu packen gehen, da man sie ja auch erstmal bis zum Start bekommen muss. Je kleiner sie am Ende sind, umso leichter verstauen sie sich am oder im Rucksack. Ich wollte gern einen durchgängigen Griff ohne Löcher für potentielle Blasen und möglichst nicht aus Plastik. Das alles können jetzt meine Stöcke von Leki. Der Griff ist aus Kork und sehr angenehm. Das Griffband ist verstellbar und die Länge der Stöcke ist über Schnellspanner einstellbar. Sie haben eine Schutzkappe über der Spitze und einen Teller am Ende. Wobei ich den Teller noch nicht benötigt habe. Er soll zu tiefes abrutschen in z.B. Spalten verhindern.

Thomas‘ Stöcke sind ähnlich. Sein Griff besteht nur nicht komplett aus Kork, sondern zum Teil aus einem schwarzen Kunststoff, dieser Fühlt sich aber auch angenehm an. Er hat auch keine Teller an den Enden. Sie sind von Gipron.

Die Stöcke sind echt Multitalente. Sie sind nicht nur gut, um das Rucksackgewicht besser zu verteilen und die Schultern und den Rücken zu entlasten. Gerade mit den Hunden ist es super. Man kann die Hunde etwas dirigieren mit den Stöcken. Sie auch nahe bei sich halten, wenn Autos kommen, oder einfach mehr Platz einnehmen auf der Straße, wenn die Hunde schlecht zu sehen sind. Ansonsten haben sie mich jetzt schon vor so manchem Sturz bewahrt. Wenn Blondi mal schnell los zieht, kann ich mich mit den Stöcken abfangen, sie aber auch mit den Stöcken etwas stoppen.

Die Stöcke stützen auch mal den Rucksack ab, wenn er auf dem Boden kippen sollte. Ansonsten eignen sie sich auch gut zum Wäsche trocknen in den Wanderpausen. Ihr seht wahre Multitalente.

Gonneville-sur-mer

Wir legen heute erstmal eine kurze Pause ein, damit Thomas Knie sich etwas erholen kann. Auch sind so spannende Sachen wie Wäsche waschen und reparieren angesagt. Ansonsten nichts tun.

Ich war heute morgen nur eine kleine Runde mit Marvin. Das war mal so entspannt. Ein Hund der zurück kommt wenn man ihn ruft. Aber auch ohne rufen hat er sich nur so zwei drei Meter von mir entfernt. Selbst das weghoppelnde Kaninchen hat ihn nicht wirklich interessiert.

Als ich zurück war, haben wir gefrühstückt. Französisches Frühstück mit viel Kaffee, geröstetem Brot und Marmelade. Sehr lecker.

Dann ein bischen die Wäsche machen und mit Kartoffeln schälen für heute und morgen. Das war dann auch schon der Morgen.

Über der Haustür ist ein Schwalbennest und die Eltern sind eifrig dabei ihre Jungen zu füttern. Es ist schön einfach dazu sitzen und sie zu beobachten. Manchmal sitzen sie einen Moment auf einem Balken neben uns. Ihr schwarzes Gefieder mit der roten Brust und dem weißem Bauch sieht wunderschön aus, dazu die schwarzen Augen.

Blondi scheint sich hier richtig wohl zu fühlen. Heute morgen jaulten die anderen Hunde ganz laut und Blondi stimmte mit ein. Danach waren wir dann richtig wach. Marvin hat das ganze nicht so interessiert, aber Blondi saß ganz aufrecht im Zelt und sang mit.

Wir sind von den letzten Tagen ziemlich müde. Das hätte ich nicht so erwartet, da wir wirklich gut auf unsere Kräfte achten und viel schlafen. Aber nach dem Mittagessen sind wir beide ziemlich schnell im Traumland versunken. Ich im Zelt, mit seinem wunderbaren, kühlen Platz mit dem rauschen der Blätter um mich und Thomas auf dem Sofa. Das tat uns beiden gut.

Heute Nachmittag ist kurz Seenebel aufgezogen. Es ist toll zu beobachten, wie die Nebelschwaden so einzeln durch den Wind in den Garten geweht werden und es ziemlich schnell kühl wird. Nach einer halben Stunde schien dann auch schon wieder die Sonne. Und der Nebel kam erst zum Abend wieder.

Heute Abend waren Thomas‘ Cousins zum Essen da. Wir haben davor noch die Pommes geschnitten und zum Glück hatten wir die Kartoffeln schon morgens geschält. So frische Pommes schmecken auch ganz anders als die aus dem Frost, viel mehr nach Kartoffel.

Kurz bevor wir ins Zelt wollten, kam Blondi frisch gebadet in Kuhfladen von der Weide angelaufen. Sie war dabei ziemlich glücklich. Jetzt muss sie aber leider in der Garage schlafen, da sie nicht wirklich gut riecht. Morgen gibt es dann wohl ein Bad für sie.

Gonneville-sur-mer

Meine Nacht war mal wieder unruhig. Nachdem gestern Abend zwei kleine Hunde unser Zelt angebellt haben und ihr Mensch sie nicht zurück gerufen hat, habe ich mich das erste Mal nicht sicher in der Nacht gefühlt. Unser Platz war eigentlich super und unsere Hunde haben sich klasse verhalten. Sie haben ganz entspannt geguckt und sich ruhig verhalten.

Der Morgen startete dann gemächlich. Thomas hat Kaffee gemacht und als der Stadtarbeiter, mit dem Thomas gestern schon gesprochen hatte vorbei kam, haben wir ihm noch zu einem Kaffee eingeladen. Wir haben uns heute Zeit gelassen, da die Strecke nicht so weit war und wir beide noch ziemlich müde waren.

Wir hatten dann Glück und konnten wieder eine kleine Straße gehen. Die Autofahrer waren sogar relativ vorsichtig beim Vorbeifahren. Beeindruckend sind hier die ganzen Hecken, rechts und links der Straße. Sie sind so hoch und bestehen aus ganz unterschiedlichen Baum- und Straucharten. Wir sind wieder an relativ vielen traditionellen Häusern vorbei gekommen, oft mit tollen, großen Gärten. Dann ging es zur nâchsten Stadt erstmal den Berg rauf und auch gleich wieder runter.

Die Stadt war ziemlich laut und auf den Straßen war viel Verkehr. Ich war wirklich froh, als wir sie wieder hinter uns hatten. Nach einer kurzen Pause konnte das letzte Stück kommen. Thomas‘ Oma kam uns schon mit dem Auto entgegen und fragte, ob sie uns mitnehmen soll. Das wollten wir natürlich nicht. Also weiter an der Straße lang. Thomas hatte auf der Karte einen kleinen Weg gesehen, den wir nehmen wollten, denn Straße laufen ist nicht so unser Ding. Also los. Der Weg war relativ schnell gefunden. Er war so etwas wie eine Forststraße. Schnell kam uns ein Auto entgegen, dessen Fahrer meinte die Straße sei privat und wir dürften hier nicht lang. An der Straße war keine Markierung, dass sie privat sein. Später hat sich dann herausgestellt, dass sie wirklich nicht privat ist. Wir sind also umgedreht und weiter an der großen Straße entlang, bis zur nächsten Abzweigung. Das war dann zwar ein kleiner Umweg, aber dafür etwas entspannter. Die Häuser auf dem Stück wirkten ziemlich abgeriegelt, wir konnzen kaum einen Blick erhaschen. Dafür hatten wir aber eine gute Aussicht. Und wir sind an dem Hof vorbei gekommen, in dem früher Thomas‘ Großeltern lebten.

Der Weg war dann zum Glück nicht mehr weit und ging nur noch kurz an einer größeren Straße. Die Hunde waren auf dem letztem Stück ganz aufgeregt. Sie haben bestimmt schon die anderen Hunde gerochen.

Bei Thomas‘ Großeltern wurden wir erstmal von lautem Gebell begrüßt. Thomas‘ Opa geht zur Jagd und hat ziemlich viele Jagdhunde. Sie sind zwar fast alle in Zwingern untergebracht, laut sind sie trotzdem. Blondi ist dabei erstaunlich gelassen geblieben. Sie wollte die anderen zwar kennenlernen, aber das ging ohne Gebell.

Es gab dann erstmal etwas zu Essen und zum Nachtisch gab es Kirschkompott. Das war so gut. Vorallem da ich seit wir am Morgrn an Kirschbäumen vorbei gekommen sind, immer wieder an Kirschkompott denken musste. Das passte einfach so gut.

Thomas‘ Großeltern waren heute Abend verabredet und wir hatten gerade unsere Hunde gefüttert, als Thomas‘ Tante nach Hause kam. Sie hat uns spontan zum Abendessen eingeladen. Das war sehr freundlich. Auch wenn ich nicht alles verstanden haben, war es ein sehr netter Abend.

Wir liegen jetzt unter einer großen Weide im Zelt und unsere Hunde sind natürlich bei uns. Sie haben wirklich ein ganz anderes Leben als die Arbeitshunde hier.

Beuvron-en-Auge

Wir haben unser Zeltinneres etwas umorganisiert gestern Abend. Wir haben jetzt mehr Platz und die Hunde auch. Ich habe dadurch die erste Nacht etwas besser geschlafen. Dafür war Thomas‘ Nacht nicht so gut.

Den Kaffee gab es nach dem Zeltabbau in der Bar. Die Bar war nicht so gut. Kein Wifi und kein Strom für mich und so richtig nett war der Mann auch nicht. So haben wir uns da nicht so lang aufgehalten.

Wir sind heute die Straße des Cidre ein Stück gegangen. Diese Strecke war wirklich sehr malerisch. Wir sind an vielen schönen traditionellen Häusern verbei gekommen und an Pferdekoppeln. Die Landschaft ist nicht mehr ganz so hügelig. Eher wie weites Grasland mit vielen Apfelbäumen. Doch eine Erhöhung ist schon immer noch in sichtweite. Die müssen wir morgen rauf.

Die letzten fünf Kilometer waren dann wieder an einer etwas mehr befahrenen schmalen Straße. Das ist für uns und die Hunde sehr anstrengend. Eine richtige Pause zwischendurch einzulegen war heute auch schwierig, so dass wir früh aber müde hier angekommen sind. Thomas musste wieder ziemlich mit seinem Knie und seinen Gedanken kämpfen. Wir waren wirklich beide froh hier zu sein.

Leider hatte hier die Touristeninformation nicht offen, so dass unser Plan die Rucksäcke dort zu lassen nicht auf ging. Wir haben dann erstmal gepicknickt und sind danach in die Bar. Neben dem Kaffe gab es dort für mich endlich Strom und Internet. Also auch für euch Fotos.

Wir haben uns dann abwechselnd die Stadt angesehen. Der jeweils andere war samt Hunden und Rucksäcken in der Bar. Die Stadt ist hübsch, aber sehr touristisch. Hier gibt es kein normales Lebensmittelgeschäft, fast alle Geschäfte sind auf Touristen ausgerichtet. Wir haben wirklich Glück, dass hier heute noch nicht so viel los war. Die meisten Parkplätze waren leer. Wir haben einen schönen Platz für unser Zelt und genießen die Sonne.

Crèvecoeur-en-Auge

Heute war ein ziemlich harter Tag für mich. Die Nacht war nicht so gut, aber an sich hatte ich genug geschlafen. Mein Körper fühlte sich gut an, aber ich fange langsam an zu realisieren, was wir hier tun. Das fühlt sich in manchen Momenten ziemlich groß und schwer an und ist nicht so einfach zu fassen. Mit der Freiheit die wir gerade haben, muss ich erstmal umgehen lernen und auch damit dass nicht alles planbar ist. In den letzten Tagen konnte ich etwas aufhören so viel zu denken und mehr wahrnehmen. Wir sehen auf unserem Weg so viele Dinge und manchmal wird es dann gleich zu viel. Thomas ist wirklich sehr geduldig mit mir. Ich bin froh, dass wir diese Reise gemeinsam machen. Zu realisieren was wir tun und das es jetzt erstmal unser Leben ist, beschäftigt auch ihn. Wir tauschen uns immer wieder darüber aus. Ich hoffe sehr, dass alle die den Post lesen achtsam mit dem gelesenem umgehen.

Unser Weg heute war dann so naja. Die ersten sechs Kilometer vergingen wie im Flug und wir waren super schnell in Mézidon-Canon. Die Stadt war ziemlich groß, für unsere Verhältnisse. Und als wir am Ortseingang waren, wusste ich auch warum Blondi die letzte Zeit ständig ihre Nase in der Luft hatte. Wir wurden von einem Royal Canin Werk begrüßt. Für alle nicht Tiererfahren, die machen unter anderem Hundefutter. Der Weg in die Innenstadt war dann nicht ganz so toll, aber zum Glück nicht weit. Die Bar war leider zu, so dass es keinen Kaffee und kein Wifi für uns gab. Die Fotos der letzten Tage kommen dann also auch erst bei der nächsten Wifi Gelegenheit. Noch schnell einkaufen für die nächsten Tage und dann schnell wieder raus aus der Stadt. Blondi war gefühlt am Dauerbellen dort und ich war echt froh wieder in der Natur zu sein. Wir sind in der Stadt noch an einer Kirche vorbei gekommen, deren Türen während des Gottesdienstes offen standen. Das fand ich sehr schön. Die Musik drang nach draußen und verteilte sich. Es wirkte wirklich sehr einladend.

Nach Mézidon-Canon veränderte sich die Landschaft sehr schnell. Es waren immer mehr Pferdekoppeln zu sehen und die Landschaft hatte viele bunte Hecken und Bäume. Wir sind jetzt im „Pays d’Auge“. Die Architektur hier ist wieder ganz anders. Die Häuser sind nicht mehr nur aus Stein, sondern Lehm und vorallem gut sichtbare Holzbalken gesellen sich dazu. Die Balken verlaufen vorallem in Längsrichtung, so dass die Häuser wie gestreift aussehen.

Das letzte Wegstück war für mich wieder sehr anstrengend. Ich fand keine gute Art mit Blondi zu laufen und ich denke auch sie war unzufrieden. Der Rucksack wurde gefühlt immer schwerer. Ich war so froh, als wir einen Platz für unser Zelt hatten. Ich bin auch ziemlich schnell auf der Decke eingeschlafen.

Thomas hat hier von einem Mann noch Tabak geschenkt bekommen. Das war wirklich nett. Und das Beste ist, dass es Thomas Knie langsam besser geht. Wir lassen den Nachmittag jetzt hier auf der Wiese ausklingen und lauschen den Boul-Kugeln nebenan.

Condé-sur-Ifs

Heute haben wir etwas ausgeschlafen. Als wir aufgestanden sind, schien die Sonne schon, aber es war noch frisch. Als wir unsere Sachen zusammen packten, war eine Frau am Briefkasten und sah uns. Sie fragte gleich ob wir etwas zu Essen bräuchten. Das war wirklich sehr freundlich.

Wir haben dann wieder die kleinen Straßen in den nächsten Ort genommen. Dort war zum Glück nicht viel los. Bei einer kurzen Pause haben wir ein Kaninchen gesehen. Thomas Knie geht es immer noch nicht besser und das zermürbt ihn ziemlich. Wir laufen zwar jeden Tag, aber er hat ständig Schmerzen dabei.

Wir haben uns dafür entschieden nicht so weit und dafür langsam zu gehen. In dem einen Ort haben wir keinen Schlafplatz gefunden. Jetzt sind wir einen Ort weiter, am Rand des Fußballplatzes.

Die Orte wirken hier viel abgeschlossener und es gibt viel weniger Rastplätze. Auf dem Weg hierher sind wir wieder zwischen Feldern entlang gelaufen. Dort knallte es ständig und es hing ein Plastikadler im Wind. Thomas meinte sie machen das, um die Vögel zu verscheuchen. Auf dem Weg hab wir ein dickes Feldhuhn Pärchen aufgescheucht.

Ich war wirklich froh, als wir angekommen sind und einen Platz gefunden hatten. Ich war ziemlich müde und der Rucksack drückte auf meine Hüfte. Ich war froh ihn absetzen zu können.

Ouilly-le-Tesson

Die Nacht war kurz. Wir saßen lang mit Julien gestern Abend draußen und haben geredet, Bier getrunken und gegessen. Heute früh ging es dann schon um 6 Uhr los, da Julien ja noch zur Arbeit musste. Der Nebel lag noch in der Luft, aber die Sonne und der blaue Himmel ließen sich dahinter schon erahnen. Wir sind dann so gegen acht aufgebrochen und haben nochmal an der Kirche gehalten, um Wasser zu bekomme. Ich bin mal wieder in der falschen Richtung um die Kirche gegangen. Dafür konnte ich mir auch den Friedhof in Ruhe ansehen. Er sah relativ alt aus. Manche Gräber waren schon ziemlich verwittert. Dazwischen waren auch immer wieder Gräber von gefallenen Soldaten. Das macht mich nachdenklich und auch traurig und ich spüre auch Wut. Die Wut ist nicht nur über diesen Krieg, sondern viel mehr darüber was Menschen anderen Menschen an tun können.

Für uns ging es dann weiter in den nächsten Ort. Wir konnten zum Glück einen Feldweg nehmen, da an der Straße die Autos ziemlich schnell und nah an uns vorbeigefahren sind. Der Feldweg war wirklich entspannt. Die Gerste wird hier schon gelb. Und auf einen anderen Feld stand glaub ich Leinen. Es waren nur wenige zart blaue Blühten zu sehen. Es war auf jeden Fall das erste Mal, dass ich so ein Feld gesehen habe.

Thomas Knie ging es heute immer noch nicht besser und dazu schmerzte sein Knöchel noch, durch die andere Belastung. Wir haben dann erstmal einen Kaffee in der Bar getrunken. Die Stadt war wirklich ganz anders als gestern. Die Architektur verändert sich immer mehr. Es gab viel mehr Häuser aus Backstein. Dazu war in der Stadt früher eine Miene und die Häuser für die Arbeiter vielen besonders auf. Es waren mehr Blöcke von Häusern, immer nur zwei Etagen und Wiese mit Wäscheplatz zum nächsten Block.

Wir sind jetzt so 60 km vom Meer entfernt. Ich finde das merkt man schon in der Luft. Die Luft ist viel klarer. Ich habe mich so darüber gefreut.

Für uns ging es dann an der Straße weiter. Die Autos waren heute wirklich selten vorsichtig, obwohl sie uns von Weitem sehen konnten. Wir haben uns dann dafür entschieden von der Straße runter in den nächsten Ort zu gehen, da auch Thomas Knie eher mehr schmerzte. In dem Ort bin ich dann auf Schlafplatzsuche gegangen und hab mich erstmal verlaufen. Aber ich habe einen Schlafplatz für uns gefunden. Thomas hat dann im Rathaus gefragt, ob wir die Nacht an der Stelle bleiben können. Er musste nochmal eine Nummer anrufen, aber die Frau war super freundlich und ihr Mann, der stellvertretende Bürgermeister, kam sogar nochmal vorbei.

Beim Zeltaufbau kamen lauter kleine schwarze Käfer und haben sich auf die gelben Teile gesetzt. Jetzt sind sie zum Glück wieder weg. Wir haben etwas geschlafen und entspannt. Am späten Nachmittag wollte ich dann zu einem Bauernhof, dessen Schild ich unterwegs gesehen habe, gehen und Gemüse kaufen. Google wollte mich einen Weg schicken, den ich erst nicht gefunden habe und dann auch nicht sicher war ob ich ankomme. Der nächte Weg war besser. Er ging durch die Felder und war sehr schön. Ich konnte den Wind in der Gerste hören. Dieses leise rascheln der Grannen. In dem Ort, wo der Bauernhof sein sollte habe ich ihn nicht gefunden und auch der Bäcker hatte zu. Etwas genervt und hungrig bin ich noch einen Ort zurück gelaufen und da zum Supermarkt gegangen. Zum Glück lagen die Orte so dicht bei einander.

Als ich nach 2,5 Stunden endlich zurück war, hatte Thomas das Zelt schon eingeräumt und angefangen zu kochen. Ich war so froh darüber. Ich habe natürlich zu viel Essen gekauft, da hunrig einkaufen wirklich nicht gut ist. Dafür brauchen wir dann morgen keinen Laden suchen.

Zeltküche Frankreich

Ich habe mich entschieden euch einen Einblick in unsere Küche zu geben. Mein Pla ist gerade es nach Ländern zu ordnen, also immer wenn wir im jeweiligen Land etwas leckeres kochen euch das Rezept zu verraten. Ich werde also hin und wieder diesen Post mit neuen Rezepten aktualisieren, damit es am Ende nicht zu unübersichtlich wird.

Quinoa-Salat mit Tunfisch:

Wir haben mittags allen Quinoa schon gekocht, um Energie zu sparen und dann den Rest kalt zu essen. Ich nehm am liebsten den dreifarbigen Quinoa, weil der etwas intensiver schmeckt. Dazu hat Thomas eine Gurke geschnippelt und den Tun etwas zerkleinert. Alles mischen. Fertig. Super lecker und echt schnell.

Nudeln mit Tomaten-Creme-Soße:

Wir haben kleine Nudeln gekocht und in die noch heißen Nudeln eine geschnippelte Zwiebel und klein geschnittenen Käse (wir haben hier Emmentaler) getan. Alles gut mischen, damit der Käse zerläuft. Dazu kommt dann etwas Tomatenmark. Auch dieses gut unter rühren. Zum Schluss kommt wird noch Creme fraiche untergerührt und mit etwas Salz gewürzt. Fertig! Wichtig ist erst das Tomatenmark, dann die Creme.

Süße Frühstückscreme:

Der Rest der Creme-fraiche vom Vortag wird mit süßer Kondensmilch gemischt. Danach wir so ein kleiner Karamelkeks (wie es zum Kaffee oft dazu gibt) in Stücke gebrochen und auf der Creme verteilt. Fertig!

Nudeln mit buntem Gemüse:

Wieder Nudeln kochen und das Wasser anschließend abgießen. Uunter die Nudeln etwas Creme fraiche rühren, damit sie nicht verkleben. Klein geschnittenes Gemüse vorsichtig anbraten. Wir hatten hier gestreifte Beete, mit gelber Zucchini und Zwiebeln angebraten und kurz vor dem Ende noch klein geschnittenen Rotkohl dazu geben. Wir haben etwas Olivenöl, Balsamico und Wasser dazu gegeben und Kräutersalz. Das ganze mit den Nudeln mischen und bei belieben noch Käse dazu. Fertig.

(Alternative Gemüse-Kombis: Kürbis- Zucchini- Tomate- Zwiebel, Zucchini- Zwiebel- Tomate…)

Nudeln mit Fisch

Nudeln wie immer kochen. Wasser abgießen. Creme fraiche unter die Nudeln rühren. Wir haben Makrelenfilet mit verschiedenen Soßen probiert. Alles war irgendwie gut. Makrelenfiletdose öffnen, Fisch zerkleinern und alles unter die Nudeln rühren. Wer mag noch ein paar Erdnüsse und Käse dazu geben. Fertig.

Kartoffel-Gemüse-Topf

Junge Kartoffeln klein schneiden und mit etwas Wasser im Topf schon mal starten zu kochen, dann klein geschnittene Zwiebeln, Zucchini und Tomaten dazu. Mit Salz abschmecken. Bei uns gab es noch Käse dazu. Fertig.

Ussy

Heute morgen habe ich mich nicht so gut gefühlt. Ich war schon nach dem Aufstehen ziemlich gestresst, so habe ich nicht mal die Morgendusche richtig genossen. Dafür waren die Hunde heute umso besser drauf. Sie kamen uns das erste Mal, seit wir im Zelt schlafen, morgens im Bett besuchen.

Als ich von der Dusche zurück kam, hatte Thomas schon angefangen unser Zelt auszuräumen. Wir hatten uns dafür entschieden, erst unseren Platz abzubauen und dann einen Kaffee im Haupthaus zu trinken. Unser Gas ist nämlich langsam alle und wir konnten noch kein neues kaufen.

Wir haben also unsere Rucksäcke gepackt und sind zum Haupthaus gegangen. Unsere Rucksäcke sind heute wieder ziemlich schwer. Das Hundefutter und das feuchte Zelt machen sich schnell bemerkbar. Im Haupthaus ist es sehr angenehm. Es ist ein großer, mit Holz überdachter Platz, mit Stühlen und Tischen. Also konnten wir da ohne Probleme mit den Hunden sein, auch wenn sie schnell gebellt haben. Zum Kaffee hat Thomas uns eine süße Frühstücks-Creme gemacht. Das war sehr lecker und gab gut Energie für heute.

Ich bin nach dem Kaffee nochmal in den Ort gegangen, um Brot und Proviant für heute zu kaufen. Auf dem Rückweg habe ich schon gemerkt, dass ich ganz schön müde werde. Und als ich am Campingplatz war, hätte ich echt schon wieder schlafen können. Mir ist dann aufgefallen, dass ich die ganze Zeit nachgedacht habe. Das war ziemlich ermüdend. Auf dem Platz haben wir noch einen zweiten Kaffee getrunken, haben uns verabschiedet und sind gestartet.

Der Start ging dann tatsächlich ziemlich gut. Und wir waren wirklich schnell, obwohl wir langsam gehen wollten. Wir hatten wirklich gute, kleine Straßen mit schöner Aussicht. Die Landschaft verändert sich langsam. Die Hügel werden sanfter und die Täler wirken weiter. Auch gibt es hier mehr Wald und weniger Wegkreuze begegnen uns. Wobei die Wegkreuze hier nicht so klein sind, wie bei uns. Es sind große, 2 bis 3 Meter hohe, aus Stein bestehende. Man sieht sie oft schon von Weitem. Nicht nur die Landschaft verändert sich, sondern auch die Architektur. Wir haben heute statt Bauernhöfen oft Baumschulen getroffen. Thomas meinte das seit typisch für die Gegend. Da es hier mal viel mehr Wald gab.

Blondi sind die Kühe, die wir hier treffen nicht geheuer. Sie bellt sie immer an. Heute sind wir auf einer Straße zwischen zwei Kuhweiden gegangen und Blondi wusste gar nicht mehr so richtig in welche Richtung sie zu erst bellen sollte. Und was machen die Kühe? Sie kommen neugierig auf uns zu, um zu sehen was los ist.

Unsere erste größere Pause haben wir heute in Bonnoeil gemacht. Wir immer in der Nähe des Friedhofs und der Kirche. Die kleine Kirche war sogar offen. Sie hatte auch wieder so ein Dach, wie ein umgekehrtes Boot. Innen waren viele Marienstatuen und der Altar war mit einem großem Marienbild geschmückt. Wunderschön und ganz ruhig.

Unsere Mittagspause war dann ziemlich spät, da wir nicht so richtig Hunger hatten. Wir hatten gestern doch ganz gut unsere Energiespeicher aufgefüllt. In Saint-Germain-Langot haben wir auch an der Kirche dafür gestoppt. Da es etwas zu regnen anfing haben wir einen etwas trockenen Platz gesucht. Zum Glück hat es wirklich nur kurz, ganz leicht geregnet. Wir haben uns dann hinter die Friedhofsmauer gesetzt, um wenigstens etwas Windschutz zu haben. Der Platz war gut für uns. Doch als wir fast fertig mit der Pause waren, kamen zwei Frauen, die das natürlich nicht gut fanden. Dazu hat auch noch Marvin gebellt. Die beiden Frauen wollte die Kirche etwas putzen, da dort am Wochenende eine Hochzeit stattfinden sollte. Sie waren aber etwas freundlicher als sie uns die Kirche zeigen konnten. Dort war für mich das Beeindruckendste so etwas wie eine hölzerne Madonna. Die Statue war lang gezogen und der Kopf und Jesuskind ganz gedrungen.

Google maps wollte uns dann durch ein scheinbar privates Gelände schicken. Der Park mit dem Gutshaus war wunderschön. Doch als wir in die Nähe des Hundes kamen, sind wir doch umgedreht und haben einen Weg am Rand genommen. Bis Ussy war es dann nicht mehr weit. Einen Platz für unser Zelt zu finden war dann dafür umso schwerer.

Julien kommt uns heute Nacht besuchen. Er hat Bier und Gas mitgebracht. Das ist sehr gut. Jetzt gibt es morgen früh auch einen Kaffee.