Wisques

Heute war wieder ein langer Tag. Wir sind zeitig gestartet und es war noch nicht so warm. Wir sind am Anfang über ganz einsame Wege und Straßen gegangen. Wir haben gleich am Anfang ganz viele Entenfamilien getroffen und einsame Entenküken. Die Entenfamilien wussten nicht so recht, was sie tun sollten und sind erstmal ganz ruhig sitzen geblieben. Das war so gut für uns, um sie zu beobachten. Und auch die Küken flüchteten nicht, sondern plantschten eifrig im seichten Wasser weiter.

Auch Esel mit ihren Jungen konnten wir sehen, dann auch noch Feldhühner und Feldhasen. Von den Feldhasen haben wir gleich drei Stück gesehen. Sie schienen noch relativ jung zu sein, denn sie waren noch nicht so groß. Auch ein Reiher begleitete unseren Weg. Und wir sind an ganz neugierigen Pferden vorbei gekommen. Sie ließen sich sogar die Nüstern kraulen. Es ist schon beeindruckend, wir groß so ein Pferdekopf ist und weich sich die Nase anfühlt.

Nach den Pferden ging es leider zurück auf eine etwas größere Straße, denn der restliche Weg war gesperrt. Langsam wurde es auch ziemlich warm und es war anstrengend an der Straße zu laufen, auch wenn nicht so viele Autos kamen. Der nächste Ort hatte einen kleinen Bio-Laden, der leider geschlossen war. Davor stand aber noch eine Stiege mit Augustäpfeln und einem Preis an der Seite, aber leider war keine Dose für das Geld zu sehen. Ich hätte ja so gern einen davon gegessen. Sie dufteten so verlockend.

Unser Weg führte jetzt erstmal eine Zeit weiter an der Straße entlang. Die Ortschaften sind hier eher lang gezogen an der Straße, so dass wir schnell im nächsten Ort waren. Dort haben wir an der Kirche Wasser aufgefüllt. Die Kirche war wirklich schön. Ganz schlicht aus hellem Stein. Uns hat dort eine Frau angesprochen und sie war ganz erstaunt über das, was wir vorhaben. Sie hat uns gefragt ob wir Eier möchten und sie hat sie uns sogar gekocht. Als sie mit den Eiern kam, hatte sie noch Brot und Garten-Tomaten für uns mit. Wir haben dann kurz hinter dem Ort, als der Weg in Richtung Wald und Felder ab bog, Rast gemacht. Die Tomaten waren so lecker, sie haben richtig nach Tomate geschmeckt, und die Eier waren auch noch heiß. Das war so gut.

Unser Weg führte dann den Berg hinauf und auf der Ebene zwischen Feldern entlang. Die Sonne stand hoch und es war so heiß. Als ein klein bischen Wald und Schatten kam, haben wir Pause gemacht. Die Hunde durften davor etwas rennen und brauchten die Pause zum wieder Abkühlen. Der Weg war jetzt auch nicht mehr weit zum Ort und es gab auch etwas Schatten.

Im Ort haben wif im Café noch einen Kaffee getrunken und die Hunde konnten auf den Fliesen abkühlen. Thomas ist nach einem Platz für unser Zelt suchen gegangen, auch wenn es noch nicht so spät war. Die Sonne brannte ziemlich und es war schwül heiß. Da es im Ort nichts passendes gab, haben wir in einem Ort weiter im Kloster abgerufen ob sie einen Platz für uns und unser Zelt hätten. Sie bejahten und wir liefen, trotz der Wärme, weiter.

Hier im Ort gibt es zwei Klöster. Ein Frauen- und ein Männerkloster. Das Männerkloster liegt etwas außerhalb und das hatten wir angerufen. Thomas hatte schon am Telefon gesagt, dass wir ein Paar sind, und als wir ankamen, hatten sie auf einmal keinen Platz für uns. Der vorgesetzte Mönch wollte es dann nicht. Sie haben uns tatsächlich weggeschickt. Wir waren wirklich verdutzt und verärgert, da wir ja davor angefragt hatten und extra deswegen in den Ort gelaufen sind. Wir sind dann bei den Schwestern fragen gewesen. Dort war gerade Gebetszeit und eine der Schwestern meinte, wenn wir warten wollen, sagt sie der zuständigen Schwester nach dem Gebet Bescheid. Ich bin dann mit in die Kirche gegangen und habe den Gesängen gelauscht. Sie sangen auf Latein und ich konnte die anderen Schwestern nicht sehen. Die eine Schwester kam zwischendurch zu mir und erklärte mir, dass für die eine Schwester, die extra saß, heute ein besonderer Tag sei, aber ich habe leider nicht mehr verstanden. Sie war so freundlich und ich habe mich wieder mal über mein schlechtes Französisch geärgert. Nach der Vesper kam dann erst noch eine andere Schwester zu uns. Sie wirkte ganz aufgeregt und trotzdem ruhig. Ich hatte das erstemal das Gefühl, dass jemand mehr mit mir spricht, obwohl Thomas die Fragen beantwortet hat. Das war ein bischen komisch. Als dann die zuständige Schwester kam, hat sie uns einen Platz für unser Zelt gezeigt und wo wir Wasser her bekommen. Unser Zelt steht jetzt vor der Klostermauer, da das Kloster sehr abgeschlossen ist. Wir sind übrigens vor der Abbey Notre-Dame.

Unser Zelt steht auf weichem Moos und wir hören den Tauben zu… Eine gute Position zum Schlafen.

Merck-Saint-Liévin

Stellt euch vor ich habe heute „Kleiner Onkel“ von Pippi Langstrumpf getroffen. Er steht hier auf einer Weide und wartet. Worauf weiß ich leider nicht. Aber er steht nicht weit von unserem Zelt entfernt.

Unser Zelt steht an dem Fluß, dem wir auch heute, den ganzen Tag gefolgt sind. Der Fluß rauscht leise vor sich hin und die Blätter der um uns herum stehenden Pappeln rauschen auch etwas. Wir haben hier schon gegen 17 Uhr gestoppt und ich habe erstmal etwas geschlafen. Es war heute wirklich heiß. Ich habe die Wärme des Asphalts durch meine Schuhe gespürt.

Heute morgen waren wir auf dem Zeltplatz tatsächlich die Ersten, die sich dort bewegt haben. Wir hatten das erste Stück eine etwas größere Straße zu laufen, aber das ging ziemlich gut und es waren nicht so viele Autos unterwegs. Im nächsten Ort ging es dann über die Feldwege weiter. Ein großer Laster rauschte, ohne langsamer zu werden, an uns vorbei. Er holte an einer Blechscheune, die mitten auf den Feldern stand, tote Schweine ab. Es war grausam zu sehen, wie er die Leichen mit dem Kran anhob und in seinen Kontainer fallen ließ. Warum achtet der Bauer nicht auf seine Tiere, damit sie wenigstens die kurze Zeit die sie leben, eine gute Zeit haben. Bei der Wärme haben wir schon so manche Weide mit Tieren, aber ohne Schatten und Wasser gesehen. Warum? Aus Geldgier? Es ist wirklich traurig und beschämend, das anzusehen.

Im nächsten Ort gab es dann einen Bäcker in einer Mühle. Das sah sehr verlockend aus, aber da Montag ist war er leider geschlossen und wir mussten einen Ort weiter gehen. Dort gab es dann Brot vom Supermarkt für uns, da auch hier alles andere geschlossen hatte, sogar die Bar. Im Schatten der Kirche gab es dann eine späte Mittagspause für uns.

Wir hatten Glück und konnten über viele kleine Straßen weiter gehen. Wir haben die große Kirche des Ortes schon von weitem gesehen. Sie wirkt viel zu groß für den kleinen Ort. Die Kirche war innen schön kühl. Die Decke der Kirche ist gemalt, aber trotzdem relativ schlicht gehalten. Ein Teil der Steine ist von grünen Algen überzogen.

Wir sind froh wieder einen schönen Platz zum Schlafen gefunden zu haben und hören dem Fluß zu.

Aix-en-Ergny

Heute ging es früh los. Es war ganz feucht im Zelt und draußen Stand der Morgennebel auf der Wiese. Als ich heute Nacht nochmal mit Blondi draußen war, war es sternenklar und der Mond schien hell. Es war dann heute morgen auch das erste Mal etwas frisch morgens.

Nach dem Morgenkaffee kam der Bürgermeister in Anglerkluft zu uns und fragte ob wir an dem Platz geschlafen hätten. Wir haben erst später erfahren, dass es der Bürgermeister war.

Wir wollten noch einen Kaffee in der Bar trinken. Doch die hatte noch zu als wir da waren. Also haben wir noch etwas gewartet und die Bar öffnete tatsächlich kurz danach. Wir waren die ersten Gäste und ein kleiner Hund hat uns gleich bellend begrüßt. Die Frau war wieder sehr freundlich und hat sich mit hns unterhalten. Erst mit mir mit meinem holprigen Französisch und dann mit Thomas. Sie hat uns dann sogar den Kaffee geschenkt.

Für uns ging es dann erstmal entlang des kleinen Flusses bis zum nächsten Ort weiter. Es war nicht so weit, aber die Luft war schwül warm, so dass wir an der Kirche erstmal eine Pause zum Wasser auffüllen gemacht haben. Dann sind wir über eine kleine Straße und einen Feldweg weiter. Im nächsten Ort wollten wir einkaufen. Wir haben bei einem Bäcker erst super leckeres Brot gekauft und dann den Carrefour Markt gesucht. Thomas hat den Einkauf übernommen und ich habe mit den Hunden gewartet. Die Hunde haben dann super teures Bio- Futter bekommen, da beide gerade etwas Probleme mit dem Bauch haben und wir vermuten, dass es am Futter liegt. Also gab es jetzt eine neue Sorte, die ich in Deutschland auch schon mal für Blondi hatte. Ich war ganz froh, dass Thomas den Einkauf übernommen hat. Ich war für die Pause wirklich dankbar.

An der Touristeninformation gab es im Schatten für uns dann Essen und W-LAN. Das war super gut, denn der Handyempfang ist hier eher schlecht und die Wanderkarte rufen wir immer direkt über eine App ab. So konnten wir in Ruhe nach dem Weg gucken. Für den Kaffee sind wir dann wieder in eine Bar gegangen. Als ich die Frau an der Theke nach der Toilette gefragt habe, hat sie mit mir gescherzt und meinte sie hätten keine. Mein Gesicht muss so entsetzt und enttäuscht gewesen sein, dass sie es ganz schnell aufgeklärt hat.

Über Feldwege ging es dann weiter und die Hunde konnten frei laufen. Hier sind wirklich viele Felder und es gibt relativ viele alte, kleine Höfe in den Orten zu sehen. Die kleinen Höfe sind wirklich schön und zum Teil noch in Betrieb.

Bei einer Pause im Schatten, gegenüber eines Hauses mit großem Garten, ist uns aufgefallen, dass Thomas Schuhe immer mehr kaputt gehen. Er versucht sie über intensive Pflege zum Halten zu überreden. Bei unserem Aufbruch von dort, ist dann auch der Hund des Hauses, ein Schweizer Schäferhund, erwacht und hat uns mit seinem Bellen ein Stück begleitet. Unsere beiden Hunde waren dafür erstaunlich ruhig.

Da es heute schwer war einen Platz für unser Zelt zu finden, sind wir auf einem Campingplatz. Wir sind glaub ich das einzige Zelt hier. Der Rest sind alles Mobile-Homes. Das ist echt ziemlich schräg. Es gibt hier weder W-LAN noch sind die Sanitäranlagen überzeugend. Es gibt jeweils nur eine Toilette und eine Dusche. Der Platz ist wirklich ziemlich groß, aber scheinbar sind alle Mobile-Homes mit allem nötigen ausgestattet. Es gibt einen kleinen Teich zum Angeln und ein Tretboot darauf, einen großen Spielplatz und ein Basket- und Fußballfeld. Leider sind das alles Dinge, die wir gerade nicht so brauchen. Wir wurden auch ziemlich schräg angesehen bei unserer Ankunft, so zu Fuß, ohne Auto oder Fahrrad…. scheinbar unvorstellbar für hier.

Mein Gefühl bist hier oft, dass viele Leute unsere Reise gar nicht so spannend finden, interessanter scheint oft die Frage, wie eine Deutsche und ein Franzose zusammen finden…

Enquin-sur-Baillons

Heute haben wir alle wirklich lange geschlafen. Es war schon halb neun als wir aufwachten. Selbst die Hunde haben sich bis dahin nicht gerührt. Wir hatten wirklich alle den Schlaf nötig.

Wir haben dann noch in Ruhe gefrühstückt, bevor wir gestartet sind. Unser erster Stopp war gleich noch beim Bio-Bäcker. Wir hatten dadurch heute wieder total gutes Brot. Und das Beste war, dass Thomas noch einen Brownie dort gekauft hat. Den haben wir dann direkt vor dem Bäcker noch gegessen. Der war so lecker schokoladig, mit ein paar Nüssen oben drauf und Innen so richtig schön weich.

Dann ging es aber wirklich los. Heute war wieder viel Straße angesagt. Das war nicht ganz so schön, zum Glück waren die Straßen eher wenig befahren. Es reihte sich ein Ort an den anderen, wie eine Perlenkette. Die Orte waren eher nicht so hübsch, aber zwischendurch gab es immer mal wieder ältere Häuser und Höfe zu sehen. Die älteren Häuser sind aus Backstein gebaut, der weiß getüncht wurde. Die Türen und Fenster waren oft dunkel gestrichen. Die Farben reichten von dunkelgrün bis schwarz. Hier hatte auch wieder jeder Ort eine Kirche und in den Kirchen waren immer auch Jeanne d’Arc Statuen. Wir sind auch an einem Lernbauernhof vorbei gekommen. Dort liefen ganz viele Baby-Schweine über den Hof und ein Schaf, dass unglaublich viel Wolle trug.

Unser Weg führte die ganze Zeit auch an einem ganz bezaubernden, klaren, kleinen Fluß entlang. An einer Stelle hat Thomas sogar Fische entdeckt.

Da ich mich noch nicht wieder ganz fit fühle und wir ja auch so spät gestartet sind, war unser Weg nicht so weit. Wir haben unser Zelt an dem Fluß aufgeschlagen. Wir liegen in der Nähe des Gemeindesaales. In dem Ort hier hätten wir locker an drei verschiedenen Plätzen schlafen können. Wir waren hier auch noch in der Bar. Die war hier wirklich so richtig Dorfkneipe. Als wir rein kamen roch es ziemlich nach Alkohol und es waren erst auch nur Männer dort. Die Leute aber waren sehr freundlich und haben uns auch noch einen Schlafplatz gesagt.

Meine aufblasbare Isomatte hat seit gestern oder vorgestern ein mikroskopisch kleines Loch. Das Loch haben wir heute im Fluß versucht zu finden. Leider waren wir erfolglos. Zum Glück ist das Loch so klein, dass morgens noch genügend Luft in der Matte ist und ich nicht auf dem Boden liege.

Montreuil

Und noch ein ungeplanter Pausentag. Unsere Nacht war unglaublich unruhig, so dass wir heute morgen relativ schnell unsere Sachen gepackt haben. In einer Bar gab es erstmal einen Kaffee, um etwas wacher zu werden und eigentlich den Tag zu planen. Da ich schon wieder einen Harnwegsinfekt habe, haben wir uns aber umentschieden. Thomas hat von der Bar aus einen Arzttermin für den Nachmittag vereinbart.

Nachdem die letzte Nacht nicht gut war, haben wir überlegt, wo wir heute bleiben können. Wir hatten gehofft, dass Jean-Michael oder Victor und Justine einen Platz für uns haben. Wir sind also zu dem Haus gegsngen und haben gewartet, da keiner da war. Victor kam irgendwann vorbei, aber leider hatte keiner von ihnen Platz für uns. Wir sind dann zum Campingplatz und haben dot, bei Regen unser Zelt schnell aufgebaut. Selbst die Hunde waren so erschöpft, dass sie den ganzen Tag ganz ruhig geschlafen haben.

Nach einer Dusche und etwas zu essen, waren wir wieder etwas fitter. Thomas ist dann mit zum Arzt gekommen, da es mit den Englischkenntnissen hier nicht so gut aussieht. Nach dem Arzt ging es zur Apotheke und dann zurück zum Campingplatz. Erstmal etwas schlafen und wieder Essen.

Ich hatte eine Holländerin, die allein mit dem Rad unterwegs war, angesprochen, ob sie mit uns essen möchte. Leider hatte sie schon gegessen. Wir haben uns kurz unterhalten und dann bin ich zurück.

Hier gibt es zum Glück einen regengeschützten Platz mit Tischen und Bänken, so dass wir nicht im Zelt essen mussten. Das war wirklich gut. Nicht nur für uns gab es etwas leckeres zum Essen, sondern auch für die Hunde. Thomas hatte beim Carrefour-Markt an der Fleischtheke nach Resten für die Hunde gefragt. Er hat einen großen Beutel mitgebracht. Die Hunde haben sich bestimmt den ganzen Tag darauf gefreut. Am Liebsten hätten sie es noch vor dem Laden gefressen.

Montreuil

Gestern hatten wir einen ganz ungeplanten Pausentag, aber der Reihe nach…

Morgens sind wir im Garten eines Hotels erwacht, d.h. am Rand des Gartens. Unser Frühstück gab es dann in dem Hotelgarten. Der Garten war auf der anderen Flussseite des Hotels und ein Wanderweg führte durch ihn. Es war ein kleiner Gemüsegarten mit Hochbeeten und kunstvollen Lampen, die wie Glockenblumen aussahen. Zwei Leute arbeiteten gerade im Garten. Thomas hat sich etwas mit ihnen unterhalten und ich bin auf der Suche nach Blütenfotos durch den Garten getiegert.

Wir wollten danach in der Stadt noch einkaufen und nach unseren nächsten Wegen gucken. Wir haben uns dafür entschlossen den GR 120 zu verlassen und etwas mehr durch das Landesinnere zu gehen. Hier sind weniger Touristen und es ist leichter einen Schlafplatz zu finden. Wir wollen über St. Omer nach Dünkirchen und dann nach Belgien weiter.

In der Stadt war ich dann wegen neuer Seife in einem „Kräuterladen“. Der Kräuterladen hat sich nachher als Teil dr Apotheke herausgestellt. Der Mann war etwas verwirrt, dass ich Haarseife haben wollte und dann auch noch ohne Plastikverpackung. Naja, ich war etwas länger als gedacht im Laden. Als ich raus kam, unterhielt sich Thomas gerade mit einer Frau. Ich musste auch nochmal in die Apotheke, also bin ich nur kurz zu den beiden hin. In der Apotheke habe ich den selben Mann glaub ich etwas zum verzweifeln gebracht. Ich wollte Magnesium als Citrat und er hat mir alle möglichen Magnesiumoxide gezeigt. Da kommt dann doch mein Beruf durch…

Als ich aus der Apotheke kam, war bei Thomas noch ein Mann, Denis. Die beiden haben uns für die Nacht eingeladen, dort zu schlafen.

Wir sind dann erstmal einen Kaffee trinken gegangen und Pommes essen. Und haben uns etwas die Stadt angesehen. Nach einer Pause auf dem Wall, haben wir uns in der Touristeninformation schlau über unsere nächsten Wege gemacht. Dort gab es nämlich freies W-LAN. In einem ganz urigen Café gab es noch eine heiße Schokolade und dann ging es weiter durch die Stadt in Richtung der beiden vom Vormittag.

Dort angekommen haben wir gemeinsam gegessen und Thomas hat sich mit Ihnen unterhalten. Für mich haben sie viel zu schnell gesprochen, so dass ich nichts wirklich verstanden habe.

Montreuil-sur-Mer

Ich weiß gar nicht so richtig, wo ich heute anfangen soll. Unser Tag war so gut und so voll.

Heute morgen bin ich erstmal Kopfschmerzen gestartet. Wir haben noch vor dem Frühstück das Zelt abgebaut, da wir fertig sein wollten bevor die Leute im Bürgerbüro e zu arbeiten. Beim Frühstück ist uns dann aufgefallen, dass mittwochs geschlossen ist.

Gestern Abend haben wir beschlossen heute einen „Day for the planet“ einzulegen. Ich hatte gestern Abend mal wieder was über Plastik im Meer gelesen und ich denke oft über unsere Rucksäcke nach. Die Rucksäcke und deren Inhalt bestehen überwiegend aus Polyesterfasern und selbst wenn wir sehr darauf achten, was wir an Essen kaufen, ist doch vieles in Plastik verpackt. Und dann sind da noch die Wege auf denen wir bis jetzt unterwegs waren, dort liegt oft so viel Müll und Zellstoff. Alles Gründe für unseren Planet-Day. Wir sind heute Morgen viel an größeren Straßen gelaufen und haben alle Dosen und Plastiksachen eingesammelt, die wir gefunden haben. Wir hatten leider keine Mülltüten dabei und als die ersten kleinen Beutel voll waren, war da zum Glück ein Auto, dessen Fahrer uns anbot den Müll im Kofferraum abzuladen. Er hatte leider keinen neuen Müllbeutel für uns. Thomas hat dann am Weg McDonald’s Tüten gefunden und ich hatte noch ein paar Hundetüten für den Müll, aber wir mussten kurz vor dem nächsten Ort eine Müllpause einlegen, da alle Tüten und unsere Hände voll waren. Im Ort war ein Mann so nett und hat uns große, gelbe Säcke gegeben und den bis dahin gesammelten Müll entsorgt. Obwohl wir an der Straße unterwegs waren, konnten wir doch viel auf den Stoppelfeldern rechts und links der Straße laufen und trozdem haben wir so viele Dosen und Plastik gefunden. Am Ende hatten wir einen Sack komplett voll und den anderen zur Hälfte. Wir sind beide auch auf der selben Straßenseite gelaufen, sonst hätten wir sicher noch mehr Müll gefunden. Ich bin gespannt, wie das in den anderen Ländern mit dem Müll so ist. Würde es auf unsere Fundstücke hier Pfand geben, wir hätten ein kleines Vermögen gehabt. Wir haben dann mittags mit dem Sammeln gestoppt, da es mit dem Rucksack auf dem Rücken und dem Hund an der Leine ganz schön anstengend ist. Es ist gar nicht so einfach nachher nicht weiter nach Plastik zu gucken, sondern etwas die Landschaft zu genießen.

Viele Felder sind hier schon abgeerntet und die Strohballen stehen auf ihnen. Es sieht wirklich aus, wie im Bilderbuch. Wir haben kurz mit einem Bauern gesprochen, der Bohnen für Bonduel produziert. Auch er hat von dem Müll, den er auf seinen Feldern findet erzählt.

Heute haben wir mal ganz ausgefallene Felder gesehen, Felder mit Bohnen und mit Karotten. In Wailly-Beaucamp haben wir eine lange Pause eingelegt und waren in der Bar. Die Frau in der Bar war sehr freundlich und hat uns einiges über ihre Begegnung mit verschiedenen Reisenden in der Bar erzählt. Nach der Pause ging es zum Glück auf kleinen Straßen weiter. Die Sonne brannte mal wieder ziemlich heiß und wir haben viele Wasserpausen eingelegt.

Der Beginn der nächsten Stadt war etwas lustig. Auf der rechten Straßenseite war ein anderer Ort, als auf der linken Straßenseite. Die Straße war relativ lang und in der Mitte startete dann ein neuer Ort, Montreuil. Der Ort ist wirklich schön. Er ist von einer Wallanlage umgeben und hat wunderschöne Plätze. Es gibt zwar auch hier relativ viele Häuser zu verkaufen, aber der Ort wirkt lebendig. Die Straßen sind eher klein und zum Ortskernende hin eher steil. Die Häuser sind nicht zu hoch und alle ein bischen unterschiedlich, mache sind hübsch raus geputzt und andere versprühen den Charm den alte Häuser haben. Die Abendsonne tauchte dann alles in goldenes Licht. Wir waren zur richtigen Bilderbuchzeit da. Nur der Fotoapparat steckte tief im Rucksack und muss bis morgen warten.

Kurz bevor wir in Richtung eines potentiellen Schlafplatzes abbiegen wollten, stand da ein weißer Hund auf der Straße und kam spielend erst zu Marvin gerannt. Als Blondi und ich auch an der Stelle waren, wurde auch Blondi ganz herzlich von ihm begrüßt. Es war ein sechs Monate alter Schweizer Schäferhund. Durch Thomas Frage nach Wasser für uns, sind wir ins Gespräch gekommen. Sie haben uns auf ein Bier eingeladen. Und später gefragt ob wir zum Essen bleiben wollen. Sie haben gegrillt. Und hiermit wiederrufe ich ganz offiziell meine Meinung über französische Grillkünste. Ich habe es jetzt das zweite Mal erlebt, dass das Grillgut weder verbrannt, noch roh ist. Es war ein wirklich schöner Abend mit den dreien (die Namen kommen später, da ich mal wieder keine Ahnung habe wie sie geschrieben weden und Thomas schon schläft).

Jetzt steht unser Zelt an einen kleinem Fluss unweit der Stadt. Am Fluss stehen noch Angler. Es ist ziemlich ruhig hier und ich kann die Grillen zirpen hören. Beide Hunde waren heute wirklich geschafft. Kaum waren sie im Zelt, waren ihre Augen auch schon zu.

Ich hoffe ich habe nichts vergessen. Unser Tag war wirklich sehr erfüllt und schön.

Conchil-le-Temple

Heute morgen ging es ganz überraschend für uns los. Nachdem unsere Rucksäcke fertig gepackt waren, wollten wir an der Rezeption noch einen Kaffee trinken. Auf dem Weg zur Rezeption haben wir noch eine Familie mit dem Autokennzeichen für Peine angesprochen. Sie fiel auf dem Campingplatz, im positiven Sinn, auf. Sie hatten vier Kinder, wobei das Jüngste im Tragetuch schlief. Schon allein ein Kind im Tragetuch zu sehen ist hier selten. Dazu hatten sie noch einen etwas älteren VW-Bus und ein großes Zelt, dass nicht von Decathlon zu stammen schien. Wir haben ihnen von der Ferme de la Bohème erzählt.

An der Rezeption gab es dann einen großen Kaffee für uns und das Bäckerbrot sah auch toll aus. Das war schon ein guter Start. Als wir gerade aufbrechen wollten, fragte uns die Besitzerin, ob sie uns mit dem Auto zur Stadt bringen sollen. Das war so freundlich und so gut für uns. Ihr Mann hat uns dann nach Quend Plage gebracht. Das wären für uns bestimmt 3 Tage unterwegs sein, um das Naturschutzgebiet herum, gewesen. Die Autofahrt war wirklich entspannt und Thomas und er haben sich gut unterhalten. Ich habe immerhin wieder etwas mehr verstehen können. Als wir dann aus dem Auto ausgestiegen sind, haben wir leider unsere Wanderstöcke im Auto vergessen. Wir haben ganz schnell versucht ihn zu erreichen, aber er hat unsere Versuche leider erst gesehen, als er wieder auf dem Campingplatz war. Er ist dann nochmal zu uns gefahren und hat sie uns gebracht. In der Zeit haben wir noch ein kleines Kranichmobile für ihn gebastelt. Als er dann da war, hatte er sogar noch Marmelade für uns mit. Das war alles so freundlich. Wir sind wirklich dankbar für die Zeit dort.

Wir sind dann durch die Dünen nach Fort-Mahon-Plage gelaufen. In einen kleinem Pinienwäldchen haben wir einen Stop zum Essen eingelegt. Das war ein wirklich schöner Platz. Weiter ging es bis zum Ort dann durch die Dünen. Ich war so froh meine Wildlinge an den Füßen zu haben. Barfuß durch den Sand laufen, ohne Angst vor Splittern haben zu müssen ist so schön.

In Fort-Mahon-Plage haben wir kurz gestoppt, um nach dem besten Weg für uns zu sehen. Wir haben uns für die Straße nach Conchil-le-Temple entschieden. Wir laufen zwar nicht so gern Straße, aber das erste und das letzte Stück hatte breite Seitenstreifen bzw. Fahrradwege. Der Weg war dadurch wesentlich angenehmer.

Kurz vor unserem Zielort sind wir an einem Zieghof vorbei gekommen. Es ist der Erste auf unserer Reise. Wir haben dort Käse gekauft und durften uns den Stall ansehen. Sie hatten dort 44 Ziegen, das ist schon größer als bei Thierry. Der Stall wirkte sehr professionell und die Ziegen standen, nach Alter getrennt, zusammen.

Wir sind froh jetzt einen guten Schlafplatz gefunden zu haben. Wir müssen uns jetzt langsam entscheiden, wie wir weiter gehen wollen. Wir sind jetzt im Departement Pas-de-Calais und wollen nicht durch Calais durch. Jetzt heißt es für uns erstmal Karten studieren.

Hier noch die Adresse von dem letztem Campingplatz (sobald wir ausreichend Internetverbindung haben, kommt noch ein Link dazu):

Les 3 Sablières

Sabine et Jean-Michel Perus

1850, Rue de la Maye – 80550 St-FIRMIN LES CROTOY

Telefon: 0033322270133

contact@camping-les-trois-sablieres.com

Hier der Link: Homepage

La Maye

Nachdem ich heute morgen ja schon mal kurz erzählt habe, dass wir erst nachmittags los wollen, gibt es heute also gar nicht so viel zu erzählen.

Nachdem mein Telefon wieder frei war, sind wir also gestartet. Es war zum Laden während dem Mittag in der Rezeption eingeschlossen. Wir waren nach dem Verlassen des Campingplatzes nicht so gut gelaunt. Die Sonne war ziemlich heiß und brannte. Wir mussten erst zurück in die Stadt. Unsere Vorräte waren fast komplett alle. Wir haben den letzten Rest mit dem so leckeren Bäckerbrot von heute morgen gegessen. Nach dem Supermarkt waren unsere Rucksäcke schon wirklich schwer. Wir wollten noch einen Kaffee in einer Bar beim Supermarkt trinken, doch die Frau hat uns mit dem Kommentar „keine Hunde“ die Tür wirklich vor der Nase zugeschlagen.

Wir sind dann in Richtung Strand gegangen und haben dort noch unser Wasser aufgefüllt. Da wir vor hatten auf einem Picknickplatz am Weg zu schlafen, haben wir auch die Reserveflaschen gefüllt. Das hieß für jeden nochmal 1,5 Liter Wasser. Ich habe mich ein bischen wie ein Packesel gefühlt. Für uns ging es dann weiter die Promenade entlang, bis zum Stadtende.

Der Weg führte dann an einer Aquakultur vorbei. Dort roch es wirklich nicht gut. Es roch nach altem Fisch und so wenn Tang am Strand trocknet und gärt. Danach ging es dann in die Dünen. Das hieß für uns ein anstrengender Weg durch das zusätzliche Gewicht. Der Weg führte kurz in privatem Gelände lang, wo Hunde eigentlich verboten waren. Der Weg war schön und im Schatten eines Kiefernwäldchens. Wir konnten und wollten dort nicht umkehren und zurück gehen. Am ersten größeren Parkplatz angelangt, führte der Weg durch das Naturschutzgebiet der Somme-Bucht. Dort waren viele Schilder angebracht, dass Hunde auch an der Leine verboten sind. Da standen wir nun etwas ratlos. Dort schlafen ging nicht und weiter den Weg gehen ging auch nicht. Das war wirklich eine doofe Situation, zumal die Schilder nicht am Wegbeginn in der Stadt darauf hinwiesen. Aus der Bucht kam gerade eine große Gruppe von Leuten, die viel lauter als unsere Hinde waren und auch Reiter mit ihren Pferden waren in der Bucht unterwegs. Das war wirklich gemein mit den Hunden. In der Nähe war ein Campingplatz, zu dem sind wir dann erstmal gegangen. Am Tor haben wir schon geschluckt, vier Sterne. Wir haben uns auf einen wirklich hohen Preis eingestellt. Alles zusammen sollte dann 30€ kosten. Das war viel, aber der Platz war viel besser als gestern der mit eigentlich 25€. Also ist Thomas zum Anmelden gegangen. Als er wieder da war, strahlte er. Wir dürfen für 10€ hier schlafen. Wir waren beide so erleichtert.

Um unseren Zeltplatz hier zu finden, hätten wir ein GPS gebraucht. Der Platz ist wirklich groß und wir sind erstmal in alle Richtungen gelaufen. Am Ende haben wir unseren Platz dann doch gefunden. Er hatte ganz viel Schatten und wirkt schön ruhig.

Und das Beste ist, dass die Schwalben über dem Pool fliegen.

Le Crotoy

Guten Morgen. Gestern war ich tatsächlich zu müde, um noch den Blogpost zu schreiben. Also gibt’s den jetzt erst.

Wir sind in Le Crotoy auf einem Campingplatz. Das hatten wir schon morgens geplant, in anbetracht des WM-Finales.

Durch das Feuerwerk in der Nacht zuvor, haben wir morgens länger geschlafen als gedacht. Die ersten Besucher waren schon auf dem Weg zur Kapelle. In der Nacht hatte sich noch ein Auto zu unserem Platz gestellt. Morgens ermahnten uns dann glatt zwei ältere Frauen, dass es mit dem Auto dort verboten war. An sich war es ja nett, dass sie uns das sagten, aber leider wollten sie nicht wirklich mit uns sprechen, geschweige denn zu hören, dass es nicht unser Auto ist. Also haben wir mit etwas ungutem Gefühl schnell unser Zelt abgebaut und unsere Sachen gepackt.

Wir haben in der Nacht übrigens weder die Welle der ankommenden Flut noch das Feuerwerk gesehen. Das Feuerwerk war ziemlich laut und zwischendurch klang es eher wie Schüsse statt wie Raketen. Wir waren aber alle so müde, dass wir nicht nochmal aus dem Zelt gegangen sind. Marvin hat außerdem Angst vor Knallgeräuschen.

Als wir dann starteten war es schon ziemlich warm. Auf dem Weg zum Hafen, haben wir noch kurz am Marktplatz gehalten. Wir brauchten noch Gemüse. Während ich mit den Rucksäcken und den Hunden im Schatten wartete, war Thomas auf dem Markt. Der Markt war wirklich riesig, doch als Thomas zurück kam, hatte er das Gemüse in dem kleinen Laden gekauft. Es gab auf dem ganzen Markt nur zwei Gemüsestände und die waren auch noch von großen Händlern und nicht Bio. Auf dem ganzen Platz gab es nicht rinen Stand von einem regionalen Bauern, dafür total viele Stände mit Kleidung.

Den Marktplatz hat übrigens auch Jeanne d’Arc passiert, wie so viele Orte hier in der Gegend. Wir treffen ihren Namen hier häufig…

Unser Weg führte jetzt erstmal durch die ganze Stadt und die war voller Menschen. Um viel zu sehen war es leider zu voll und mit den Hunden auch zu anstrengend. Der Ort wirkte jetzt doch viel größer als davor. Ich war froh als wir am Hafen waren, dort waren wesentlich weniger Menschen und wir konnten eine Pause im Schatten machen. Wir hatten ein bischen Respekt vor der Länge des Weges, da wir nirgends richtige Angaben finden konnten. Die Aussagen schwankten zwischen 15 und 25 km. Kurz vor Beginn des schönen Wegteils, außerhalb der Stadt, fanden wir dann ein Schild mit 13 km. Das beruhigte uns. Der Weg führte entlang der Bahnschienen. Hier gibt es einen kleinen, alten Touristenzug, er hat eine große, schwarze Lok und grüne und braune Wagen mit Holzbänken und Hutablagen aus Holz.

Der Weg hatte auf der einen Seite den Deich mit der Bahn und auf der anderen, dass satte Grün der Salzwiesen. Die Wiesen werden auch hier nur bei einem großen Mond überschwemmt, so dass das Grün hoch stand. Zwischen dem Grün waren immer wieder kleine Wasserlöcher. Ein Paradies für die Hunde, die freilaufend immer mal wieder baden gingen. Eine gute Abkühlung für sie und Zeit für uns in Ruhe zu gehen. Auf dem Stück Bucht gab es wesentlich weniger Jagdplätze als den Tag davor.

Der Weg hielt für uns keinen Schatten bereit und so sind wir für unsere Mittagspause von ihm etwas abgebogen. An einem Parkplatz haben wir etwas Schatten gefunden. Wir haben dort auch gesehen, dass der GR wirklich mit der Bahnschiene auf dem Deich verläuft und nicht wie wir gegangen sind an der Deichsohle.

Da die Flut langsam kam, sind wir nach der Pause dem richtigen Weg weiter gefolgt. Das Wasser steht hier bei großem Mond nur 30 Minuten in der Bucht, wie uns ein Jäger erklärte. Der weitere Weg folgte dann einem anderen Deich und wir konnten das Wasser langsam ankommen sehen, bevor wir an die Straße und dem Fahrradweg abbiegen mussten. Der Fahrradweg führte entlang eines Baches in dem große, dicke Fische schwammen. Thomas war ganz verzückt.

Kurz vor der Stadt bog der GR wieder vom Fahrradweg ab und lief um ein großes, mit Wasser gefülltes Becken. Die Hunde konnten dort nochmal kurz schwimmen gehen und haben das wirklich genossen. Der Weg hatte dann auf einer Seite das Wasser vom Becken und auf der anderen Seite das Grün der Bucht. Das war chon ziemlich surreal dort auf dem Deich zu laufen. Im Ort dann angekommen haben wir die Touristeninformation gesucht, da wir ja auf einen möglichst günstigen Campingplatz wollten. Der uns empfohlene war allerdings eher naja. Teuer, kein Schatten, fast nur Mobile-Homes, verbranntes Gras und die Sanitäranlagen auch eher spärlich und dafür dann 25€ pro Nacht. Da wir nach dem letzten Campingplatz beschlossen hatten uns wirklich erstmal alls anzusehen und nur dort zu bleiben, wo es uns gefällt, sind wir nach einer Runde über dem Platz wieder gegangen. Mittlerweile war auch aus fast allen Häusern das WN-Finale zzu hören und laute Jubelrufe, wenn Frankreich ein Tor schoss. Etwas deprimiert haben wir erstmal Schatten gesucht, um zu überlegen, was wir tun. Eine Straße weiter war auf unserer Karte noch ein ganz kleiner Campingplatz eingezeichnet. Also sind wir dort gucken gegangen. Am Tor stand schon, dass er privat ist und man Mitglied sein musste in dem Verein. Wir dachten wir fragen einfach mal, vielleicht gibt es ja doch einen Platz für uns. Der Platz war wirklich schön. Er hatte viel Schatten und war wirklich klein. Leider gab es keine Möglichkeit dort zu bleiben. Sie achteten strickt darauf, dass nur Mitglieder dort sein dürfen. Um Mitglied zu werden muss man sich direkt an die Zentrale wenden und dort nachweisen, dass man Lehrer ist. Ich war wirklich traurig, denn der Platz wirkte wirklich sehr entspannt.

Also zurück zu unserem Schattenplatz und weiter suchen. Wir haben dann erstmal einen Platz weiter außerhalb angerufen und nach den Preisen gefragt. Die Frau war etwas erstaunt, dass wir weder ein Auto haben, noch Strom brauchen, der Preis war günstiger und sie meinte es gäbe auch Schatten. Also sind wir dahin gegangen. Wir haben wirklich einen Schattenplatz gefunden und es gibt sogar Tische hier. Auch der Platz hier hat viele Mobile-Homes, doch neben uns steht zumindest ein Zelt. Wir blicken auf eine Kuhweide und sind ziemlich ungestört. Heute Morgen war ein Bäcker hier, so dass wir frisches Brot und sogar Croissants haben.

Wir haben uns dafür entschieden, den Vormittag hier zu verbringen und erst nachmittags zu starten. Wir brauchen etwas Zeit zum Wäsche waschen und so.

Wir waren gestern Abend dann wirklich froh darüber, dass wir auf einem Campingplatz sind, denn nach dem Dieg der französischen Fußballmannschaft war überall lautes Hupen und Feuerwerk zu hören.