Saint-Valery-sur-Somme

Ich würde euch so gern mal schreiben, dass wir eine gute Nacht hatten. Leider war die letzte ehern mies. Es gab ein Feuerwerk in der Nähe, dass uns aus dem Schlaf geholt hat und im Anschluss ksmen noch relativ viele Campingwagen auf sen Parkplatz. Die Autos machen natürlich auch Geräusche und im Zelt ist mdn ja nicht wirklich getrennt von der Außenwelt. Heute morgen schlief dann um uns herum noch alles, als wir schon frühstückten.

Unser Weg hat uns dann in Richtung Strand geführt. Wir haben auf den ersten Metern geflucht. Feiner Dünensand. Der ist zum Laufen ja so schon anstrengend und mit dem schweren Rucksack erst recht. Der Weg wurde dann zum Glück etwas fester. Erst ging es durch das weitläufige Dünengebiet, bevor wir dann am Strand entlang gegangen sind. Es war gerade Ebbe und das Wasser kam langsam zurück. Auf der anderen Somme-Seite und in der Somme konnten wir Seehunde beobachten. Das war so gut.

Am Leuchtturm von le Hourdel angelangt, haben wir erstmal eine Pause eingelegt. Am Leuchtturm hat Thomas Kaffee für uns gekocht. Der Weg führte nachher immer entlang des Deiches. Hier gibt es relativ viel Grün und an manchen Stellen viele Blumen mit kleinen violetten Blüten. Dazwischen sind immer wieder Wasserlöcher. Die Hunde waren glücklich und konnten rennen. Heute ist ein großer Mond angesagt und die Schäfer haben ihre Tiere weiter weg vom Deich gebracht. Großer Mond bedeutet, dass mit der Flut mehr Wasser kommt. Das haben wir kurz vor der Stadt auch gemerkt. Das Wasser überschwemmte die Wiesen und auch unseren Weg. Zum Glück war der Weg wirklich nicht mehr weit und das Wasser nicht hoch.

Im Ort angekommen, sind wir erstmal zur Kapelle gegangen um zu sehen ob es dort einen Schlafplatz für uns gibt. Dort gab es Schatten und Platz und eine Pause für uns. Wir waren alle ziemlich müde. Am Nachmittag sind wir noch in die Stadt gegangen. Die Stadt ist wirklich süß. Es gibt lauter kleine Häuschen hier und einige größere, etwas prunkvollere. Der ort wirkt nicht ausgesprochen touristisch und ist dadurch wirklich nett. Wir haben in einem Café noch etwas getrunken, bevor wir zurück zur Kapelle gegangen sind. Unseren Schlafplatz haben wir jetzt kurz unterhalb der Kapelle auf einem etwas versteckten Picknick-Platz. Wir sitzen auf einer Wiese und blicken auf die Somme-Bucht mit der untergehenden Sonne ind hoffen die Welle der ankommenden Flut zu sehen. Von der Promenade dringt Musik zu uns herauf und später soll es noch ein Feuerwerk geben, da heute Nationalfeiertag ist. Mal sehen was uns heute Nacht noch so erwartet.

Cayeux-sur-Mer

Unsere Nacht war nicht wirklich ruhig heute. Ein Mann war gestern Abend mit zwei von seinen Kindern bei uns und wollte wissen was wir machen. Er wollte uns heute früh unbedingt Kaffee vorbei bringen. Ihm ist dann gestern Abend eingefallen, dass er ja morgens noch schläft, wenn wir aufbrechen. Er hat uns also den Kaffee noch abends in einer Thermoskanne vorbei gebracht. Es war so gegen 23 Uhr und wir haben schon geschlafen. Es ist ein komisches Gefühl, wenn jemand nachts so dicht ans Zelt kommt. Danach haben wir beide eher unruhig geschlafen.

Heute früh wurden wir dann von Regentropfen, die auf das Zelt prallen geweckt. Wenig begeistert davon, haben wir unsere Rucksäcke schnell im Zelt gepackt. Als wir fertig damit waren, war der Regen auch vorbei. Wir sind dann erstmal ohne Frühstück aufgebrochen, da wir dem Mann nicht nochmal begegnen wollten. Die Thermoskanne haben wir, wie verabredet, an sein Auto gestellt. Wir sind dann erstmal zurück in die Stadt und in die Bar gegangen, um Kaffee zu trinken und wach zu werden. Das Frühstück gab es dann an der Strandpromenade, an einem Picknick-Tisch. Wir haben auf dem Weg zum Strand nochmal die Kapelle von der anderen Seite gesehen. Das war wirklich ein schönes Bild.

So ein Frühstück an einem Tisch ist wirklich Luxus und dazu noch der Blick auf das Meer. Wirklich toll. Eine Frau hat uns auf unsere Hunde angesprochen und wir sind kurz ins Gespräch gekommen. Sie sprach zum Glück auch etwas Englisch.

Der Weg führte uns dann in die Somme-Bucht. Wir sind hinter dem Deich an Koppeln und freien Flächen mit Tümpeln vorbei gekommen. An den Tümpeln brüteten viele Vögel. Wir haben vorallem Möwen gesehen, aber auch Säbelschnäbler, einen schwarzen Schwan und Teichhühner. Natürlich wimmelte es auch wieder nur so von Kaninchen. Über ein kleines wäre ich mit Blondi gleich gestolpert. Es blieb zum Glück ganz ruhig und zusammengekauert sitzen, so dass Blondi es tatsächlich nicht bemerkt hat, obwohl sie keine 20 cm von ihm entfernt war. Die typische Pferderasse für die Somme-Bucht heißt Henson und auch die konnten wir auf ihren Weiden sehen. Bei einer Weide war ein Fohlen dabei, dass ganz wild umher sprang.

Der Weg durch die Bucht war ziemlich anstrengend. Wir sind auf der Straße gelaufen, wobei die Straße aus lauter runden großen und kleinen Steinen bestand.

In Cayeux-sur-Mer haben wir erstmal am Strand unsere Mittagspause gemacht. Die Häuser waren dort sehr groß und viele waren zu verkaufen bzw. mit geschlissenen Fensterläden. Die Strandpromenade wirkte, als wäre sie für viele Touristen gebaut worden, aber die kamen dann nicht. Wie immer waren wir dann erstmal einkaufen und haben danach die Stadt verlassen. Unser Weg führte uns jetzt durch lauter kleine Straßen mit kleinen Häusern. Thomas schätzte, dass es ursprünglich Häuser von Fischern waren. Der Teil des Ortes wirkte sehr authentisch und sympatisch.

Der Küste folgend sind wir zum nächsten Ort, Brighton, gegangen. Hier hofften wir auf einen Schlafplatz am Leuchtturm. Leider war der Leuchtturm neben einem Haus, mitten im Garten. Der Ort hatte breite, ursprünglich grüne Seitenstreifen an den Straßen. Leider war das Gras durch die Sonne verbrannt. Es war nicht so einfach einen Platz zu finden. Wir stehen mit unserem Zelt jetzt an einem Parkplatz, auf dem auch einige Campingwagen stehen. Hier gibt es nicht so viele Grünflächen, so dass wir direkt am Anfang des Platzes neben einem Wohnmobil stehen. Die Besitzer sind Franzosen und haben uns mit Informationen über die Gegend versorgt. Wir hoffen diesmal auf eine ruhige Nacht.

Auf dem Parkplatz steht noch ein deutsches Paar, aus Flensburg, mit ihrem Reisemobil, einem umgebauten Bus. Wir haben uns kurz unterhalten als wir ankamen und überlegten ob wir unser Zelt in ihrer Nähe aufbauen. Leider gab es in der Nähe keine Wiese und nur Steine. Das wäre unserem Zeltboden sicher nicht gut bekommen. Nachdem wir erstmal etwas geschlafen hatten, bin ich nochmal zu ihnen gegangen, um ihnen unseren Kranich zu bringen. Sie haben uns Äpfel und süße Sachen geschenkt. Als ich zurück zum Zelt kam, war Thomas ganz besorgt wo ich so lange blieb.

Ault

Heute gab es viele kleine Abschiede für uns. Der Abschied vom Campingplatz fiel uns heute morgen nicht schwer.

Wir sind als erstes in das Zentrum von Le Trèport gegangen. Wir legten einen kurzen Stopp an der Kathedrale ein. Ich bin kurz hinein gegangen. Der Name der Kathedrale ist St. Jacques. Die Kathedrale wird gerade renoviert. Innen waren relativ viele große Heiligenstatuen zu sehen. Kurz vor dem Altarraum war unter der Decke eine große, farbige Statue des St. Jakobus angebracht. Als wir weiter in Richtung Hafen gingen, lief etwas vor uns auch ein Jakobs-Pilger mit der Muschel am Rucksack. Wir haben schon vor ein paar Tagen das Muschelsymbol entdeckt. Für mich ist es immer ein kleines zu Hause fühlen, wenn ich auf einem Stück Jakobsweg unterwegs bin. Ich fühle mich gleich viel mehr verbunden mit den Leuten am Weg. Vielleicht folgt unser weiterer Weg ja noch ein Stück dem Jakobsweg, wenn wir ihn auch in umgekehrter Richtung gehen. Ich fänd es schön und habe auf jeden Fall einen Pilgerausweis dabei.

Danach ging es duech den Hafen von Le Trèport weiter in Richtung Mers-les-Bains. Der Hafen war nicht schön und auch Le Trèport hat uns an sich nicht gefallen. Der Hafen war relativ groß und eher ein Industriehafen. Es gab kaum kleine Schiffe zu sehen.

Kurz darauf waren wir in Mers-les-Bains. Das war dann unser Abschied von der Normandie. Wir sind jetzt in neuen Region Le Hauts de France. Es war für mich wirklich erstaunlich wie schnell sich das Bild ändert. Hier gab es auf einmal ganz viele bunte Fachwerkhäuser in der Stadt. Sie waren so dreistöckig und hatten viele Balkone. Auch hier standen zwar relativ viele Häuser leer oder waren zu verkaufen und doch fühlte es sich nach mehr Leben an. In der Stadt war gerade Markt und während unsere Sachen im Waschsalon ihre Runden drehten, war ich auf dem Markt Gemüse und Käse kaufen. Thomas wartete im Salon mit den Hunden. Es war höchste Zeit zum Waschen und so gut, dass die Sachen so schnell fertig waren.

Wir sind dann weiter entlang der Steilküste in Richtung Ault. Jetzt hieß es auch von unserem GR 21 Abschied nehmen. Da die GR hier nicht verbunden waren folgten wir einen kleinen gelben Wanderweg. Der Weg führte über Wiesen und Weiden und war wirklich schön. Ault erreichten wir auch ziemlich schnell. Hier sind wir das letzte Mal an der Steilküste. Nach Ault beginnt die Somme-Bucht. Wir sehen vor uns ein wirklich flaches Wegstück liegen.

In Ault einen Platz zum Schlafen zu finden war nicht einfach. Unser Zelt steht jetzt auf einer Wiese in der Nähe des Leuchtturms. Auf dem Weg hierher sind wir noch an einer Kapelle vorbei gekommen. In der Kapelle spielte eine Frau auf einem siebensaitigen Cello. Das klang viel tiefer als normal und war wunderschön. Die Kapelle war in einem hellen blau gehalten und sehr schön schlicht.

Als wir nach Wasser fragten, haben sie die drei Leute sehr nett mit uns unterhalten. Langsam sind die Leute überrascht, dass wir schon so lange unterwegs sind.

Le Trèport

Here Morgen waren wir wirklich schnell. Es sah nach Regen aus und so haben wir als Erstes unsere Rucksäcke gepackt. Die Bar war noch geschlossen. Also hat Thomas einen geschützten Platz zum Frühstücken gesucht. Als wir mit frühstücken fertig waren hatte auch die Bar offen. Dort gab es für uns gleich noch einen zweiten Kaffee, bevor es los ging. Nach dem Start sah es immer mehr nach Regen aus und es war ziemlich windig. In einer Bushaltestelle haben wir uns die Regensachen übergezogen, bevor es in Richtung Steilküste weiter ging. Wir sind beide so froh über unsere guten Regensachen. Entlang der Küste war der Weg oft schlecht zu erkennen, das Gras ging mir zum Teil bis kurz unter die Schulter. Ich bin quasi immer einen blauem Rucksack gefolgt, der durch braune Gräser seine Spur zog. Das sah wunderschön aus.

Der Weg führte dann kurz steil bergab und gleich darauf wieder bergauf. Da Bondi so zog, habe ich sie bergauf vom Rucksack ab gemacht. Sie war happy und gleich zu Marvin gerannt. Der Blick von oben auf das Meer und die Wiesen war toll. Der Wind durchstreifte das Gras und die Wellen des Meeres setzten sich in der Wiese fort. Wunderschön.

Blondi durfte dann weiter frei laufen, da dort genügend Platz war. Das war für uns alle auch entspannter.

Wir sind an einem Stück Feld vorbei gekommen, dass weiß von Schafgarbe und violett von Diesteln war. Weiter der Steilküste folgend sind wir wieder an vielen Feldern vorbei gekommen. Blondi hat ein paar Feldhühner aufgeschreckt, aber nicht gejagdt. An einer Stelle kam uns ein junger Mann aus Deutschland entgegen. Wir haben uns kurz unterhalten und sind dann weiter gegangen. Wir hatten noch ein ganzes Stück Weg vor uns.

Kurz vor dem ersten Ort, führte der Weg durch ein kleines Wäldchen. Die Bäume waren nicht sehr hoch, aber eng verwachsen und dazwischen wuchsen viele Brombeersträucher. Blondi lief immer schön hinter Thomas. Ich bin manchmal schon bischen neidisch, dass sie sich so nach ihm orientiert. Wenn sie an der Leine dann bei mir ist, ist es umso schwerer.

Im nächten Ort gab es keinen Bäcker und wir hatten solchen Hunger und kein Brot mehr. Der Mann den wir nach dem Bäcker fragten, hat uns alle möglichen Wege zu den Bäckern in der Nähe erklärt und er hat uns Brot angeboten. Wir haben das Brot gern angenommen und haben erstmal eine Pause gemacht. Der Ort wirkte ziemlich verlassen. Er war ein auf dem Reißbrett geplanter Ferienort, ohne viele Feriengäste. Viele Häuser hatten zu verkaufen Schilder. Die nächsten kleineren Orte gingen ziemlich schnell in einander über, bevor wir wieder auf einem Feldweg waren. Le Trèport war jetzt nicht mehr weit. Wir hatten uns einen Campingplatz an einem Bauernhof rausgesucht. Der Platz ist einfach und hier sind das erste Mal mehr Zelte als Campingcars. Die Menschen wirken eher arm und die Art wie sie miteinander sprechen ist nuicht gerade freundlich. Die Frau vom Campingplatz war es auch nicht.

Das war heute unser letzter Tag in der Normandie. Le Trèport ist die Grenze zum nächsten Department. Ich bin gespannt was uns erwartet.

 

Penly

Heute war der Start schwer. Thomas hatte Kopfschmerzen und ich war noch total müde. Blondi ist gerade auch nicht gut drauf. Sie zieht und wechselt ständig die Seiten oder läuft mir vor die Füße.

Der Weg borg heute morgen dann ziemlich schnell vom Ort weg, ins Feld ein. Kurz vor den Klippen haben wir ein Auto mit Campinganhänger gesehen. Die belgische Familie war sehr freundlich und hat uns Wasser gegeben. Wobei Familie sich gleich so alt anhört. Die beiden waren, wenn überhaupt, so alt wie wir. Die Kinder waren vielleicht zwei und vier. Sie wollten heute noch zurück nach Brüssel.

Der Weg ging dann, das erstemal seit langem, an den Klippen ein Stück entlang. Wir konnten das Meer und die Steilküste sehen. Dann ging es runter zum Meer und auf der anderen Talseite wieder rauf. Diese Seite war terassenförmig angelegt, das konnten wir gut vorher sehen. Der Weg war hier schmal und von Gräsern umwachsen. Wir bewegten uns langsam von der Küste weg, in Richtung der nächsten Stadt.

Der Ort wirkte erst recht klein, doch ging er nahtlos in den nächsten über. Im nächsten Ort gab es dann auch einen Bäcker und eine Bar, leider waren die weiter vom GR weg als erst gedacht. Beim Blick auf die Karte haben wir dann gesehen, dass wir durch den GR erst einen Bogen um den Ort gelaufen sind und dann wieder etwas zurück zur Bar. Ein Mann in der Bar, mit dem Thomas sprach, kannte die Menschen vom Permakulturgarten und den Garten.

Wir haben uns dann für die Straße entschieden, um zum nächsten Ort zu kommen, wo wir einkaufen wollten. Dort angekommen haben wir erstmal gegessen. Da das Wetter heute morgen eher frisch war, haben wir uns in ein Bushäuschen gesetzt. Der Ort hatte viele schöne Plätze, doch erst wollten wir einkaufen. Das „Einkaufszentrum“ war sehr klein und bis auf die Bar hatten alle gerade Mittagspause. Wir haben also in der Bar eine Schokolade getrunken und Pommes gegessen und gewartet. Leider waren die Pommes nicht wirklich gut. Sie waren zwar hausgemacht, hatten aber zu viel Fett.

Als der kleine regionale Laden geöffnet hatte, hat Thomas dort Käse und Nudeln und Zucchini gekauft. Wir haben heute abend also ein wirklich regionales, gutes Essen. Dann ging es weiter. Da ich immer noch müde war, Thomas Kopf auch noch weh tat und an der Bibliothek ein schöner Platz zum Bleiben einlud, war Thomas fragen ob das möglich wäre. Er ist von Einem zum Anderen geschickt worden und hat keine Antwort bekommen. Wir sind also weiter gegangen. Unterwegs haben wir unseren GR 21 wieder getroffen. Auch der nächste Ort war sehr liebevoll gestalltet und da der GR nach dem Ort an den Klippen weitergeht und es heute windig ist, haben wir uns entschieden hier zu bleiben. Wir haben einen Platz in der Nähe der Kirche gefunden und sind etwas windgeschützt.

Belleville-sur-Mer

Heute morgen sind wir wirklich in einem kleinen Paradies erwacht. Die Sonne lachte uns und den Garten an. Nachdem Thomas noch etwas geholfen hat und dem Frühstück, sind wir in Richtung Dieppe gestartet. Wir haben noch Zucchini und gestreifte Beete aus dem Garten gekauft, dann ging es los.

Gleich auf dem ersten Feldweg haben wir wieder Feldhühner aufgescheucht. Auf dem Weg waren heute auch das erste Mal nicht nur weiße Schmetterlinge zu sehen. Es waren ein paar etwas bräunliche und sogar ein roter dabei. Die Namen kann ich gerade nicht googeln, da der Empfang zu schlecht ist.

Unser erstes Ziel heute war Decathlon. Wir brauchten mal wieder Gas für den Kocher und neue kurze Hosen. Thomas hat eine total praktische und schöne gefunden. Bei den Frauen gab es mal wieder nur komische, grelle Farben und Hosen ohne richtige Taschen. Das ist voll das Klischeedenken dort. Als Frau darfste gut aussehen, aber praktisch muss es nicht sein. Was soll ich denn bitte mit einer Outdoor-Hose ohne Taschen, aber dafür in orange oder pink, und wenn es geht noch aus super schweren, nicht schnell trocknendem Material. Ich habe zum Glück in der Resteecke noch eine mit Seitentaschen gefunden (die halten aber kaum mein Telefon) und sie ist immerhin blau, wenn auch irgendwie grell. Ich fühl mich mit meinem roten T-shirt wie „Bob der Baumeister“. Aber Bobs Hosen sind sicher robuster. Die Hunde haben an einer Seite des Eingangsbereiches einen Platz mit unseren Rucksäcken gefunden. Das war total gut, denn draußen war es echt heiß. Einer von uns hat immer mit ihnen gemeinsam gewartet, damit sie wirklich ruhig bleiben.

Dann hieß es die Stadt zu durchqueren. Also an der Straße entlang bergab. Dieppe ist nicht besonders schön, wobei die Häuser im älteren Teil der Stadt schon ihren Charm haben. Sie sind aus Backstein und haben relativ schmale Fenster. Auch der Hafen von Dieppe wirkt wie mitten in der Stadt, wobei sich die Stadt relativ weit ins Tal erstreckt. Es war gerade Ebbe, so dass die Schiffe wie in einem Loch versunken wirkten.

Nach einem kurzen Zwischenstopp in einer Bar, sind wir weiter dem GR raus aus der Stadt gefolgt. An einer Kapelle über der Stadt haben wir dann Mittagspause gemacht. Wir waren total froh, über den kleinen Rotkohl den wir gestern m Garten geschenkt bekommen haben. Der hat so gut und frisch auf unseren Broten geschmeckt. Die Aussicht war nicht ganz so gut, da wir auf einen kleinen Militärstützpunkt sahen, bei dem eine Waffe gut sichtbar befestigt war. Das war nicht gerade entspannend.

Die Kapelle war, wieder von vielen Schiffen und Tafeln geziert. Das Meer scheint hier viel gefährlicher und die Leute viel gläubiger zu sein. Mir fällt zumindest gerade keine Kapelle in der Nähe eines Hafens in Deutschland ein. Als wir gerade am Aufbrechen waren, hat uns noch eine ältere Frau angesprochen, ob wir Wasser bräuchten. Ich war der Frau kurz davor schon in der Kapelle begegnet. Wir waren froh darüber, da unser Wasser sich tatsächlich dem Ende neigte und kein Wasserhahn in der Nähe war. Die Frau kam mit einem Kanister Wasser, der in der Kapelle stand wieder.

Der nächste Ort schloss sich dann gleich an. Der Weg führte uns immer wieder an den Klippen entlang und dann wieder durch Ortschaften. Wir mussten heute ziemlich lange suchen, um einen Schlafplatz zu finden. Wir waren alle müde und die Rucksäcke fühlten sich heute so schwer an. Unser Zelt steht jetzt auf einer Wiese, hinter einer Hecke. Der GR verläuft auf der anderen Heckenseite. Es ist ziemlich ruhig im Ort und wir hoffen auf eine ruhige Nacht. Während Thomas das Zelt aufgebaut hat, habe ich gekocht. Nudeln mit Beete, Zucchini, Rotkohl, Käse und Creme. Das war mal wieder etwas Abwechslung in unserem Topf. Das Gemüse war wirklich lecker und so frisch.

Bernouville

Heute waren wir zeitig wach. Es war noch ziemlich kühl außerhalb des Zeltes. Thomas hat wie so oft den Kaffee vorbereitet und ich habe innen im Zelt alles zusammen gepackt. Die Hunde waren auch schon draußen und hatten einen Platz zum Warten. Als der Besitzer der Wiese kam, um die Hühner aus dem Stall zu lassen, hatten wir schon fast alles zusammen gepackt. Er hat zu Thomas gesagt, dass wir beim nächsten Mal nicht fragen müssen. Das war sehr freundlich von ihm und ein guter Start für uns.

Blondi hatte vom ersten Moment des Loslaufens eine Fährte in der Nase. Ich konnte sie kaum halten und war ziemlich schnell genervt. Selbst das wir die Kaninchen sehen konnten, hat es nicht besser gemacht. Marvin rannte fröhlich vor uns her und immer wieder ins Feld. Dabei hat er ein Feldhuhn aufgeschreckt, dass davon flatterte. Kurz darauf hatte er ein kleines Feldhuhn im Maul. Er ließ es sofort los, als Thomas ihn rief. Marvin musste bei mir und Blondi warten, während Thomas nach dem Huhn sah. Das Huhn war noch ziemlich klein und hatte zum Glück nur ein paar Kratzer, schien aber sonst ok zu sein. Thomas hat es wieder am Feldrand abgesetzt und wir sind weiter gegangen. Für Marvin war es mehr ein Spiel, als eine Jagd. Er hatte nicht diesen Jagdblick, den Blondi aufsetzt, wenn sie eine Spur hat, und dass er das Huhn nicht behalten durfte, schien ihn nicht zu stören.

Wir sind auf dem Weg zum nächsten Ort an einem weiß blühenden, großen Kartoffelacker vorbei gekommen. Der leuchtete schon von Weiten. Die weißen Blüten mit dem dunklen grün der Blätter sind wirklich schön.

Im ersten Ort, Quiberville, waren wir schon vor 9 Uhr angekommen. In einer Bar in Strandnähe haben wir einen Kaffee getrunken. Anschließend war Thomas noch im kleinen Laden Proviant für uns kaufen. Ich habe draußen mit den Hunden gewartet. Eine Frau hat mich angesprochen und wollte mir altes Brot für die Hunde geben. Ich sagte ihr, dass die Hunde das nicht fressen. Und die Frau wirft das Brot einfach zu den Hunden hin. Wir könnten es ja in den Müll tun, wenn sie es nicht fressen. Blondi hat eine Scheibe mal kurz im Maul gehabt. Da stand ich nun, auf dem so schon engen Gehweg mit Rucksäcken und den Hunden und lauter Brot auf der Erde. Wir tragen hier manchmal den ganzen Tag unseren Müll mit uns rum, wenn wir keinen Mülleimer finden und jetzt war da ne ganze Menge mehr Müll. Zum Glück war neben dem Laden schon ein Stapel mit Kisten, auf den hab ich das Brot dann gelegt. Ich hoffe die Möwen haben sich noch darüber gefreut. Als Thomas aus dem Laden kam, hatte er Creme fraiche gekauft, aber so richtige vom Bauern und nicht industriell hergestellt. Die war ganz fest und schmeckte beim Kosten schon toll. Ich habe mich den ganzen Tag schon auf den Abend gefreut, wenn wir mit ihr kochen werden.

Kurz vor dem Ort hatte Thomas mir Blondi abgenommen. Bei ihm lief sie etwas ruhiger. Ich hatte dafür Marvin. Die beiden sind wirklich unterschiedlich an der Leine. Marvin hat deutluch mehr Kraft und war dann immer wieder verwirrt, wenn ich ihn nach hinten geschickt habe. Er war ja schon hinter Thomas. Es hat eine Weile gebraucht, bis unsere Kommunikation besser war.

Der Weg ging dann ein Stück an der Strandpromenade entlang. Da waren noch nicht so viele Leute unterwegs. Ein Fischer hat gerade sein Netz geleert und viele große Krebse daraus gezogen. Wir sind dann auf einen kleinen Weg an einem Fluß abgebogen. Der Weg war schön und es gab viel Schatten für uns. Im nächsten Ort haben wir dann fstgestellt, dass wir auf dem falschen GR unterwegs waren. Beide Wege sind nur rot-weiß gekennzeichnet und ihne Nummer. Im Ort davor trafen sich zwei verschiedene GR und wir haben es nicht bemerkt. So sind wir mehr ins Landesinnere gelaufen als ursprünglich gewollt. Wir sind dann über eine Straße wieder zurück in unsere Richtung gekommen. In der dann richtigen Stadt haben wir unsere Mittagspause eingelegt. Die Stadt schien sehr reich zu sein. Die Häuser waren von sehr hohen Hecken und großen Toren umgeben. Wir konnten nur selten einen Blick auf die Häuser erhaschen. Es hingen auch an vielen Briefkästen Schilder mit „wachsamer Nachbar“ und viele Alarmanlagen waren zu sehen. Wir fühlten uns dort nicht wirklich Willkommen. Wir waren zwar froh wieder auf unserem GR 21 zu sein, aber noch frohher waren wir aus der Stadt raus zu kommen. Der nächste Ort folgte gleich. Dort war am Strand großer Flohmarkt und unheimlich viele Menschen waren unterwegs. Unter ein paar Bäumen haben wir dann eine Pause gemacht. Beide Hunde waren mehr durstig, als wir Wasser hatten.

Kurz bevor wir in den Wald kamen, hat Thomas bei einer Familie, die gerade im Garten saß, nach Wasser gefragt. Die Frau hat uns frisches kaltes Wasser gegeben. Das war so gut. Am Ende ds Waldes sollte eine Kapelle sein, laut Karte. Die Kapelle war aber leider in einem privatem Garten. Wir hofften dort einen Schlafplatz zu finden. Thomas hat dann einen Sportplatz in der Karte entdeckt. Dort haben wir erstmal unser Lager aufgeschlagen. Ich habe mal eben anderthalb Stunden geschlafen und geträumt. Das tat wirklich gut. Thomas war zwischendurch neues Wasser holen, dabei hat er einen riesengroßen Permakulturgarten entdeckt. Der Besitzer war noch nicht da, nur eine Helferin war da. Sie meinte es wäre sicher kein Problem, wenn wir dort schlafen. Thomas ist dann nochmal fragen gegangen, als der Besitzer, Alexandre, da war. Jetzt steht unser Zelt am Rand des Gartens, neben dem der Helferin. Wir hatten genügend Wasser um uns zu waschen und dr Garten ist wirklich toll. So weitläufig und überall gibt es etwas zu entdecken. Hier gibt es auch Hühner, eine Ziege und ein Schaf. Das Schaf sah total lustig aus. Es hat gaaaanz viel Fell und nur einen relativ kleinen Kopf. Es wirkt wie ein laufendes Kissen.

Flainville

Heute hat uns der GR etwas verwirrt. Unsere Karte ist ca 2 Jahre alt und in der Zeit haben sich relativ viele Wegabschnitte hier geändert.

Der Tag startete auf einer kleinen Straße, die wie immer zwischen Feldern verlief. Kurz vor dem ersten Ort hat Thomas mit seiner feinen Pilznase Champions gefunden. Die hat er dann kurz vor dem Ort, im Schatten geputzt. Als wir gerade am Aufbrechen waren, haben wir nicht weit von uns zwei andere Wanderer entdeckt. Wir haben auf sie gewartet, um uns mit ihnen auszutauschen. Die beiden haben nur kurz, ohne anzuhalten, „Guten Tag“ gesagt. Sie sind einfach so an uns vorbei gegangen. Wir kamen uns ein bischen blöd dabei vor, da die beiden gesehen haben müssen, dass wir auf sie warteten. Ich schätze es waren keine Franzosen. Ich habe hier bis jetzt noch keinen erlebt, der nicht mal kurz angehalten hat.

Der Ort, Veules-les-Roses, war wunderschön. Die Häuser waren alle wirklich hübsch gestaltet und die Gärten sahen alle toll gepflegt aus. Wie in einer Gartenzeitschrift. Ein Haus, dass wir passiert haben, hatte ein altes Untergeschoss und die erst Etage war neu und modern aufgebaut. Das sah so gut aus und passte toll zusammen. Durch den Ort floß ein kleiner Fluss und wir sind an mehreren Mühlen vorbei gekommen. Der Fluss war so klar, dass wir die Forellen darin schwimmen sehen konnten. Wunderbar und sehr beruhigend. Ganz nebenbei habe ich das Rätsel um das für mich sehr geheimnisvolle Wort „fleuve“ verstanden. Der Fluß in dem Ort ist ein „fleuve“. Fleuve bezeichnet hier einen Fluss der ins Meer fließt. Gibt es im Deutschen dafür ein Wort? Mir fällt keines ein. Und seit zwei Tagen versuche ich schon zu verstehen, wass Thomas mir mit „fleuve“ erzählen bzw. erklären möchte. Jetzt habe ich es hoffentlich richtig verstanden. Auf jeden Fall startet dieser fleuve Fluss 1,1 km hinter der Stadt und ist wirklich wunderschön.

Für mich ist Frankreich irgendwie das Land der Rosen. Überall duftet es nach ihnen und noch in der kleinsten Ecke ist Platz für eine Rose. Diese Stadt hat das auch nochmal bestätigt. Überall waren wunderschöne Rosen zu sehen. Der Ortsname versprach nicht zu viel.

Wir sind jetzt übrigens im Pay de Caux. Es ist auch hier wirklich schön. Es gibt hier mehr Backstein und weniger Fachwerk und wirklich viele Rosen.

Kurz hinter dem Ort haben wir dann unsere Mittagspause gemacht, bevor es durch Felder weiter ging. Blondi durfte dann das erste Mal frei laufen. Das hat auch ganz gut geklappt. Sie hat sich viel an Marvin orientiert und Marvin kommt super zurück, wenn man ihn ruft. Für mich war es auch viel entspannter, mal in meinem Tempo zu gehen und nicht ständig wegen dem ziehenden Hund zu stoppen.

Auch der folgende Ort war wirklich schön. Das Stadtzentrum war mit Leinenbündeln geschmückt und wirkte auch sonst sehr einladend. Hier in der Region ist gerade ein Leinenfestival. Der Leinen wird hier schon langsam gelb und wird an einigen Stellen auch schon langsam geerntet. Er wird erst geschnitten und liegt dann noch in Bahnen auf dem Feld. Die Bahnen sehen so gleichmäßig aus. Es ist ein wirklich schönes Bild. Auf dem Weg aus der Stadt heraus sind wir an einem Bauernhof vorbei gekommen, der ein Schild auf der Straße stehen hatte, dass sie saisonales Gemüse verkaufen. Wir sind hinein gegangen und der Mann kam gerade aus dem Garten mit frischen, günen Stangenbohnen. Leider sind die für den Gaskocher nicht so praktisch. Er ist extra für uns nochmal in den Garten gegangen, um uns eine Zucchini zu holen. Er kam dann mit zwei gelben Zucchini wieder. Wir haben uns für die kleinere entschieden und als wir bezahlen wollten, hat er sie uns so gegeben. Das war wirklich freundlich.

Kurz vor St-Aubin-sur-mer, haben wir dann das erste Haferfeld gesehen. Leider war der noch grün und hat im Wind noch nicht so schön geraschelt. Kurz vor der Stadt konnten wir dann auch einen Blick auf das Meer und den Strand erhaschen. Es war wirklich zu sehen, dass heute Samstag ist. Der Strand war relativ voll. Hier sind noch keine Schulferien, so dass in den meisten Strandorten in der Woche noch nicht so viel los ist. Wir sehen oft holländische und englische Autos und ab und an auch deutsche.

Da die Stadt nicht so schön war und wir keinen Schlafplatz gefunden haben, sind wir weiter gegangen. Am Ortsausgang saßen zwei junge Männer an Straßenrand und machten Pause. Sie sprachen deutsch und erzählten uns, dass sie von Amsterdam nach Santiago de Compostela laufen wollen. Wir sind nicht ganz sicher ob sie uns bei der Frage ob sie per Anhalter unterwegs sind, die Wahrheit erzählt haben. Sie sahen nicht für eine so lange Wanderung ausgerüstet aus und hatten dazu Badelatschen an.

Wir noch ein Stück weiter, nach Flainville, gegangen, da wir in dwr Karte eine Kapelle gesehen haben. In der Kapelle ist durch das Leinenfestival eine Ausstellung, aber auf der Parkplatzwiese ist Platz für unser Zelt. Thomas hat kurz mit dem Besitzer gesprochen, als er das Zelt aufbaute. Der Besitzer fragte ihn, ob wir Wasser brauchen. Das war sehr nett. Morgen um 10 Uhr öffnet die Ausstellung wieder, da sollten wir dann zusammen gepackt haben.

Manneville-és-Plains

Unsere Vorräte sind fast aufgebraucht, also starten wir heute mit relativ leichten Rucksäcken. Der Weg führt uns heute erstmal über kleine Straßen, die von Feldern umgeben sind, in die nächsten Orte. An der Kirche machen wir, wie so oft, Pause, um unsere Wasserflaschen zu füllen. Die Kirche ist innen ganz hell und schlicht gestaltet. Der Stein ist blank und wird nur durch einige Heiligenfiguren auf Sockeln geschmückt. Die dunklen Holzbänke sind nicht sehr bequem, aber die Akustik ist toll. Ich frage mich immer wieder, wieso man bei einer so tollen Akustik eine Mikrofonanlage braucht.

Ein deutscher Kleinbus hatte davor auch schon an der Kirche gehalten. Als ich aus der Kurche kam, stand Thomas bei ihm und rief mir zu ob ich Kaffee wöllte. Was für eine Frage…klar. Der Mann kam aus dem Rheinland und hatte auch einen Hund dabei. Er sprach kein Französisch und ich glaube auch kein Englisch, was für Thomas nicht so gut war. So konnte ich aber diesmal etwas übersetzen. Der Mann war schon achtzig Jahre alt, was wir beide nicht gedacht hätten. Er war begeistert von unserer Tour und dass es noch Leute gibt, die an Europa glauben. Er erzählte uns, wie er sich als junger Mann immer als Europäer oder Weltbürger gefühlt hat und nie unbedingt als Deutscher. Er hat als Kind den zweiten Weltkrieg noch erlebt. Es war ein interessantes Gespräch, gerade auch im Hinblick, wie er die Gegend hier, mit den ganzen Bunkern erlebt. Es ist gut zu hören, dass auch andere Leute die Gegend immer wieder als bedrückend erleben.

Für uns ging es nach dem Kaffee weiter nach Saint-Valery-en-Caux. Der Weg war nicht mehr so weit und wir hatten zwischendurch immer wieder freien Blick auf das Atomkraftwerk. Thomas hat mir dann erzählt, dass er abends noch gelesen hatte, dass es gestern einen Zwischenfall in dem Kraftwerk gab. Beruhigend war das nicht gerade für mich.

Von Weitem sahen wir schon den großen Supermarkt, an dem wir stoppen wollten, um Gas zu kaufen. Ich habe eine Ewigkeit gebraucht, bis ich mich in dem Supermarkt zurechtgefunden hatte und alles in meinem Korb war. Die Biolebensmittel stehen nämlich nicht einfach bei den normalen Lebensmitteln. Das macht Preise vergleichen schwer und ich bin so oft zwischen den Regalen hin und her gegangen. Tatsächlich waren die Biosachen zum Teil günstiger, als der Rest.

Wir sind dann zurück auf eine kleine Straße gegangen, um in das Stadtzentrum zu gelangen. Die Autos, die uns entgegen kamen, sind uns wirklich mit viel Abstand ausgewichen. Das war richtig auffallend. Die Straße hat uns dann durch einen älteren Stadtteil ins Zentrum geführt. Die Häuser waren wirklich schön und bestanden aus hellem und dunkelem Backstein. Der Hafen war auch hier mitten in der Stadt und da gerade Ebbe war, waren die Schleusen geschlossen. Das Wasser im Hafenbecken und spätr auch im Meer war milchig türkisgrün. Es sah so toll aus. Wie gemalt.

Wir sind erstmal Brotkaufen gegangen und haben dann Pause auf dem Marktplatz gemacht. Der Wochenmarkt war gerade zu Ende und viele Händler schon weg. In den Khsten zum Entsorgen haben wir noch gutes Obst und Gemüse gefunden. So viel Obst hatten wir lange nicht. Es war aber auch erschreckend, wie die Händler zum Teil mit ihren Waren umgehen. Der eine Händler, der gerade noch am zusammenpacken war, hat eine Melone, die auf dem Boden lag, einfach mit den Füßen zum Müll gekickt, statt sie zur Mitnahme zur Seite zu legen.

Nach dem Essen haben wir erstmal einen Tierarzt gesucht. Marvin hat Würmer, wie Thomas heute früh gesehen hat und wir brauchten etwas gegen Zecken und Flöhe für die Hunde. Die Zecken nerven uns hier ganz schön. Wir gucken die Hunde zum Teil mehrmals täglich durch und finden fast immer welche. Die anderen Leute beim Tierarzt waren ganz begeistert von unseren beiden an den Rucksäcken.

Da es jetzt schon nach 15 Uhr war, sind wir zu einer Bar gegangen, um das Frankreich-Spiel zu sehen. Wir waren die ersten und hatten eine kurze Zeit, die Bar für uns alleine. Kurz vor dem Spiel kamen aber noch mehr Leute. Ich war froh mein Handy laden zu können und Internet zu haben. Während Thomas mit den Rucksäcken und Marvin in der Bar geblieben ist, bin ich mit Blondi nochmal in die Stadt. Ich wollte noch ein paar Fotos machen. Am Strand hatte man einen unheimlich langen Blick auf die nächsten Klippen. Das wir noch eine Weile dauern, bis wir an den letzten Klippen, die ich sehen konnte, sind.

Blondi und ich sind dann zurück in die Bar und die Hunde haben sich trotz Torjubel relativ ruhig verhalten. Nach dem Spiel wollten wir noch ein Stück weiter gehen. Ich bin mir jedoch erst noch in die Kirche dort ansehen gegangen. Es war eine moderne Kirche. Über dem Eingang schmückte außen ein großes, stilisiertes Boot die Wand. Innen war sie ganz schlicht. Hinder dem Altar noch eine Mauer und auf dieser standen mehrere, große Bootsmodelle. Die Fenster waren in Blautönen gehalten. In der Kurche war es warm und roch nach Kerzen. Im Eingangsbereich waren Gedenktafeln für Menschen angebracht, die von der See nicht zurück gekommen sind. Die Tafeln hatten sehr junge Daten, zum Teil waren sie aus dem letzten Jahr.

Für uns ging es dann die Klippen wieder rauf und auf staubigen Wegen zwischen Feldern entlang. Die hupenden Autos der Stadt, Frankreich hat ja gewonnen, waren noch zu hören. Thomas meinte wir hätten auf letztem Stück mehr Felder als Klippen gesehen. Wir sind jetzt in Manneville-és-Plains, auf einer Wiese hinter der Kirche. Der Ort ist wirklich schön und um uns herum sind Bachsteinhäuser, die mit Feuerstein oder Granit kombiniert sind. Es sieht hier alles wirklich sehr gepflegt aus.

Janville

Heute morgen sind wir deutlich später gestartet, als an den anderen Tagen. Wir haben uns viel Zeit gelassen und mit Edith noch einen Kaffee getrunken bevor es los ging.

Gleich kurz hinter dem Campingplatz haben wir eine andere Gruppe Wanderer gesehen. Wir waren heute morgen gut drauf und ziemlich schnell, so dass wir die Gruppe als es in den Wald ging eingeholt hatten. Das Stückchen Wald war schön zu laufen. Es ging bergab und der Weg war mit Steinen und Erde sehr abwechslungsreich. Es hat mit Spsß gemacht, mich mit Blondi durch den Weg zu schlängeln. Ich glaube auch Blondi fand es gut. Sie hat nicht gezogen und viel auf mich geachtet. Danach gingder Wegzwischen Wiesen weiter. Das war relativ eintönig vom Untergrund und Blondi fing auch gleich wieder an zu ziehen. Ich konnte relativ gelassen bleiben und sie immer wieder zurück verweisen. Der nächste Ort, wo wir Brot und Tabak kaufen wollten, war dann auch ziemlich schnell erreicht. Kurz bevor wir ihn erreicht hat sind zwei Kampfflugzeuge ziemlich laut und dicht über uns geflogen. Ich fand diesen kurzen Moment schon beängstigend und bedrohend. Ich fühlte mich in diesem Moment ziemlich ausgeliefert. Ich möchte mir gar nicht vorstellen wie das ist, diese Bedrohung jeden Tag zu haben. Über Blondi war ich wirklich überrascht, sie ist ganz ruhig bei dem Lärm geblieben. Auch Marvin ist ganz entspannt neben Thomas weiter gelaufen.

Da ich Blondi heute den ganzen Tag zurück rief, wenn sie anfing zu ziehen, waren wir beide heute ziemlich langsam und Thomas mit Marvin immer ein Stück voraus. Für mich war es ein schönes Bild die beiden nebeneinander laufen zu sehen.

Im Ort haben wir dann Edith nochmal kurz getroffen. Sie kam mit ihrem Auto durch den Ort gefahren und hat kurz angehalten. Es war dann gar nicht so einfach aus dem kleinen Ort wieder heraus zu finden. Es gab nämlich zwei Weltvarianten dort, die beide gleich gekennzeichnet waren. Wir haben promt erst den falschen Weg genommen. Als wir dann den richtigen Weg hatten, ging es weiter durch kleine Wälder und Wiesen und Felder. Heute waren viele blühende Kartoffeläcker dabei. Mit ihren weißen Blühten sehen sie richtig schön aus.

Heute waren auch wirklich viele schöne, kleine Häuser zu sehen. Sie waren oft aus Backstein und mit Reet gedeckt. So ein bischen wie in Deutschland am Meer auch. Es waren heute auch immer mal wieder Fachwerkhäuser dazwischen, eine wirklich hübsche Mischung.

In dem Ort wo wir Mittagspause machen wollten, haben wir noch eine Gruppe ältere Wanderer getroffen. Sie waren in der entgegengesetzten Richtung unterwegs und erzählten uns, dass unser Tagesziel weiter weg ist als gedacht. Sie haben uns auch noch Brot und zwei Äpfel geschenkt. Wir haben dann erstmal unsere Pause gemacht und unser Tagesziel umgeplant. Ich war zur Mittagszeit schon ziemlich genervt von Blondi und mir selbst und ich bin so froh, dass Thomas wirklich geduldig mit uns beiden ist.

Nach der Pause war unser neues Ziel gar nicht mehr so weit entfernt. Auch meine Stimmung war besser und obwohl ich mit Blondi langsam voran kam, konnte ich doch etwas entspannter mit uns sein. Thomas wartete immer wieder auf uns und Marvin kam uns manchmal freudig entgegen gelaufen.

Unser Tageszielort, Veulettes-sur-mer, war dann ganz hübsch und wirkte ziemlich reich. Leider haben wir dort keinen wirklich schönen Platz für uns gefunden. Nachdem Thomas Brot und Hundefutter gekauft hatte, haben wir noch eine Pause an der Strandpromenade gemacht. An ihr sind wir dann weiter zum Ende des Ortes und zu unserem Weg gelaufen. Am Ende hätte es einen ganz netten Platz, in der Nähe des Campingwagenparkplatzes gegeben. Ich konnte dort aber nicht bleiben. Gegenüber war eine Pommesbude, die wirklich gut roch und selbstgemachte Pommes anbot und wir hatten nicht mehr genug Bargeld um eine Portion zu kaufen. Geldautomaten gab es leider in den letzten Orten keine und Kreditkarte nahm die Pommesbude nicht….

Wir sind also weiter dem Weg gefolgt, in det Hoffnung einen guten Platz zu finden. Wir hatten etwas mut Jurten in Googlemaps gesehen. Leider sah es mehr nach einem Hostel aus, als nach einem guten Platz für unser Zelt. Kurz bevor wir dort waren, war auch das Atomkraftwerk zu sehen. Entspannt bin ich dabei nicht, aber es erklärt warum der letzte Ort so reich aussah. Und dann war am Ende des Weges, bevor wir im Ort waren, noch eine Polizeikontrolle. Zum Glück hat der Polizist Thomas und nicht mich angesprochen. Er wollte wissen ob wir jemanden mit einer Drohne gesehen hätten. Greenpeace hat gestern ein Superman-Bild auf einer Drohne in Richtung eines Kernkraftwerkes fliegen lassen und das Bild gepostet. Die Polizei sucht jetzt denjenigen, der die Drohne gesteuert hat.

Wir waren in drm Ort schon ziemluch müde und hunrig, aber es gab auch dort keinen Schlafplatz für uns. Wir haben an der Kirche dann alle Wasserflaschen gefüllt und sind in den nächsten Ort. Allerdings einen anderen GR folgend, da unsere 21 direkt am Kernkraftwerk lang führt und es dort erst recht keinen Schlafplatz gibt.

Der Weg zum nächsten Ort war wirklich nochmal anstrengend, mit dem Zusatzgewicht an Wasser. Wir waren wirklich alle ziemlich fertig und nicht gut gelaunt, selbst Marvin. Zum Glück haben wir hier an der Kapelle gefunden. Es ist ganz ruhig hier und auf der Weide nebenan stehen Kühe mit ihren ganz jungen Kälbern. Wir haben schnell das Zelt aufgebaut und Thomas hat gekocht, während ich noch unsere Sachen ins Zelt sortiert habe. Gut das wir das Wasser mit haben, hier gibt es nämlich keinen Wasserhahn für uns. Nach dem Essen habe ich noch telefoniert, während Thomas etwas entspannt hat. So bald die Hunde im Zelt waren sind sie auch sofort eingeschlafen. Sie waren wirklich ziemlich müde.