Heesvelde

Heute haben wir nochmal ausgeschlafen, bevor es dann wieder ans Rucksäcke packen. Das hat sich nach den letzten zwei Tagen ganz komisch angefühlt. Wir hatten auch ziemlich viel Essen dabei, so dass wir beide schwere Rucksäcke hatten. Und nicht nur das Essen, hat unsere Rucksäcke schwer gemacht, sondern auch unser neues bzw aufgefülltes Equipment. Ehe wir dann gefrühstückt und fertig gepackt hatten, war es schon ziemlich spät. Die Luft war schon relativ warm und die Sonne schien.

Unser Weg führte uns erst noch etwas durch die Stadt zum Fluss und dann ziemlich lang am Fluss entlang. Es war nicht nur durch die Rucksäcke anstrengend, sondern auch die Hunde liefen nicht gut an ihnen. Es war als hätten sie in den zwei Tagen vergessen, wie wir gut zusammen laufen. Das zerrte an unseren Energiereserven.

Eine Autobahn zerschnitt mit ihrem Lärm die Stille. Als wir uns dann vom Fluss weg bewegt haben ging es nämlich durch ein kleines Stück Naturschutzgebiet. Leider heißt Naturschutz nicht auch gleich Lärmschutz. Am Rand des Naturschutzgebietes haben wir im Schatten unsere Mittagspause gemacht. Es gab den restlichen Reis mit dem Gemüse von gestern Abend. Jetzt allerdings kalt, aber trotzdem lecker.

Als wir dann die Autobahn überquert hatten waren wir auch schon fast im nächsten Ort, Laarne. Die Orte ziehen sich hier ziemlich in die Länge und so waren wir noch eine ganze Weile unterwegs, bis wir das Schloss und den Ortskern erreicht hatten. Vor dem Schloss und im Ort waren verschieden Skulpturen aufgebaut und vom Schloss zur Kirche zog sich zwischen den Fahrbahnen eine neu angelegte Fußgängerallee. Die Bäume waren allerdings noch ziemlich klein, so dass sie keinen oder nur kaum Schatten boten. An der Allee entlang war noch ein Streifen mit Wildblumen. Der Streifen war wunderschön bunt und zog meine Blicke auf sich. Im Ort haben wir dann noch einen Kaffee getrunken, bevor es weiter ging.

Nach dem Ort sind wir relativ lang durch ein Industiegebiet gelaufen. Das Gebiet endete dann mit einem Sportgelände mit Spiel- und Sportplätzen. Auf einem der Sportplätze lief auch gerade ein Fußballspiel.

Hinter den Sportplätzen war ein neu angelegter Wald. Es stand ein Schild dran, dass die Bäume für die in einem bestimmten Jahr in Laarne geborenen Kinder sind. Wir sehen solche Wäldchen hier immer wieder. Es ist eine schöne Idee, auch wenn ich glaube, dass die Bäume zu eng stehen, um wirklich mal ein Wald zu werden.

Nach der Anlage trafen wir auch relativ schnell wieder auf Häuser. Wir haben dort angefangen nach einem Schlafplatz zu fragen. Beim zweiten Haus, dass wir fragen wollten war tatsächlich jemand im Garten und nach einigem erklären, dass wir nicht ins Haus wollen, steht unser Zelt jetzt hier. Neben uns stehen zwei Schafe und etwas weiter noch zwei Ziegen und zwei Pferde. Hier gibt es auch noch zwei kleine weiße Hunde. Die beiden waren ganz lustig. Erst bellen sie und wenn Blondi „Hallo“ sagen möchte rennen sie weg. Die Schafe können sich hier frei bewegen, aber das eine ist schon sehr alt und liegt nur und das andere hat Angst vor unseren Hunden. Das hat sich erst etwas mehr bewegt, als die Hunde im Zelt waren. Aber es war zu uns ganz neugierig und kam schnuppern, wenn wir uns ihm näherten.

Gent

Wir sind noch einen Tag länger geblieben. Heute morgen sind wir nicht so richtig los gekommen. Es fühlte sich nach Pause an, nachdem wir gestern den ganzen Tag durch die Stadt gelaufen sind um unsere Ausrüstung zu ergänzen. Mir taten heute morgen noch die Füße davon weh.

Heute Vormittag war wirklich nichts tun angesagt. Wir saßen lange beim Frühstück und haben uns mit Amira unterhalten. Wir haben auf dem Sofa gelegen und sind quasi von da wieder in die Küche, um zu kochen.

Nachmittags wollte ich gern nochmal etwas durch die Stadt spazieren. Thomas ist in der WG geblieben. Ich bin etwas am Fluss entlang gelaufen und habe so erstmal die Altstadt weitläufig umrundet, bevor ich sie durchquerte. Kurz bevor ich die Gravensteen erreicht hatte, bin ich in einem Straßenfest geladent. Das war schön. Die Straße war schön geschmückt und an manchen Ecken spielte Musik. Am Schloss dann war ich von den vielen Menschen ziemlich erschlagen. Es war in der Stadt wirklich zu merken, dass heute Samstag war. Es war noch viel voller als gestern. Ich hab versucht den ganzen Selfiknipsern etwas auszuweichen und bin am Fluss weiter gelaufen, aber zwischen den vielen Kirchen saßen dort noch mehr Menschen als auf der Brücke. Manche aßen, manche machten Fotos, andere sahen den Touristenschiffen zu. Es wirkte dort wie sehen und gesehen werden; vielleicht noch mehr gesehen werden als sehen. Ich bin dann den BEO Laden suchen gegangen. Dort gibt es regionale bio Lebensmittel. Der Laden war wirklich schön und ziemlich groß und gar nicht teuer. Ich habe dort sogar regionale Schokolade bekommen und die ist total lecker. Schade, dass ich nicht ein bischen auf Vorrat mitgenommen habe. Leider war die Käseauswahl dort nicht so gut. Es ist wirklich zu merken, dass wir nicht mehr in Frankreich sind. In dem Laden konnte man vieles an losen Waren kaufen, auch Mehl, Nüsse und co. Das war wirklich gut. Schade, dass wir solche Läden noch nicht öfter gesehen haben. Jetzt wissen wir aber wonach wir suchen können. Wobei Gent als alternative Stadt in Belgien gilt, so dass die Chancen nicht so gut sind öfter diese Läden zu finden. Und es gibt hier ja auch nicht so viele Bio-Bauernhöfe.

Mein Weg hat mich dann weiter durch die Altstadt geführt, aber etwas abseits der vielen Touristen. Ich war dann auch froh in der WG zurück zu sein. Ich war sehr lange nicht in einer so großen Stadt mit vielen Fahrrädern, Staßenbahnen, Bussen, Touristenzügen, Menschen und Autos. Das fordert mich schon heraus, auch wenn ich die Stadt mit den Flüssen sehr mag.

Heute Abend haben wir nur noch gekocht und jetzt geht das Nichtstun weiter…

Ausrüstung Blog

Ich schreibe euch ja fast jeden Tag von unterwegs. Durch mobile Internetzugänge ist es wirklich einfach und kein Vergleich zum Postkarten schreiben. Wobei ich sehr gern Postkarten verschicke und auch erhalte.

Ich möchte euch gern unsere Ausrüstung für den Blog hier etwas genauer vorstellen.

Da ist einmal mein Telefon. Ein BQ Aquaris X Pro. Es macht gute Fotos und Videos und dank WordPress-App ist das Schreiben wirklich einfach.

Für die Fotos verwenden wir eine Canon EOS 1100D. Das ist eher ein Einsteigermodell, aber der Body ist sehr leicht und damit gut geeignet für den Rucksack. Wir benutzen auch nur das Standartobjektiv. Es reicht für uns momentan völlig. Klar gibt es das ein oder andere Motiv was wir damit nicht einfangen können, aber das ist auch nicht schlimm. Außerdem ist unsere Kamera ein Gebrauchsgegenstand, d.h. für mich dass Kratzer und Schrammen dazu gehören. Sie hat einen UV-Filter auf dem Objektiv, damit es nicht zu sehr leidet, wenn wir mal wieder ohne Kappe unterwegs sind. Der Kameragurt ist „vonAhoi“ genäht und erinnert mich immer an Greifswald und die Ostsee.

Um die Fotos von der Kamera auf das Telefon und damit online zu bekommen, nutze ich eine MicoSD-Karte. In der Kamera ist sie zusammen mit dem Adapter und mein Telefon hat einen Steckplatz für MicroSD. Manchmal ist es etwas fummelig die Karten ständig umzustecken, aber bis jetzt ist das die beste Lösung.

Wir haben dann noch Thomas Telefon, ein Samsung, dabei, mit dem auch immer wieder schöne Fotos entstehen. Und natürlich gibt es für all das Technikzeug noch Ladekabel, die ich euch nicht extra fotografiert habe.

Gent

Heute morgen ging es relativ ruhig los. Doch was heißt ruhig? Die Autos waren die ganze Nacht gleich bleibend laut und so waren wir schon gegen sieben Uhr wach, obwohl wir ausschlafen konnten. Wir haben uns dafür zum Zelt abbauen und frühstücken Zeit gelassen.

Als wir alles gepackt hatten war Thomas noch ein Pärchen, Julien und Manon, mit Fahrrad fragen, ob sie unseren gefundenen Schraubenschlüssel haben möchten. Ich bin etwas später zu ihnen gekommen, da ich nochmal etwas im Rucksack ändern wollte. Als wir da standen, fing es an zu regnen. Endlich Regen.

Wir sind dann erstmal unseren Platz bezahlen gegangen. Thomas hat an der Rezeption nochmal Julien getroffen und ihn gefragt ob wir nicht noch einen Kaffee zusammen trinken möchten. Als wir beim Kaffee saßen fing es so richtig an zu regnen und es hörte auch so schnell nicht mehr auf. Die beiden anderen hatten heute auch einen Pausentag geplant, um die Stadt zu besichtigen. Wir saßen jetzt also in einem Café unter einer Überdachung, tranken zusammen Kaffee, aßen Pommes und unterhielten uns. So verging unser Morgen und Mittag ziemlich schnell. Es war wirklich schön mit den beiden.

Gegen drei Uhr sind wir dann, komplett in Regensachen gekleidet, aufgebrochen. Wir wollten erst noch Hundefutter kaufen, bevor wir in Richtung Stadt und unserem Couchsurfingplatz gehen. Auf dem Weg zum Tiergeschäft haben wir uns noch gefragt warum wir die Regensachen anhaben, aber kurz vor dem Geschäft hat es nochmal so richtig doll losgeregnet. Die Hunde waren dann im Geschäft ziemlich naß, durften aber zum Glück trotzdem drinnen warten. Es gab sooooo viel verschiedenes Hundefutter, aber leider nicht das was Blondi sonst bekommt. Wir haben gefühlt ewig gebraucht um uns für eins zu entscheiden. Danach gab es für Blondi noch ein neues Geschirr, da das alte ihr im Halsbereich zu weit geworden ist und sie immer wieder am Laufen hinderte. Ich hoffe mit dem neuen wird es besser. Heute hat es sich erstmal bequemer für uns beide angefühlt. Es war für uns das erste Mal, dass wir ein Geschirr gekauft haben. Ich bin gespannt, wie es die nächsten Tage wird.

Auf dem Weg zum Couchsurfing sind wir durch die Innenstadt gelaufen. Gent ist wirklich eine schöne Stadt. Doch mit den Rucksäcken und den Hunden, den Fahrradfahrern und der Straßenbahn ist es auch anstrengend. Wir waren froh als wir bei Amira angekommen sind. Wir wurden sehr herzlich empfangen und hatten einen wirklich schönen Abend hier.

Jetzt liegen wir im BETT! Und die Hunde schlafen in einem extra Raum. Das fühlt sich gerade sehr entspannt alles an.

Gent

So heute morgen ist es also das erste Mal passiert. Ich habe meine Brille im Zelt mit eingewickelt. Das war ziemlich doof und als es mir aufgefallen ist, war sie auch schon verbogen. Alle Brillenträger wissen, wie unangenehm es ist eine verbogene Brille zu tragen. Für mich hieß das heute Sonnenbrillentag…

Nachdem es die Nacht ziemlich doll gewittert hat und viele Blitze unser Zelt erhellt haben, waren wir heute morgen noch ziemlich müde. Auch die Hunde wirkten nicht so, als wollten sie loslaufen. Der Biwakplatz war durch den Regen nicht so zum frühstücken geeignet, also haben wir unsere Sachen gepackt und sind in den Wald auf eine Bank gegangen, um zu essen und Kaffee zu kochen. Die Polizei fuhr an uns vorbei, als wir gerade beim Kaffee kochen waren und wir hatten etwas Angst, dass sie uns wegen dem Kocher im Wald ermahnen. Sie sind aber zum Glück ohne etwas zu sagen vorbei gefahren.

Unser Weg ging dann erstmal fünf Kilometer an einer etwas größeren Straße entlang um zum nächsten Ort zu kommen. Dort haben wir in der Bar Klein Sleine erstmal einen Kaffee getrunken und unsere Handys wieder aufgeladen. Der Mann in der Bar war sehr freundlich und hat uns mit allen möglichen Informationen versorgt.

Wir haben uns dann dafür entschieden doch schon heute nach Gent zu gehen und eine Nacht auf dem Campingplatz zu bleiben. Vom Café bis zum Campingplatz waren es nochmal 15 Kilometer. Thomas hatte beim Platz davor angerufen und ich hatte ihn so verstanden, dass wir vor 17.30 Uhr da sein müssen. Also sind wir aufgebrochen und weiter an der Straße entlang gegangen. Die Straße hatte fast überall einen Fußweg oder mindestens einen Fahrradweg, so dass wir ganz bequem mit den Hunden laufen konnten. Doch was heißt hier eigentlich bequem. Mir kam es so vor, als renne ich die ganze Zeit.

Wir waren erstmal in kleineren Vororten und Randbezirken unterwegs. An manchen Stellen fuhr die Straenbahn oder wir konnten ihre Endhaltestellen sehen. Die Straßen wurden dann langsam schmaler und die Einfamilienhäuser verschwanden. Stattdessen waren dann da kleine zweistöckige Reihenhäuser. Die Straße war nun nicht mehr ganz so groß und befahren. Hinter der nächsten Ecke verwandelte sich der Straßenzug wieder. Auf einmal waren dort ziemlich viele Dönerläden und Geschäfte mit türkischen und afrikanischen Lebensmitteln. Die Gehwege waren eng und ab und zu saßen an den Rändern Männergrüppchen und tranken Tee oder rauchten. Als wir über die nächste Kreuzung waren, wurden die Häuser dreistöckig und hatten alle Erkerfenster. Und dann Standen wir an einer Baustelle mit modernen hohen Häusern und einer Straßenbahnhaltestelle. Die Häuser auf der anderen Straßenseite waren alte Stadthäuser, so wie sie auch in Dresden oder Görlitz zu finden sind, mit breiten Türen und hohen Fenstern. Unser Weg führte dann ein Stück an Universitätsgebäuden und am Kanal entlang, bevor wir Richtung Hochhäuser abbogen. Vin den Hochhausern aus ging es dann weiter Richtung Stadtpark und durch den Stadtpark und das Flussbad mit Strand hindurch. Wir haben dann hinter einem Zaun schon die Zelte gesehen. Ich war schon ziemlich k.o. und bin nochmal im Stechschritt los gelaufen. Thomas war etwas verwundert, wir hätten doch Zeit… Ich hatte Angst, dass uns der Platz vor der Nase zu macht. Und dann kam da endlich die Lösung unseres Kommunikationsproblems. Er meinte wir müssen bis 19.30 Uhr da sein. Mir war zum Lachen und Weinen gleichzeitig zu mute. Ich war so müde und habe die ganze Zeit keine Pause eingefordert. Selbst bei der kurzen Pause, die wir gemacht hatten, wollte ich ganz schnell weiter und jetzt dass. Wir müssen zwischen dem Lachen und nein nein nein ärgern etwas lauter gewesen sein, jeden Falls guckten uns die Leute aus dem Restaurant am Zeltplatz ganz komisch an.

Das ist bis jetzt wirklich der größte Zeltplatz. Campingcars und Autos stehen getrennt. Auf unserem Stück sind ein paar Holzhütten und sonst nur Zelte. Bei dem ganzen gerenne haben wirauch noch vergessen Hundefutter zu kaufen. Zum Glück gab es am Campingplatz einen kleinen Laden, der auch etwas völlig überteuertes Hundefutter hatte. Das war jedenfalls besser als nochmal 1,5 Kilometer bis zum Supermarkt zu laufen.

Wir liegen jetzt im Zelt und hören die Autos auf der Schnellstraße in der Nähe. Ich hoffe wir können schlafen und die Autos werden weniger.

Singel

Wir haben uns heute tatsächlich den Wecker gestellt. Zum Aufstehen haben wir dann aber eine halbe Stunde gebraucht… Ich bin heute morgen mit Migräne aufgewacht. Da sie aber so warmes Wetter angesagt hatten haben wir dann wirklich relativ schnell zusammen gepackt. Die Luft war heute morgen noch sehr angenehm frisch, so dass wir gar nicht an das heiße Wetter denken wollten.

Auf dem Weg in die nächste Stadt haben wir dann nach Wasser gefragt. Eine Frau hatte einen halben Liter Wasser im Auto und hat ihn uns gegeben. Da es gerade mal 8 Uhr war, wollten wir nirgends klingeln. An einer Einfahrt, im Schatten haben wir erstmal Kaffee gekocht und gefrühstückt. Als wir fertig waren, lief da auch jemand über den Hof, den wir dann nach mehr Wasser gefragt haben. Das war wirklich gut.

Der Weg bis zur Stadt, Waarschoot, war nicht so weit. Inder Stadt haben wir uns die Kirche angesehen. Sie ist 2002 abgebrannt und jetzt steht quasi nur noch der Glockenturm. Der Turm wurde mit einem neuen Betonbau ergänzt und es stehen noch ein paar der alten Mauern hinter dem Turm. Die Kirche ist innen sehr klar strukturiert. Es gibt eine kleinere Taufkapelle und eine größeres Hauptschiff. Beide sind durch eine Wand aus Milchglas voneinander getrennt, können aber miteinander verbunden werden. Aus einem weiter hinten gelegenen Raum drang Musik. Die Kirche war wirklich besonders. Sie wirkte ein bischen, wie Gemeindesaal und Kirche in einem Gebäude und doch getrennt. Vor der Kirche stand eine verbrannte Madonnenstatue aus der ursprünglichen Kirche.

Unser Weg ging dann weiter Richtung Supermarkt und uns fällt bei den Wegen durch die Stadt hier immer wieder auf, wie sauber alles ist. Das ist so gut und es gibt auch fast überall gute, saubere, öffentliche Toiletten.

Nach dem Einkaufen war es schon fast Mittag und wir haben uns auf dem Weg aus der Stadt begeben. In einem kleinen Waldstück haben wir eine lange Mittagspause gemacht. Es war mittlerweile so heiß, dass wir selbst im Schatten beim ruhig Liegen schwitzten. Wir haben nach dem Essen fast zwei Stunden geschlafen und selbst die Hunde waren in der Zeit ruhig und haben gedöst. Das Schlafen tat uns gut und als es langsam etwas kühler wurde, sind wir weiter gegangen. Wir wollten wieder zu einem der Biwakplätze. Der Weg war nicht mehr weit und es sah nach Gewitter aus, also haben wir uns etwas beeilt. Bis jetzt war aber kein Gewitter hier.

Der Platz liegt ziemlich versteckt und ist noch ganz neu. Leider sind dadurch die Bäume noch etwas klein und das Gras verbrannt. Aber es gibt hier ein super sauberes Kompostklo, so wie auf der Ferme de la Bohème. Ich habe mich so über dieses wirklich schöne und saubere Klo gefreut. Der Platz wird in ein paar Jahren wirklich schön sein und viel Schatten bieten. Das Wasser roch am Anfang wirklich nach Kuh, aber nach dem wir etwas Wasser abgepumpt haben, wurde das Wasser klarer und der Geruch weniger. Wir haben zum Glück genügend Wasser heute dabei. Mit dem abgepumpten Wasser habe ich versucht ein paar Bäumen etwas Gutes zu tun.

Auf dem Platz sind heute noch zwei andere Zelte. Zwei Franzosen, die mit dem Auto unterwegs sind und noch ein belgisches Pärchen, dass aber glaub ich auch das Auto in der Nähe hat.

Wir konnten vorhin die Gänse noch fliegen hören. Das ist wirklich ein schönes Geräusch.

Eeklo

Heute morgen haben wir tatsächlich etwas verschlafen. Wir haben keinen Wecker gestellt, da Thomas immer zeitig aufwacht. Heute sind wir beide dann nicht so zeitig wie gedacht aufgewacht. Es da schon so warm im Zelt, dass ich es erstmal gleich öffnen musste. Draußen war die Luft noch angenehm kühl. Es tat gut, die kühle Morgenluft im Gesicht zu spüren.

Thomas hat dann wie immer das Frühstück vorbereitet und ich das Zelt. Über nacht sind auf dem Platz noch ein Zelt und ein VW-Bus dazu gekommen. Das haben wir heute Nacht gar nicht mitbekommen. Im Zelt neben uns war ein Vater mit seiner Tochter, die eine Fahrradtour gemacht haben und heute nach Hause zurück gefahren sind. Ich habe sie gefragt, ob sie uns ihr restliches Toilettenpapier geben möchten. Sie haben zum Glück ja gesagt, da unsere Taschentücher fast alle sind und einzelne Rollen Toilettenpapier es nirgends zu kaufen gibt. Sie haben uns auch noch ihr Kaffeepulver angeboten, das war so gut. Thomas hatte morgens unseren Kaffee nämlich aufgebraucht. Das war heute alles zur richtigen Zeit da.

Wir sind dann erstmal in den Ort gegangen. Thomas brauchte Tabak und wir wollten noch einen Kaffee trinken. Das Café hatte leider noch geschlossen. Auf dem Weg durch den Ort, hat uns ein Mann angesprochen, wo wir gestartet sind. Darüber sind wir ins Gespräch gekommen und seine ganze Familie kam auch dazu. Thomas hatte sie gefragt, ob es in dem Ort noch ein Café gibt. Da es das nicht gab, haben sie uns spontan auf einen Kaffee eingeladen. Das war so freundlich. Das kleine Mädchen da war ganz bezaubert, von unseren Hunden. Ich hatte Blondi mit meinem Rucksack etwas mehr abseits abgestellt, so dass Marvin mehr im Mittelpunkt für sie war. Marvin ist wirklich sehr geduldig und lies sich jede Berührung gefallen. Ich saß immer mit dabei, um zur Not Marvin fest zu halten, aber das war wirklich gar nicht nötig. Am Ende haben sie gesagt, wir sollen uns melden, wenn wir in der Nähe von Maastricht sind, da sie dort wohnen. Das war so überraschend für uns und so freundlich.

Wir sind dann aus dem Ort raus und auf kleinen Straßen weiter gegangen. Die Sonne war schon ziemlich heiß, aber zum Glück gab es ab und zu Schatten. An einem Busch am Feldrand haben wir im Schatten eine kurze Pause gemacht. Als wir gerade weiter wollten, lief ganz in der Nähe ein Reh über die Straße. Die Hunde haben es zum Glück nicht gesehen oder gerochen, so konnten wir ganz in Ruhe weiter gehen.

Es war heute wieder ziemlich warm und so waren wir so froh, dass wir ein kleines Stück im Wald gehen konnten. Nach dem Wald sind wir an einer kleinen Destillerie für biologische ätherische Öle vorbei gekommen. Leider konnte ich auf die Schnelle nicht feststellen, ob man sie besichtigen kann.

Der Weg war dann nicht mehr so weit und kurz vor einem Kanal, haben wir nochmal eine Pause gemacht um zu essen. Es war jetzt schon viel später als gedacht. Wir waren froh als wir dann endlich auf dem Biwakplatz angekommen waren. Hier war zum Glück viel Schatten. Es gibt wieder ein Plumpsklo und Wasser. Leider ist das Wasser hier kein Trinkwasser und leider stand das nicht auf der Homepage. Wir hatten daher nicht nochmal extra Wasser zum Kochen mit. Morgen früh gibt es dann erstmal keinen Kaffee bzw erst wenn wir Trinkwasser haben. Das Wasser hier sieht wirklich nicht gut aus. In der Flasche hat es eine bräunliche Farbe und der Geruch ist nach einer Weile in der Flasche eher naja. Wir haben eine Flasche testweise mit Micropur versetzt, haben uns dann aber nicht getraut es zu trinken. Der Biwakplatz ist an zwei Seiten von Feldern umgeben. Ich möchte nicht wissen, was die Bauern alles auf die Felder getan haben, damit das Wasser so aussieht.

Die Frösche scheint die Wasserqualität allerdings nicht zu stören, sie hüpfen lustig um die Pumpe herum, wenn man sie betätigt.

Heute war es mit der Sonne wirklich anstrengend und wir hatten beide ganz unterschiedliche Vorstellungen, wie der Tag und unsere Wanderung sein soll, so dass wir mit uns immer zu tun hatten. Mir hängt etwas meine Migräne von vor zwei Tagen noch und auch Thomas ging es heute nicht ganz so gut. Das zehrt alles an unseren Kräften, so dass wir umso mehr froh waren anzukommen. Jetzt liegen wir im Zelt und hören den Fasan rufen.

Kleit

Auch heute morgen haben wir etwas länger geschlafen und dann in Ruhe unsere Sachen gepackt und uns von Naas und Sabien verabschiedet.

Dann ging es los. Erstmal an der großen Straße entlang in den Ort hinein und dann auf eine kleinere Straße. Und jetzt gabes da tatsächlich etwas Wald und Schatten für uns. Wie haben wir die Bäume und ihren Schatten vermisst, seit wir hier sind. Der Wald hatte viele kleine Wanderwege und eine kleine Straße lief auch durch ihn. Auf der Straße waren immer wieder Gruppen von Fahrradfahrern unterwegs. Der Wald war wirklich nicht groß und so hatten wir ihn bald durchquert. Dann ging es weiter auf der Straße zwischen Feldern entlang, aber auch hier gab es jetzt Schatten, da rechts und links der Straße Bäume standen. Das tat so gut und so sind wir auch relativ zügig, trotz der heute schweren Rucksäcke voran gekommen.

Auf einer Straße überquerten wir dann auch eine Bahnstrecke und waren kurz darauf im ersten etwas größeren Ort. Nachdem wir dort unsere Mittagspause gemacht hatten, überquerten wir auf einer Brücke den Fluss. Die Brücke war ziemlich stark befahren und ich war froh, als wir auf der andeen Seite waren. Dort angekommen, haben wir einen Ziegenbock auf einem Weg laufen sehen. Er war offensichtlich von seinem Stall abgehauen. Blondi hat auch gleich angefangen zu bellen. An der Stelle schienen sie auch den GR geändert zu haben. Leider war auf unserer Karte noch der alte Verlauf abgebildet und so sind wir dem gefolgt, bis auf einmal der Weg mit Stacheldraht und Schild gesperrt war. Nach einer kurzen Pause, um den Weg um zu planen, sind wir ein Stück zurück gegangen und fann der großen Straße auf dem Fahrradweg gefolgt.

Das war zum Glück nur ein kleines Stück und dann ging es auf kleinen Straßen weiter. Da die Sonne jetzt doch ziemlich warm war und es kaum noch Schatten gab, haben wir den Hunden ihre Schuhe angezogen. Wir möchten nicht, dass sie sich auf dem heißen Asphalt die Pfoten verbrennen. Jetzt auf den kleinen Straßen, waren wieder total viele Fahrräder unterwegs und wir mussten dadurch mehr auf die Hunde achten.

In der Nähe war eine große vierspurige Straße, die war ziemlich befahren und die mussten wir überqueren. Als wir dort ankamen, waren gerade alle Spuren leer und wir konnten sie auf einmal überqueren. Das war so gut.

Wir waren dann auch ziemlich schnell wieder in einem Wald und auch bald am Ziel. Wir mussten nur nich durch zwei eingezäunte Waldabschnitte. In einem sind wir tatsächlich auch Kühen begegnet. Ich war so froh, dass Thomas Blondi zu sich genommen hat und ich mit Marvin ganz schnell an den Kühen vorbei konnte. Ich mag ja eigentlich Kühe sehr gern, aber ich mag auch den Zaun zwischen ihnen und mir. Mein Herz ging so schnell, als wir das Stück mit den Kühen passieren mussten.

Ich war wirklich froh, als wir unseren Platz für heute erreicht hatten. Wir sind auf einem Biwakplatz. Da man hier nicht wild Campen darf, gibt es speziell ausgezeichnete Biwakplätze zum Übernachten. Der Platz hat eine Pumpe für Wasser, einen großen Tisch, einen Unterstand, einen Lagerfeuerplatz und ein Plumpsklo. Das Plumpsklo stinkt ziemlich und ist nicht wirklich gut in Schuss, aber der Platz liegt gut. Leider wird er nicht wirklich geachtet. Übrall liegt Toilettenpapier und der Mülleimer quillt über. Das ist wirklich schade, denn es ist sonst ein schöner Ort. Der Platz scheint gut angenommen zu werden. Neben uns ist ein Zelt mit zwei Fahrradfahrern und dann sind hier noch zwei Familien.

Die Hunde schlafen neben uns schon und draußen sind die Kinderstimmen zu hören.

Wildenburg

Text kommt morgen…ist wieder mal spät geworden…

Gestern konnten wir einen Tag Pause machen. Wir durften eine Nacht länger bei dem Couchsurfingplatz bleiben. Wir hatten es uns erst noch offen gelassen ob wir morgens starten oder eine Pause machen, haben uns dann aber für die Pause entschieden.

Nachdem wir relativ lange geschlafen hatten, haben wir tatsächlich einmal nichts gemacht. Also erstmal viel gedöst und ein bischen geschlafen. Auch die Hunde waren mit nur einer kleinen Runde zufrieden. Es war wieder ziemlich warm und so waren wir froh, als wir wieder im Schatten waren. Bei der Hunderunde hat sich ein Schmetterling auf meine Hand gesetzt und einer auf Thomas Schulter. Die beiden bleiben auch relativ lang auf uns sitzen. Das war so schön und besonders.

Am Nachmittag hatte ich dsnn etwas Migräne und hab versucht nochmal etwas zu schlafen, das hat aber leider nicht so funktioniert. Als es sich etwas abgekühlt hatte, waren wir schnell in Wingene einkaufen. Wir konnten uns dafür Fahrräder von Naas und Sabien leihen und sind mit denen los gedüst. Das war so schnell. Wir waren in Null komma nichts am Supermarkt. Nach zwei Monaten ohne Fahrrad war das wirklich etwas ungewohnt, aber auch so gut.

Da Sabien erst spät von Arbeit kam, habe ich es nach dem Einkauf nochmal mit schlafen versucht und das hat dann auch geklappt. Als sie zurück war, haben wir zusammen gekocht. Wir haben Gemüse geschnippelt und Naas hat alles dann mit dem Wok auf dem Lagerfeuer gekocht. Das war so lecker. Mhh. Es war ein wirklich schöner Abend.