Born

Heute morgen hing dicker Nebel über dem Ort und um unser Zelt. Ich hatte die ganze Nacht über Kopfschmerzen und die hingen heute morgen dann auch noch in meinem Kopf. Während Thomas das Frühstück vorbereitete, konnte ich noch etwas weiter schlafen und nach dem Frühstück ging es mir dann auch schon besser.

Der Weg ging dann erst etwas durch den Ort, bevor wir in Richtung Wald gingen. Der Weg war heute nicht weit, so dass wir viel Zeit hatten um im Wald Pilze zu suchen. Wir haben auch versucht ein paar neue Pilze zu bestimmen. Aber wir hatten damit noch nicht so richtig Erfolg, oft konnten wir sie nicht eindeutig zuordnen.

Wir haben aber auch so einfach den Wald genossen. Den Eicheln und Kastanien zugehört, wie sie im Laub landen und die Sonne genossen. Wir sind immer ein Stückchen weiter gegangen und haben dabei kleine und etwas größere essbare Pilze gefunden. Es ist wirklich faszinierend, wie sie aus der Erde kommen und sich den Weg durch das Laub bahnen.

Unser Weg wurde nur kurz von einer größeren Straße gekreuzt und dann ging es im Wald bis zum Ort weiter.

Im Ort haben wir einen Mann gefragt, der gerade aus seinem Haus kam, ob er einen Platz weiß. Wir stehen mit dem Zelt jetzt bei ihm im Garten.

Als wir das Zelt aufgebaut hatten, war am Zelt eine ganz dicke Spinne. Sie hatte eine richtige Kugel auf dem Rücken und konnte sich mit ihr nicht so gut fort bewegen. Ihre Baby schlüpfen bestimmt bald. Ich habe sie vorsichtig mit unserer Tasse weg gesetzt.

Am Abend, nachdem Thomas die Pilze schon gebraten hatte, hat uns der Mann noch zum Grillen eingeladen. Dann gab es die Pilze zur Bratwurst dazu. Die Pilze waren wirklich lecker. Thomas hatte noch eine Tomate mit ihnen gebraten. Das war wirklich perfekt. Thomas war froh etwas Fleisch zu bekommen. Ich habe das Gespräch immer wieder mal übersetzt, aber der Mann konnte auch etwas Englisch. Aber ich denke für anderen beiden Männer war es auch etwas netter zu übersetzen. Ich weiß nicht ob sie Englisch sprechen. Es war ein netter Abend und jetzt liegen wir ganz müde im Zelt.

Satuelle

Heute morgen waren wir zum Frühstück eingeladen, bei den Leuten die wir gestern nach einen Platz zum Schlafen gefragt hatten und die uns den Platz gezeigt hatten. Deren Hündin musste in der Zeit ganz leise bleiben, da die Frau Nachtschicht hatte und schlief und unsere Hunde vor der Tür warteten. Die Hündin fand es wahrscheinlich nicht so lustig mit uns in der Küche, aber für ein paar Streicheleinheiten blieb sie bei uns… Sie sieht Nala, Blondis Mama, wirklich sehr ähnlich. Es war ein schönes Gespräch und wir haben nochmals unseren Weg angeglichen.

Nach dem Frühstück waren wir noch kurz Brot kaufen und Thomas hat seine Bank angerufen. Gestern als wir unsere Karten für die Fähre buchen wollten, konnten wir nämlich nicht wie geplant mit seiner Mastercard bezahlen. Da war eine alte Handynummer hinterlegt und so konnten wir den Sicherheitscode nicht bekommen.

Danach ging es dann los in Richtung Wald. Auf dem Weg haben wir schon die ersten Champions gefunden. Im Wald wuchsen ganz viele verschiedene Pilze. Leider waren die meisten eher nicht genießbar. Bei einer Pause hoppelte ein Hase ganz gemütlich vor uns Weg. Blondi wäre ihm ja gern gefolgt.

Der Weg durch den Wald war wirklich schön. Überall lagen Kastanien und die Sonne schien durch das Blätterdach. Es war wunderbar ruhig, ab und zu hörten wir Kastanien und Eicheln auf den Boden fallen. Manche Waldwege waren mit Gras bewachsen, andere waren durch Nadeln wunderbar weich gepolstert.

Wir unterquerten eine Bahnstrecke und etwas später kam ein kleines Schutzhaus. Vor dem haben wir dann Pause gemacht.

Nach dem Wald kamen wir auf Felder, die gerade frisch vorbereitet wurden. Der Traktoranhänger war schon sehr beeindruckend. So viele verschiedene Räder und Scheiben.

Der nächste Ort war auch schön. Als erstes kamen wir an einem Reiterhof vorbei. Wir mussten dann durch den Ort, um den Mittellandkanal zu überqueren. Danach ging es dann auf einem Radweg weiter. Neben uns war ein Bachlauf und wir überquerten auch noch einen kleinen Fluss.

Der Radweg war dann von lauter Birken gesäumt. Dort haben wir dann noch ziemlich viele Pilze gefunden. Wir haben wieder nur ein paar mitgenommen, da wir sie ja nur für eine Mahlzeit brauchen.

Über eine Pflasterstraße ging es dann in den Ort. Wir haben gleich am ersten Haus einen Platz im Garten bekommen. Damit hätte ich nach gestern gar nicht gerechnet.

Am Nachmittag hatten wir dann Zeltbesuch von einem kleinen Mädchen. Die jüngste Tochter der Familie. Sie fand das alles super spannend und hat sich alles erklären lassen. Etwas später kam auch der Großvater noch vorbei, um mal zu gucken. Wir wurden hier wirklich herzlich aufgenommen.

Am Abend wollte uns auch noch die Familienhündin sehen. Eine wirklich liebenswerte Australien Sheppard Dame. Blondi und Marvin bellten aber leider gleich und da ist sie wieder gegangen. Ich habe sie noch zu ihrem Menschen begleitet, denn eigentlich wollten die beiden eine Runde gemeinsam gehen. Das nächste Mal sollte ich mir dafür aber Schuhe anziehen, der Rückweg über die Eicheln war etwas schwierig.

Jetzt liegen wir wieder im Zelt, draußen ist alles dunkel und wir hören immer wieder Eicheln auf den Boden fallen.

Flechtingen

Heute gibt es nur eine Kurzfassung vom Tag, da es schon etwas spät ist.

Heute morgen war die Familie leider nicht da, bei der wir geschlafen haben, also haben wir einen Kranich in ihrem Briefkasten hinterlassen und sind gestartet.

Auf dem Weg durch den Ort hat gerade ein Mann im Garten gearbeitet. Den haben wir gefragt, ob wir ihre Toilette benutzen können. Aus der Frage hat sich ein total nettes Gespräch entwickelt und wir sind dann ganz froh aufgebrochen.

Es ging erst die Straße entlang und dann über einen Feldweg in den Wald. Ab da an kann ich euch den Waldboden ganz genau beschreiben, den Rest aber nicht. Wir haben die ganze Zeit nach Pilzen gesehen und haben tatsächlich rostrote Lärchen-Porlinge gefunden. Die sehen wunderschön aus. Und ja, sie stehen unter Lärchen, um das zu überprüfen habe ich meinen Blick einmal vom Boden gelöst.

Wir sind durch einen kleinen Ort gekommen, in dem wir unsere Mittagspause gemacht haben, bevor es wieder in den Wald ging. Davor sind wir seit langem mal wieder an einer Weide mit Kühen vorbei gekommen.

Leider sind wir nicht an der Holzmühle und den Steinbrüchen vorbei gekommen, die uns als sehr sehenswert beschrieben wurden. Der Weg verlief im Wald dann doch anders. In Flechtingen gibt es ein Wasserschloss, das wir beim Ankommen wunderbar sehen konnten. Danach ging es wie immer einkaufen und einen Schlafplatz suchen. Heute war es wieder schwer einen Platz zu finden. Wir haben eine Stunde gebraucht. Dann haben wir bei einer Familie gefragt, die zwar in ihrem Garten Platz hatte aber auch eine sehr Reviertreue Hündin, die andere Hunde nicht so gern mag. Hinter dem Haus ist aber eine Wiese mit Grillplatz, die der Stadt gehört. Dort stehen wir jetzt. Der Mann hat uns über den Gartenzaun sogar noch eine Steckdose gelegt und eine Dose Futter für die Hunde gegeben. Unsere beiden waren natürlich happy nach ihrer normalen Ration nochmal Nachtisch zu bekommen.

Jetzt liegen wir im Zelt und draußen ist wieder alles still.

Hörsingen

Heute morgen sah das Wetter beim Aufstehen sehr nach Regen aus. Wir haben uns beeilt, dass Zelt abzubauen und unsere Sachen zu packen. Zwischendurch fing es auch leicht zu nieseln an. Als wir fertig waren haben wir die Hunde an zwei Bäumen fest gemacht und unsere Rucksäcke zu ihnen gestellt. Dann sind wir zum Oktoberfest-Frühstück in den Ort gegangen. Bevor wir aber in den Ort gegangen sind, waren wir uns noch die kleine Feldsteinkirche ansehen. Leider war sie abgeschlossen, so dass wir sie nur von außen ansehen konnten.

Für das Frühstück waren wir etwas unvorbereitet. Es war mehr ein Frühschoppen mit Schlachteplatte und die meisten Leute hatten ihren Kaffee und Besteck dabei. Thomas und ich haben uns eine Schlachteplatte geteilt, d.h. ich habe eigentlich nur gekostet. Als die Frau vom Bürgermeister, die uns gestern schon bei der Platzsuche so geholfen hat, kam, haben wir auch Kaffee bekommen. Das war so gut, da wir ohne Kaffee gestartet waren und wir dachten beim Frühstück wird es welchen geben… Die Stimmung im Saal war wirklich angenehm. Die meisten Leute kannten sich untereinander und eine Blaskapelle spielte. Ein paar Leute hatten uns gestern ankommen sehen, bzw davon erfahren und waren ganz interessiert von unserer Reise zu erfahren. Die Jugendlichen, die kellnerten und dabei standen, waren total überrascht. Bei einer hatte Thomas ein Bier bestellt und als ich zum zahlen kam, sprach sie mich auch erstmal auf Englisch an, ich glaube sie war dann ganz froh als ich auf deutsch antwortete. Die Leute waren wirklich sehr freundlich.

Der Bürgermeister hat uns sogar noch in der großen Runde vorgestellt und erzählt was wir machen. Wir sind bestimmt ganz rot angelaufen und waren trotzdem glücklich dort zu sein. Die Leute, die mit uns gesprochen hatten, konnten sich das immer wieder nicht so richtig vorstellen, dass wir so viel gelaufen sind und noch so viel laufen wollen.

Gegen Mittag sind wir dann dort aufgebrochen. Wir sind unsere Hunde und Rucksäcke holen gegangen und dann ging es los in Richtung Wald. Das Wetter hatte sich inzwischen auch gebessert und die Sonne fing an zu scheinen.

Vor dem Wald sind wir noch durch einen kleinen Ort gekommen, der wie ein altes Gutshaus mit Stallungen und ein paar Häusern drum herum wirkte. Dann ging es über einen Feldweg der von wunderbaren wilden Hecken gesäumt war, in den Wald.

Am Waldanfang kam uns der Förster mit seinem Auto entgegen. Er fuhr ziemlich schnell und ich war froh, dass wir ihn durch den huckligen Boden früh gehört haben. Marvin lief nämlich frei und so konnte wir ihn rechtzeitig rufen.

Bei einer Pause hat Thomas etwas nach Pilzen gesehen, aber nur einen kleinen gefunden. Der Wald war ziemlich trocken. Etwas später haben wir dann an einer von Wildschweinen zerwühlten Stelle ganz frisch gewachsene weiß-kugliche Pilze gefunden. Den Namen weiß ich jetzt gerade nicht. Die sahen wirklich schön aus auf der dunklen Erde.

Der Weg im Wald war dann auch gar nicht so lang und wir relativ schnell im nächsten Ort. Da wir doch recht spät gestartet sind, wollten wir nicht so weit laufen.

Wir haben einen Platz bei einer Familie auf einem Stück Wiese neben dem Hof gefunden. Als wir das Zelt fertig aufgebaut hatten, hörten wir Kraniche über uns fliegen. Leider konnten wir sie nicht sehen.

Der Nachbarhund hat durch unser Zelt und unsere Hunde einen richtig aufregenden Tag. Er konnte sich nur schwer beruhigen, auch als unsere beiden schon ruhig im Zelt lagen, bellte er immer wieder.

Jetzt liegen auch wir im Zelt und draußen ist alles ruhig.

Beendorf

Wir waren heute morgen zum Frühstück eingeladen. Das war so schön und wir hatten ein schönes Gespräch. Nach dem Frühstück haben wir unser Zelt noch schnell abgebaut, da wir bis Helmstedt im Auto mitgenommen wurden. Das war für Thomas Knie sehr gut, da wir doch ein paar Kilometer weniger laufen mussten dadurch. Wir wurden direkt an der Zoohandlung raus gelassen. Das war so gut, da wir ja noch Futter für die Hunde kaufen mussten. Auf dem Weg dorthin haben wir noch erfahren, das es in der Gegend kein fest wohnendes Wolfsrudel gibt und alle Wolfsspuren bis jetzt nur von durch wandernden Wölfen stammten. Das ist gut zu wissen und lässt mein mulmiges Gefühl im letzten Wald verpuffen. Da hätte ich viel entspannter durchlaufen können.

Nachdem wir für die Hunde Futter hatten waren wir noch schnell für uns einkaufen. Dann ging es los in Richtung Wald. Kurz vor dem Wald sind wir noch an einem Schießstand vorbei gekommen. Dort waren auch gerade Leute am üben. Marvin war dort nicht ganz so entspannt. Er war immer ganz nah bei Thomas.

Der Wald war dann sehr schön. Es fing mit einem Buchenwald an. Überall lagen gelbliche Blätter und es war wunderbares, warmes Licht im Wald. Wir sind an einem See vorbei gekommen und haben dort eine kurze Pause gemacht.

Der Wald wurde von einer Straße gekreuzt und auf der anderen Seite wechselte der Wald langsam zu Mischwald. In einem kleinen Stück, wo noch überwiegend relativ junge Buche standen, haben wir Mittagspause gemacht. Blondi hat immer wieder gebellt, da sie Wild gerochen hat und Marvin sich frei bewegen konnte. Aber sie beruhigte sich auch wieder, als wir den Käse öffneten und anfingen zu essen. Danach ging es weiter.

Wir haben noch einen anderen Hundebesitzer mit seinem Hund getroffen, aber der war nicht sehr freundlich. Marvin lief etwas vor uns und gerade kurz um die Kurve, so dass wir ihn einen Moment nicht sehen konnten und er kam mit seinem Hund von der anderen Seite. Er hatte seinen Hund sehr, sehr kurz an der Leine und war total verärgert, dass Marvin „Hallo“ sagen wollte. Marvin war auch keine 10 Sekunden bei dem Hund, da wir ihn ja gleich riefen, als er nicht zu sehen war. Der Mann hat uns gleich geduzt und meinte dass wenn ein Jäger hier wär Marvin abgeschossen würde und er uns schon eine ganze Zeit hören würde. Er kann aber maximal Blondi gehört haben, wie sie bellte, denn Marvin war ja die ganze Zeit während der Pause um uns.

Unser Weg ging auf jeden Fall weiter in den Wald hinein und auf einem kleineren Weg weiter und dort haben wir an einer Stelle wunderschöne und große Steinpilze entdeckt. Wir haben aber nur zwei der Pilze zum Essen mitgenommen und den größeren dann später verschenkt.

In Beendorf angekommen, haben wir angefangen nach Schlafplätzen zu fragen. Doch bei den ersten Häusern war keiner zu Hause. Wir haben dann eine Frau auf dem Fahrrad gesehen, die gerade kurz vor ihrem Haus war. Wir haben sie angesprochen. Es war die Frau des Bürgermeisters und sie war total freundlich und hatte die Idee, dass wir im Pfarrgarten mit dem Zelt stehen könnten. Sie hat auch noch rum telefoniert, ob das wirklich möglich ist und ist mit uns dahin gegangen. Da die Leute, die dort wohnen nicht zu Hause waren, ist sie wegen dem Schlüssel nochmal telefonieren gegangen. Wir warteten so lange dort.

Als sie wieder kam hatte sie einen anderen Platz für uns. Eine sehr nette Familie. Die Familie wollte in einer Stunde in den Urlaub fahren und wir dürfen trotzdem in ihrem Garten mit dem Zelt stehen. Sie haben sogar noch Kaffee gekocht und sich die Zeit genommen etwas über unsere Reise zu erfahren. Und wir durften obwohl sie schon weg gefahren sind dort noch duschen und zur Toilette. Wir sind wirklich so glücklich über diesen Ort hier.

Nach der Dusche, habe ich mich noch kurz mit der Nachbarin unterhalten, die auch Apothekerin ist. Das war sehr nett. Und hat meinen Blick auf die Möglichkeit als Apotheker nochmal etwas verändert.

Hier im Ort ist gerade eine Art Oktoberfest mit Rummel und Musik und später noch Feuerwerk. Wir wurden für heute Abend und zum Frühstück morgen dort eingeladen. Heute Abend sind wir etwas zu müde, um dort noch vorbei zu gehen, aber morgen früh wollen wir gucken gehen, bevor wir aufbrechen.

Jetzt liegen wir im Zelt und lauschen der Musik vom Festplatz.

Frellstedt

Heute früh haben wir relativ lange geschlafen. Wir waren wohl ziemlich müde. Auch nach dem Aufwachen, fühlten wir uns noch nicht so richtig fit. Wir haben uns dann etwas Zeit gelassen und waren in Ruhe duschen. Uns haben mehrere Frauen und Männer angesprochen, als ich mit in den Herrenwaschraum gegangen bin. Wir wollten uns doch nur den Duschchip und auch Handtuch und Seife teilen. Naja nach kurzem erklären blieb zwar etwas Unverständnis, aber ich wurde wenigstens nicht raus gebeten. Ich frag much, wie das Familien dort machen. Ab welchem alter müssen die Kinder geschlechtergetrennt duschen? Einen Familienduschraum gab es nicht.

Unsere nassen Sachen konnten wir heute in der Sonne trocknen. Wir haben langsam das Zelt abgebaut und als alles trocken war, unsere Rucksäcke gepackt.

Kurz hinter dem Campingplatz gab es einen kleinen Angelteich, dort haben wir in der Sonne dann direkt unsere Mittagspause gemacht. Es war heute sogar so sonnig, dass wir in kurzen Sachen unterwegs waren.

Als ersten Ort haben wir dann Räbke passiert. Der Ort ist wirklich wunderschön und ganz viele Fachwerkhäuser. Ich bin immer wieder überrascht, wie viele schöne kleine Ortschaften wir passieren.

Nach dem Ort ging es auf einem Feldweg weiter. Wir sind an einer Tierherde vorbei gekommen, wo wir uns nicht einig waren ob es Schafe oder Ziegen sind. Wobei wir eher zu Schafen tendieren. Blondi hatte nämlich keine Angst vor ihnen und hat nicht gebellt. Auch war der Zaun für Ziegen eigentlich zu niedrig bzw. ohne Strom. Die Tiere waren relativ groß und hatten kurzes braun schwarzes Fell, einige hatten relativ große Hörner.

Der nächste Ort war nicht so weit entfernt und da wir spät gestartet sind, Thomas‘ Knie etwas Schonung braucht und danach als nächstes eine Stadt kommt, haben wir beschlossen bloß bis Frellstedt zu gehen.

Wir stehen in einem sehr schönen, naturbelassenen Garten, bei einer netten Familie. Sie haben uns auf einen Kaffee eingeladen. Wir haben ein bisschen über die Gegend hier erfahren können. Das finde ich immer besonders interessant, da wir ja ohne Reiseführer unterwegs sind.

Beim Zeltaufbau, haben wir mehrere kleine Löcher im Zeltdach entdeckt. Da es zum Glück heute so schön war, konnten wir sie gleich flicken. Wir wissen allerdings nicht wie wir sie bekommen haben, da die Stelle ja nur zum Zusammenpacken den Boden kurz berührt. Eine Kastanie hat unser Zelt glaub ich auch nicht getroffen. Jetzt ist die Stelle erstmal repariert.

Wir liegen wie immer im Zelt und draußen bellt weiter entfernt ein Hund. Ich bin gespannt ob heute Nacht ein Tier sich unserem Zelt nähert, denn es gibt hier Füchse, Waschbären, Marder und Katzen…

Räbke

Heute morgen sah das Wetter schon besser aus. Kaum Wind und nur etwas Nieselregen. Für Oktober also ganz ok.

Nach dem Start sind wir erstmal zur Tankstelle gegangen. Wir brauchten Gas und hofften dort welches zu bekommen. Leider gab es dort keine kleinen Flaschen. Aber die Frau war total freundlich und hat mir noch ein paar Orte gesagt, wo wir welches finden könnten.

Danach ging es über eine kleine Straße zwischen Feldern entlang los. Die Bauern ernten gerade die Rüben und bereiten die Felder neu vor. Es waren ganz schön viele Traktoren unterwegs. An einer Stelle schreckte Marvin einen ganzen Schwarm Feldhühner auf.

Nach der kleinen Straße kam eine ziemlich große ohne Fahrradweg. Wir sind dann am Rand des Feldes entlang gegangen, um nicht auf der Straße gehen zu müssen. Zum Glück war das keine so lange Strecke und schnell ging es wieder auf eine kleine Straße. Die Gegend ist hier leicht hügelig, so dass es immer mal auf und ab geht. Kurz vor dem nächsten Ort sind wir auf einen Feldweg abgebogen. Zwischendurch haben wir dann auch unsere Regensachen raus geholt. Der Nieselregen wurde stärker und unsere Sachen weichten langsam durch. Durch den nächsten Ort sind wir dann gegangen. Der war wirklich wieder sehr schön, mit ganz viel Fachwerk und irgendwie liebevoll gestaltet. Das wäre unser Zielort gestern gewesen. Nach einer Pause unter einer großen Linde ging es weiter. Jetzt entlang der Straße auf einem Fahrradweg.

Die nächste Stadt war Schöppenstedt. Die Till Eulenspiegel Stadt. Überall waren seine Geschichten zu finden. Wir hatten leider nicht so viel Zeit alle zu suchen und zu lesen. Wir waren kurz einkaufen und haben unsere Mittagspause gemacht. Dann ging es mit voll beladenen Rucksäcken weiter. Wir hatten noch 9km vor uns und mussten noch durch einen Wald, von dem uns gestern erzählt wurde, dass dort zwei Wolfsrudel wohnen.

Der Wald war ganz ruhig und wir haben ganz viele Wildschweinspuren gesehen, aber ein bisschen mulmig war mir trotzdem. Die Hunde hatten ständig Wildgeruch in der Nase und zogen ganz schön. Ich hatte Marvin an der Leine und Thomas Blondi. Selbst Marvin, der sich sonst ja nicht so für Wild interessiert hatte seine Nase im Wind.

Wir waren ganz schön müde, als wir dann endlich am Campingplatz ankamen. Und wir waren froh, uns schon am Mittag für den Platz entschieden zu haben, so hatten wir etwas mehr Ruhe und wussten wir haben einen Schlafplatz.

Semmenstedt

Die Nacht war heute nicht so gut. Der Wind hat ganz schön an unserem Zelt gerüttelt. Heute morgen ging es dann erstmal eine kleine Runde durch Hornburg. Der Ort ist sehr schön und hat wirklich viele alte Fachwerkhäuser. In einem Café gab es noch einen zweiten Kaffe für uns bevor es dann richtig los ging.

Nach dem Ort ging raus aufs Feld. Der Weg war gut und die Landschaft sehr flach und einsichtig, so dass Blondi auch etwas frei laufen konnte. Sie hat es wirklich genossen.

Der Wind wurde unterwegs immer stärker und wir bewegten uns zwischen den Feldern wie in einem Tal das den Wind zu uns lenkt. Das war sehr anstrengend zum Laufen. Der Weg ging auch lange gerade aus und es gab keine windstille Ecke.

Im nächsten Ort haben wir dann am Sportplatz unsere Mittagspause gemacht. Es war dort nicht ganz windstill aber die Sonne schien dafür.

Nach dem Ort ging es dann an der Straße weiter. Zum Glück gab es einen Fahrradweg für uns. Es ging weiter zwischen Feldern und der Wind bließ. Wir hatten uns dafür entschieden im nächsten Ort zu stoppen, da wir durch den Wind schon ganz schön müde waren.

Hier war es heute relativ schwer einen Platz für unser Zelt zu finden. Ein Bauer hat uns seine Wiese angeboten, als wir da aber ankamen, bließ der Wind so doll, dass wir uns nicht getraut haben unser Zelt dort auf zu schlagen. Also sind wir weiter fragen gegangen. Bei einer Frau hatten wir dann Glück. Wir stehen jetzt in einem separaten Garten und sind gut vor dem Wind geschützt. Thomas kocht gerade für uns und ab und zu hören wir die Ziegen, die hier in der Nähe stehen, niesen.

Hornburg

Heute morgen wurden wir noch mit zwei tollen Socken-Paaren und einem super leckerem Frühstück überrascht. Jetzt kann Norwegen kommen. Die hab ich jetzt schon gleich im Zelt angezogen. Die sind total schön warm und lassen mich gleich vergessen, dass um das Zelt der Wind pfeift.

Nach dem Frühstück ging es dann los. Wir haben uns noch schnell die Regensachen angezogen und uns verabschiedet und dann ging es weiter.

Der Weg führte uns erst entlang der Straße in den sehr schönen Ortskern. Die Orte haben hier wirklich schöne Fachwerkhäuser und Höfe. Nach dem Ort ging es über Feldwege und entlang eines Waldes weiter. Die Rücksäcke waren wieder ziemlich schwer und der Wind war unangenehm. Durch den Wind war es bei jeder Pause schnell kalt.

Auf dem Weg haben wir heute auch zwei Wanderer getroffen. Sie waren von Celle nach Goslar unterwegs. Die beiden Männer werden heute ihr Ziel bestimmt auch erreicht haben.

Kurz nachdem wir die Männer getroffen hatten, ist mein Rucksack, an der Stelle wo ich immer Blondi fest mache, gerissen. Der Rucksack funktioniert zwar noch, aber ich kann ihn rechts jetzt nicht mehr näher an die Hüfte holen. Blondi muss jetzt dadurch links laufen und das funktioniert gerade überhaupt nicht. Nachdem wir so lange die rechte Seite trainiert haben, versteht sie jetzt natürlich nicht, dass das gerade nicht geht. Ich war dann auch ziemlich genervt und wütend.

An einem Feldrand haben wir dann ganz viele Champions gefunden. Wir haben ein paar für das Abendessen mitgenommen und den Rest nur bewundert. Kurz nach den Pilzen sind dann zwei Rehe kurz vor uns über das Feld gelaufen. Ich war froh, dass ich Blondi da schon an der Hand und nicht mehr am Rucksack hatte. Sie war völlig außer sich. Ihr Jagdtrieb sprang an und sie bellte und zog wie wild. Nach dem Feld hat Thomas sie mir dann abgenommen. Bei ihm läuft sie super vorbildlich und er meinte sogar besser wie Marvin, den ich dann hatte. Heute war es auch für Marvin und mich nicht einfach. Die linke Seite ist einfach nicht meine. Da fühlt sich alles steif und unflexibel an.

Nach dem nächsten kleinen Ort, mussten wir ein Stück Straße gehen. Der Ort war wieder mit vielen Höfen und viel Fachwerk und überall hingen Schilder vom NABU, dass Häuser schwalbenfreundlich sein. Ein Turm war mit lauter Nistkästen und einem Insektenhotel bestückt.

Die Straße war nicht schön zu gehen. Sie war viel befahren und es gab keinen Fahrradweg. Noch dazu hatte sie ein paar Kurven und ging bergauf. Ich war wirklich froh, als wir in Hornburg ankamen.

Unser Zelt steht jetzt in einem großen Garten am Rand einer kleinen Gartenanlage. Die Leute waren zufällig gerade im Garten und haben uns hier unser Zelt aufstellen lassen.

Draußen ist es jetzt schon wieder dunkel und wir hören den Wind rauschen und den Regen auf unserem Zelt.

Immenrode

Heute morgen ging es mit abwechselnd Nieselregen und Regen los. Unser Zelt konnten wir zum Glück in einer kurzen Trockenperiode abbauen.

Dann ging es los durch den Wald Richtung Goslar. Wir haben uns noch die Kaiserpfalz mit dem Pfalzgarten angesehen. Dann ging es in Richtung Supermarkt. Nach dem Supermarkt waren unsere Rucksäcke schon ziemlich schwer. Ich hatte für zwei Tage eingekauft, da ich mich irgendwie im Datum vertan hatte und dachte morgen ist schon Feiertag. Nach dem Supermarkt sind wir noch Hundefutter kaufen gegangen. Es sollte diesmal gutes Hundefutter geben, deswegen sind wir zu einer Zoohandlung gegangen. Bei der Frage nach kaltgepresstem Futter hieß es erstmal „sowas haben wir nicht“. Naja, wir haben im Regal dann aber doch ein kaltgepresstes gefunden. Das gab es aber nur in 5kg Paketen. Wir haben die 5kg dann auf beide Rucksäcke verteilt und sind weiter gegangen. Unsere Rucksäcke waren dadurch wirklich schwer.

Das Wetter wechselte zwischen Regen und Sonnenschein hin und her und der Weg führte die ganze Zeit auf einem Fahrradweg an einer ziemlich befahrenen Straße entlang. Als dann ein Feldweg abzweigte, haben wir unsere Mittagspause gemacht.

Im ersten Ort den wir dann trafen, haben wir angefangen nach einen Schlafplatz zu fragen. Wir waren etwas früher als sonst, haben aber trotzdem ziemlich schnell einen Platz gefunden. Die Frau war wirklich super freundlich und wir waren froh die Rucksäcke absetzen zu können. Der Nachmittag war dann noch ziemlich verregnet und wir waren über unseren trockenen und warmen Platz im Zelt froh.

Als ihr Mann dann nach Hause kam, haben sie sich noch unser Zelt angesehen, wie wir so eingerichtet sind. Sie fanden es wirklich ziemlich unglaublich, dass wir gern im Zelt schlafen und es nicht zu kalt ist. Sie haben uns sogar noch eine Steckdose ins Zelt gelegt und Kaffee vorbei gebracht. Sie hat für Thomas auch noch eine Portion Spaghetti mit Bolognese gebracht. Sie hatte davor gefragt, ob wir etwas davon möchten und ich hatte nur für Thomas ja gesagt. Die Spaghetti dufteten aber wirklich toll.

Auch für die Hunde gab es heute ein „Festmahl“ mit dem frischem Futter. Sie haben richtig darauf gestürzt, nachdem es die letzten beiden Tage für sie eher wenig gab.

Während Thomas das Gemüse gekocht und später abgewaschen hat, habe ich seine Mütze fertig gehäkelt und ein kleines Kranich-Mobile für die Frau gebastelt. Jetzt liegen wir im Zelt und hören den Wind draußen rauschen.